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100 Jahre alt, aber kein altes Eisen
11.06.2018 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Forbach - Wasserkraft ist ein wichtiger Beitrag zur Energiewende, das machte Landes-Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) in seiner Ansprache zum 100-jährigen Bestehen des Forbacher Rudolf-Fettweis-Werks deutlich. 1700 Wasserkraftanlagen gebe es in Baden-Württemberg, diese produzieren einen Anteil von 27 Prozent der erneuerbaren Energien im Land, so der Minister.

Beeindruckt zeigte er sich darüber, dass sich technologisch wenig in 100 Jahren geändert habe, die Maschinenhalle des Fettweiswerks sollte als Denkmal der Industriegeschichte erhalten bleiben.

Das Land brauche neue Kapazitäten bei der Stromerzeugung, wenn die Kernenergie heruntergefahren wird. Windkraft sei ein Beitrag, dazu seien aber die richtigen Rahmenbedingungen im Bund erforderlich. Die regionalen Gegebenheiten müssten bei Ausschreibungen beachtet werden, in Schleswig-Holstein gebe es keine Berge und keinen Rotmilan, der berücksichtigt werden müsse. Die gewünschte Elektro-Mobilisierung führe mittelfristig zu höheren Verbräuchen, die gedeckt werden müssen. Lob gab es vom Minister für den geplanten Ausbau der Unterstufe durch die EnBW zu einem Pumpspeicherkraftwerk, diese seien "energiewirtschaftliche Allroundtalente". Allerdings: Investitionen in Wasserkraft bräuchten viele Jahre zur Amortisierung.

40 Mitarbeiter seien am Standort Forbach beschäftigt, dazu kommen 30 Auszubildende. Diese würden auch für ihre künftige Arbeit in Windparks der EnBW qualifiziert, sagte Werksleiter Ulrich Rost bei seiner Begrüßung. 1918 wurden die ersten Turbinen in Betrieb genommen, und sie erzeugten heute noch Strom.

Bürgermeisterin Katrin Buhrke betonte die enge Verbundenheit des Rudolf-Fettweis-Werks mit der Gemeinde. Dieses präge Landschaft und Menschen und stehe für eine neue Ära im Murgtal.

Das Fettweiswerk sei zwar 100 Jahre alt, gehöre aber nicht zum alten Eisen, machte EnBW-Technik-Vorstand Dr. Hans-Josef Zimmer deutlich. Der Bedarf an Flexibilität und Speicherkapazität steige an, dafür seien Wasserkraft und Pumpspeicherkraftwerke prädestiniert. Deshalb baue die EnBW den Werk aus, "wir machen den Standort fit für die Zukunft". Sein Dank ging an die Gemeinde und die Bevölkerung für den Rückhalt und die Unterstützung.

Professor Franz Nestmann vom KIT in Karlsruhe blickte in seinem Vortag auf die Geschichte des Werks zurück. Bereits 1899 habe es Überlegungen der badischen Staatsregierung zur Stromgewinnung durch Wasserkraft gegeben. Anfang 1913 übernahm der Oberingenieur Rudolf Fettweis die Regie und optimierte die Pläne des Karlsruher Professors Theodor Rehbock, 1914 begann der Bau des "Badischen Murgwerks".

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