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Erhebliche Schäden in Gaggenaus Untergrund
Spektakulärer Schaden in Hörden: ab Juli 2016 klaffte ein Loch in der Weinauerstraße, das mit einer Stahlplatte abgedeckt wurde.  Foto: av/Jahn
21.06.2018 - 00:00 Uhr
Von Ulrich Jahn

Gaggenau - "Es ist einer der zentralen Punkte, wenn es um den Erhalt des Gemeindevermögens geht", sagte Bürgermeister Michael Pfeiffer zu Beginn des Tagesordnungspunkts "Kanalsanierung im Stadtteil Hörden im Zeitraum 2016 bis 2018".

"Alle Anlagen unterliegen der Alterung und der Abnutzung durch Gebrauch", betonte der beauftragte Planer, Markus Vogel vom Ingenieurbüro Vogel aus Kappelrodeck, in der Sitzung des Gaggenauer Gemeinderats am Montag. Er gab einen Sachstand zur Sanierung in Hörden, aber auch zur weiteren Abwicklung für ganz Gaggenau.

Und gleich für Hörden gab es eine nicht positive Aussage vom Experten: "Der Sanierungsbedarf in Hörden zeigt einen ungewöhnlich hohen Schadensumfang." Die Begründung fügte er gleich hinzu: "Die Instandhaltung des Kanalnetzes wurde in früheren Jahren vernachlässigt." Und bekannt ist, dass wenn lange nichts getan werde, die Schäden immer größer würden. Beim Unterhalt unterscheidet er drei Varianten: Reparatur, Renovierung/Sanierung oder Erneuerung. Der Sanierungsbedarf in Hörden sei im Vergleich sehr hoch. Vordringlicher baulicher Sanierungsbedarf sei auf 64 Prozent der Netzlänge erforderlich. Dies bedeute alleine für diesen Gaggenauer Stadtteil laut Hochrechnung einen Finanzierungsbedarf von fast drei Millionen Euro. Der erste Bauabschnitt wurde zum größten Teil umgesetzt (Kosten etwa 1,6 Millionen Euro), der zweite soll im kommenden Jahr folgen.

Das Kanalnetz hat nach Angaben von Vogel in Hörden eine Gesamtlänge von etwa 15 Kilometern und wurde im Wesentlichen ab etwa dem Jahr 1945 gebaut. Die Situation klingt dramatisch. Risse, Rohrbrüche, Teile des Kanalnetzes sind kurz vor dem zusammenbrechen. Dass dies nicht einfach so dahergesagt wird, wird an einem Beispiel deutlich. In der Weinauerstraße gab es bereits im Jahr 2016 ein Loch, das sich Anfang Juli mitten in der Straße plötzlich auftat. Es wurde zunächst mit einer Stahlplatte abgedeckt. Inzwischen ist der Kanal in diesem Bereich saniert worden.

Die Herausforderung für die Zukunft sei in ganz Gaggenau nicht die Neuschaffung von Infrastruktur auf der "grünen Wiese", sondern die Erhaltung und Optimierung der Anlagen im Bestand, unterstrich der Planer. Je nachdem, wie umfangreich die Arbeiten am Kanalnetz sind und welche Methode verwendet wird, würden die Kosten zwischen 37 und 61 Millionen Euro liegen.

Schon aus diesen Gründen wurde laut Kämmerer Andreas Merkel ein "schlanker Eigenbetrieb" für den Bereich Abwasser gegründet. In diesem müssten jedoch nicht nur die Kanalsanierungen berücksichtigt werden, sondern auch Maßnahmen wie der Bau von Regenüberlaufbecken. Bis 2020 müssten zwei RÜB entstehen. Eines in der Sulzbacher Straße in Höhe der Lkw-Leitstelle von Damler-Benz, ein zweites in der Bäumbachallee. Und höhere Aufwendungen hätten höhere Gebühren für die Kunden zur Folge.

Andreas Merkel nannte dazu ein Beispiel. Ein um eine Million Euro höherer Aufwand schlage mit fast 40 Cent mehr je Kubikmeter Schmutzwasser zu Buche.

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