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Zukunft ohne Quecksilber im Bauch
Zukunft ohne Quecksilber im Bauch
08.06.2018 - 07:11 Uhr
Gernsbach (red) - Die Vorstandschaft des CDU-Stadtverbands Gernsbach hat sich nach der Wahl bei der Jahreshauptversammlung (wir berichteten) zu ihrer konstituierenden Sitzung getroffen. Im Mittelpunkt standen die Terminplanung und die weitere Vorbereitung der Kommunalwahl in einem Jahr, heißt es in einer Mitteilung der Christdemokraten.

"Wir wollen uns aktiv einbringen und die Zukunftsgestaltung Gernsbachs als wichtiges Anliegen sehen", sagt der bestätigte Vorsitzende Dirk Preis. Gleichzeitig beschäftigen die CDU-Vorstandschaft regionale Themen wie etwa die kommende Elektrifizierung der Bundesstraße 462.

Dirk Preis berichtete von der Info-Veranstaltung des Verkehrsministeriums in Kuppenheim. Viele Fragen etwa zur Umweltwirkung der Stromführung, zum Landschaftsbild und der Folgen für Menschen und Tiere seien noch offen. Derzeit entsteht an der Autobahn zwischen Darmstadt und Frankfurt ebenfalls eine Teststrecke. "Die Masten sind massiv und verändern das Gesamtbild erheblich", meint Preis. Auch wenn der Versuch von Elektro-Lastwagen zur Erforschung des Fahrverhaltens und der Umweltwirkung notwendig sei, so bleibe doch ein erheblich kritischer Restbestand an Fragen. "Wir werden das Thema weiter intensiv und kritisch begleiten", kündigt Stefan Eisenbarth, der die Umweltthemen im CDU-Vorstand bündelt, an.

Tiefer Riss geht durch den Gemeinderat

Die Vorsitzende der CDU-Fraktion im Gernsbacher Gemeinderat, Frauke Jung, gab einen Überblick zu den kommunalpolitischen Themen. Im Mittelpunkt steht dabei die Debatte um die Zukunft des verseuchten ehemaligen Betriebsgeländes von Katz & Klumpp, dem späteren Pfleiderer-Areal. Jung schilderte, dass durch den Gemeinderat ein tiefer Riss gehe.

Auf der einen Seite der Bürgermeister und die Fraktionen von FBVG und SPD, die alle drei versuchten, die CDU zu einer Zustimmung zu der vorgelegten Frage für einen Bürgerentscheid zu drängen. Doch der Lenkungskreis konnte sich nicht auf einen Vorschlag für die Frage zur Bürgerentscheidung einigen. "Diese Pattsituation hat die SPD/FBVG-Mehrheit im Gemeinderat herbeigeführt, weil der Vertreter der CDU-Fraktion auf Betreiben des Bürgermeisters aus dem Gremium katapultiert wurde", so die Feststellung der Gernsbacher CDU in einer Mitteilung: "Der Lenkungskreis hatte die Aufgabe, Konsens zu schaffen und Beteiligung zu ermöglichen", erklärt CDU-Fraktionsvorsitzende Jung: "Beides ist gescheitert."

Jetzt geht die CDU-Fraktion mit einem Antrag zum weiteren Vorgehen in die Offensive. "Wir müssen wieder Bewegung in die gespaltene Lage bringen", betont Jung. Mit der Formel "kaufen - sanieren - verwerten" müsse der Schwerpunkt nun auf dem Erwerb des Grundstücks liegen, um die Fäden in die Hand zu bekommen. "Nur als Eigentümer können wir den Prozess und das Ergebnis bestimmen", unterstreicht Jung. Daher will die CDU nun erreichen, dass Kaufverhandlungen aufgenommen werden. Erst wenn die Kosten für das Grundstück und seine Sanierung sowie im zweiten Schritt zu erzielende Erlöse bei der Verwertung dieser exponierten Lage auf dem Tisch liegen, könnten die Bürger auch über die Folgen eines solchen Vorgehens entscheiden. "Alles andere führt dazu, dass Gernsbach auf Jahre hinaus finanziell keine Spielräume mehr hat - und dann wird sicherlich die Betondeckel-Variante wieder zum Zuge kommen."

Die Variante eines Betondeckels möge zwar eine billigere sein. "Aber wir wollen das Quecksilber nicht für tausend Jahre im Boden lassen", argumentiert CDU-Vorsitzender Dirk Preis. Die Industriefrevel von Katz & Klumpp und Pfleiderer müssten saniert werden. "Der Schutz der Umwelt und die Wiederherstellung der giftfreien Situation ist zentrales Anliegen der CDU", betont auch die stellvertretende Vorsitzende Viktoria Felder.

Gerade die junge Generation fordere eine Zukunft ohne die Gifte im Boden. "Die kaputten Baracken am Ortseingang sind das eine; schlimmer ist die unsichtbare Umweltbelastung." Das große Grundstück in Bestlage zwischen Bahnhof und Zentrum biete Optionen. "Allerdings nicht mit Quecksilber im Bauch", unterstreicht Viktoria Felder.

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