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"Das kommt einem Besuch im Fitnessstudio gleich"
Der Obst- und Gartenbauverein Lautenbach leistet einen wichtigen Beitrag zur Landschaftspflege am unteren Hardberg.  Foto: Uebel
18.06.2018 - 00:00 Uhr
Von Dagmar Uebel

Gernsbach - Zwei Wanderer führten ihren Foxterrier an der kurzen Leine und balancierten mehr, als sie zügig voranschreiten konnten. Sie waren am Samstagvormittag auf dem schmalen Weg am Lautenbacher unteren Hardberg unterwegs. Links geröllige Schräge nach unten, rechts Gestrüpp, das sich an der Kleidung festhakt und die weitere Wegführung verdeckt. Alex Schillinger vom Vorstandsteam des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Lautenbach wies auf die gelbe Raute am Wegbeginn: "Auch für unsere Wanderwege sind wir heute im Einsatz."

Den Kopf mit einer Schirmmütze bedeckt, die Ohren und Augen entsprechend geschützt: Das galt auch für seine Mitstreiter, die sich mit vergleichsweise schwerem Gerät an dornige Hecken, weitausladende Büsche und Baumäste machten. Wer sich unter den sechs Beteiligten an weniger störrische und dornige Pflanzenteile wagte, trug zumindest schützende Handschuhe und festes Schuhwerk. Für die Erstmahd am Samstag hatten sie neben ihrer individuellen Arbeitskraft auch geeignete Gerätschaften wie Sicheln, Astscheren, Sensen und Rechen von zu Hause mitgebracht.

"Von hier oben konnten Wanderer früher bis weit ins Tal blicken", führte Schillinger aus und legte den Schalter an seiner kreischenden Motorsäge um, "doch nun ist der Hang zugewachsen und verbuscht, droht abzurutschen und ist unübersichtlich geworden." Damit sei die wichtige Arbeit der bäuerlichen Siedler und Bauern voriger Generationen zur Gewinnung von Ackerland dem Verfall geweiht, die Terrassierung durch Trockenmauern sei teilweise kaum noch zu bemerken. Genauso wie einige Vogelarten, Insekten und Eidechsen, die sich früher auf dem Hardberg wohlfühlten. Von wärmenden Sonnenstrahlen abgeschnitten, sei das Mikroklima feuchter geworden, Pilze siedelten sich in diesem Biotop an. Als einen Grund dafür sieht Schillinger die Urbanisierung auch im Murgtal. "Viele Leute arbeiten in den Städten, die Verbundenheit mit dem ländlichen Raum lässt sie unaufmerksam werden."

Doch nicht so die Mitglieder des OGV Lautenbach. Für den Spätherbst sind Rodungsarbeiten geplant. Doch zuvor wollen sich die ehrenamtlich Engagierten genau wie am vergangenen Samstag noch einmal am 30. Juni am unteren Hardberg auspowern. Bei den derzeitigen sommerlichen Temperaturen vielleicht nicht immer das reine Vergnügen. "Ach was, das kommt fast einem Besuch im Fitnessstudio gleich." Darin waren sich am Samstag alle einig: "Wenn der Blick danach wieder freier ist, entlohnt das gute Gefühl, etwas richtig Sinnvolles für Lautenbach und die Natur getan zu haben." Und: "Wenn wir selbst jetzt nichts freiwillig und ehrenamtlich tun, werden später Sicherungsmaßnahmen erforderlich - und die kosten dann die Gemeinde richtig Geld."

Helferfest am 30. Juni in der Kelter

Eine Hoffnung hatten die Samstags-Aktiven dann doch noch: Dass sich bei künftigen Terminen noch mehr Vereinsmitglieder und auch Nichtmitglieder an diesem Landschaftspflegeprojekt am Ortseingang beteiligen mögen - und das nicht nur wegen des anschließenden Helferfests am 30. Juni in der Lautenbacher Kelter.

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