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Mehr Aufmerksamkeit "auf großen Bühnen" erwecken
Natur genießen -im Murgtal ist das möglich. Die Nationalparkregion reicht künftig bis Gaggenau.  Foto: av
09.06.2018 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Murgtal - "Es gilt, die Nationalparkregion als Ganzes weiterzuentwickeln", sagt Patrick Schreib. Er ist Tourismusdirektor in Baiersbronn, Geschäftsführer des Tourismus-Zweckverbands "Im Tal der Murg" und Geschäftsführer des Vereins "Nationalparkregion Schwarzwald". Und genau die ist um zehn Kommunen erweitert worden, darunter Gaggenau, Gernsbach, Loffenau und Weisenbach. Der Nationalparkrat hat dieses beschlossen, weitere neue Mitglieder des Verbunds sind Loßburg, Alpirsbach, Pfalzgrafenweiler, Oberkirch, Oberwolfach und Durbach.

Die Gründungsgrenzen sind für den Gast irrelevant, weiß der Tourismusexperte. Ohnehin sei es für manchen potenziellen Gast verwirrend, zwischen Nationalpark, Nationalparkregion und Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord zu unterscheiden. Ursprünglich war die Nationalparkregion in einem Umkreis von drei Kilometern um die Nationalparkflächen festgelegt.

Diese Grenze ging aber an bestehenden touristischen Kooperationen vorbei, erläutert Schreib. So soll künftig beispielsweise das Murgtal als Ganzes vermarktet werden, dafür hat der Nationalparkrat mit seinem Beschluss jetzt die Grundlagen geschaffen. Die Mitglieder des Zweckverbands müssen dem Beitritt zustimmen, denn schließlich "geht es auch um Geld'", so Schreib.

"Wir freuen uns über das Interesse und auf die weitere Zusammenarbeit - zum Teil gibt es schon sehr intensive Kooperationen", wird Dr. Klaus Michael Rückert, Vorsitzender des Nationalparkrats, in einer Pressemitteilung zitiert. "Eine Erweiterung der Region um diese Gemeinden macht auch für uns sehr viel Sinn", sagt Nationalparkleiter Dr. Wolfgang Schlund. Es gebe gemeinsame Interessen, "und es ist schön zu sehen, wie sehr der Nationalpark mittlerweile in der Region angekommen ist und von dieser angenommen wird." Aus den neuen Gemeinden könnten sich beispielsweise nun auch Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe um eine Partnerschaft mit dem Nationalpark bewerben. Auch für kleinere Betriebe sei es interessant, sich dem Netzwerk anzuschließen, so die Mitteilung.

Hintergrund

Um das beschlossene Tourismuskonzept wirkungsvoll umsetzen zu können, wurde parallel an der künftigen Organisation- und Finanzierungsstruktur im Verein Nationalparkregion gearbeitet. Es wurde deutlich, dass es für eine am Markt ausgerichtete Umsetzung der unterschiedlichen Konzepte (Tourismus, Masterplan Schwarzwaldhochstraße, Verkehrskonzept, Partnerinitiative) eine Erweiterung der bestehenden Kulisse der Nationalparkregion erforderlich ist. "Einzelne können nicht genug erreichen", macht Schreib deutlich. Gerade bei großen und internationalen Messen sei ein gemeinsamer Auftritt der gesamten Nationalparkregion hilfreich. Ebenso gelte es, gemeinsam eine Erlebnisqualität aufzubauen, nicht nur für Gäste, sondern auch für die Bewohner der Region. Die Mitgliedsgemeinden müssten dazu "ihre Hausaufgaben machen". Der Verein Nationalparkregion könne keine Hotels bauen oder Gastronomiebetriebe unterhalten. Aber: Durch das gemeinsame Auftreten könnte Aufmerksamkeit bei potenziellen Investoren geweckt werden und diese zum Engagement ermuntern, blickt Schreib in die Zukunft. Jede Gemeinde müsse ihre Stärke herausarbeiten um die Region "auf die große Bühne zu stellen". Wichtig sei die Bündelung der Kräfte, denn "nicht jeder kann alles machen". Beispiel wäre ein überregionales Buchungssystem.

Voraussetzung für den gemeinsamen Weg ist die Integration bestehender touristischer Einheiten und Kooperationen (sogenannte Cluster) in die 2015 gegründete Nationalparkregion. Neben rechtlichen Tourismusorganisationen gibt es projektbezogene Kooperationen, die schon länger finanzielle Mittel bündeln. Diese Cluster sollen sich an der Finanzierung gemeinsamer Projekte beteiligen, wie sie zum Beispiel im Tourismuskonzept erarbeitet wurden.

Diese "Clusterfinanzierung", habe den Vorteil, dass nicht mehr jede Gemeinde einzeln zusätzliches Geld aufwenden muss, sondern die Kooperationen den Beitrag gemeinsam tragen. Im Moment wird die Rechtsform der GmbH geprüft und ein Gesellschaftsvertrag entworfen. Nach Abstimmung mit allen Beteiligten bildet dieser die Grundlage, auf dessen die Gemeinden oder juristische Personen wie der Zweckverband "Im Tal der Murg" der Regionsorganisation beitreten können. Konkrete Ergebnisse seien nicht "von heute auf morgen" zu erwarten, vielmehr sei ein nachhaltiges Konzept mit längerfristiger Wirkung das Ziel, resümiert der Tourismusexperte.

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