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Denkmal für ein Original
Björn Gaiser (von links), Katrin Buhrke und Daniel Merkel freuen sich über die Himmelsleiter.  Foto: Vogt
18.06.2018 - 00:00 Uhr
Forbach (kv) - "Geh Mutter, runter in de Keller und hol' Most!" Unvergessen sind diese Zeilen aus dem Mostlied von Klaus Roth, ein 2014 im Alter von 73 Jahren verstorbenes Gausbacher Original, der noch auf dem Sterbebett einen namhaften Geldbetrag gespendet hatte, damit Ortsvorsteher Rietz dafür sorgt, dass er den Gausbachern präsent bleibt.

Viele Gausbacher hatten sich am Samstagnachmittag an dem Platz, auf dem früher die Mostkelter stand, eingefunden, um an "d'Fischer Klaus" (Spitznamen von Klaus Roth) zu erinnern. Dieser war "zeitlebens Junggeselle mit eigenwilligem Humor und Ecken und Kanten" gewesen, erinnerte Ortschaftsrat Björn Gaiser in Vertretung des Ortsvorstehers an den Verstorbenen. Dieser galt als musikalisches Allroundgenie mit Klarinette, Saxophon, Akkordeon. Und mit seiner markanten Stimme hinterließ er viele Lieder in Gausbacher Mundart, sozusagen "Gausbacher Nationalhymnen", die er gemeinsam mit seinem musikalischen Partner Eberhard Arntz als Grauntalduo zum Besten gab.

Verwurzelt in seiner Heimat, in Gepflogenheiten, Bräuche und Lebensart hatte Klaus Roth auf seine ganz eigene Weise den Alltag und das einfache Leben besungen. Eine Kostprobe gab es vom Band, nachdem der Narrensamen der Rinnberger Schlempen das Kunstwerk enthüllt hatte. Eine Leiter aus verrostetem Cortenstahl strebt gen Himmel. Zu ihren Füßen liegt ein Mostfass, das keinen Tropfen Most halten könnte, denn es sind nur noch einzelne Sparren übrig. Oben auf der Leiter schwebt förmlich ein diatonisches Akkordeon, das mit Engelsflügeln in den Himmel strebt. Ein Originalabdruck von Roths eigenem Akkordeon.

"Der Ortschaftsrat hat sich die Aufgabenstellung nicht leichtgemacht. Vier Jahre ließen wir uns Zeit für die Umsetzung", erzählte Björn Gaiser: "Verschiedenste Steinmetze und Künstler waren um Ideen gebeten worden und schlussendlich war die Mehrheit für diese Skulptur." Technisch umgesetzt haben die genaue Planung von Architekt Klaus Mungenast dann Björn Gaiser und Daniel Merkel, aufgestellt mit tatkräftiger Unterstützung des örtlichen Bauhofs.

Zufriedener Blick von Himmelswolke herunter

Einen besonderen Dank richtet Gaiser im Namen des Ortschaftsrats an Gerd Krämer und Engelbert Roth, die den Platz der ehemaligen Mostkelter seit Jahren für den Obst- und Gartenbauverein pflegen. Nun ziert nicht nur die große steinerne Mostbirne (mit Wurm) den Platz, sondern auch die Himmelsleiter. Bürgermeistern Katrin Buhrke stellte in ihren Dankesworten fest: "Wenn Klaus Roth jetzt von einer Himmelswolke herunter schaut, dann wird er sicherlich mit einem Gläschen Most hinunterprosten und sich freuen, dass so viele Leute zur Einweihung gekommen sind." Dann gab sie das Startsignal für den Brezelsteckenumzug der Kinder, der vom Kelterplatz zum Dorffest des Musikvereins zog - angeführt vom Musikverein Gausbach, der bereits die Feierstunde musikalisch umrahmt hatte.

Und manch einer hatte noch ein Lächeln im Gesicht, weil er an die Roth'schen Zeilen denken musste: "Und hold mich mol der Herrgott zu sich nuff, da basse da bittsche uff mi Moschdfass uff. Denn wer waiß, wenn i als Engel widdakehr, donn gnad euch Godd, isch donn mei Moschdfass leer."

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