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Bilder mit klaren Botschaften
Die Schulsozialarbeiter freuen sich, dass 'ihre' Schützlinge in den Gernsbacher Rathausfluren ausstellen dürfen. Foto: Juch
22.06.2018 - 00:00 Uhr
Gernsbach/Muggensturm (stj) - 35 Kunstwerke mit klaren Botschaften sind seit gestern in den Gernsbacher Rathausfluren zu bewundern. Ausgehend von ihrem gemeinsamen Jahresthema "Fair statt fies - Gemeinsam für ein respektvolles Miteinander" haben die fünf Schulsozialarbeiter des evangelischen Mädchenheims einen schulübergreifenden Wettbewerb initiiert, dessen Ergebnisse noch bis zum 23. Juli zu sehen sind.

Teilgenommen haben die siebten Klassen des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, der Realschule und der Von-Drais- Gemeinschaftsschule Gernsbach sowie die vierten Klassen der Von-Drais-Grundschule Gernsbach und der Albert-Schweitzer-Grundschule Muggensturm. Die jeweils sieben besten Werke, die von schulinternen Jurys ausgewählt wurden, haben es ins Rathaus geschafft. "Wir sind froh, dass wir hier ausstellen dürfen", freuen sich Simone Gernsbeck-Scherer (Realschule), Astrid Klempt (ASG), Patricia Mizera (Von-Drais-Schule), Alisa Bachofner (Albert-Schweizer-Grundschule Muggensturm) und Marcel Zeltmann (Realschule): "Das ist für die Schüler eine große Wertschätzung, darüber haben sie sich riesig gefreut."

Auf ganz unterschiedliche Weise haben sich die Nachwuchskünstler mit dem Thema "Mobbing" auseinandergesetzt. Diese Vielfalt macht die aktuelle Ausstellung im Gernsbacher Rathaus zu einer ganz Besonderen. Schon das erste Werk, das einem im ersten Obergeschoss vors Auge kommt, macht das Thema Diskriminierung und Ausgrenzung deutlich und setzt ein klares Zeichen dagegen: Vier Hände unterschiedlicher Hautfarbe greifen in Richtung der einen gemeinsamen Welt. Schlagworte wie Freundschaft, Streit, Versöhnung ziehen sich wie ein roter Faden durch die vielseitigen Werke.

Gemalte und gezeichnete Bilder, Kollagen, Skulpturen und Comics zieren die Flure und geben ein farbenfrohes Bekenntnis ab, sich in einem friedlichen, fairen und sozialen Klima entfalten zu wollen. Das Thema Mobbing sei ein gesellschaftliches Problem - "unabhängig von Alter und Schulart", betonen die Schulsozialarbeiter und verweisen darauf, dass an allen Schulen Bedarf an ihrer Arbeit bestehe. Gerade was "Cybergeschichten" anbelange - also das Mobbing in sozialen Netzwerken wie Facebook oder WhatsApp - werden Konflikte oft zur Belastung der Kinder und Jugendlichen. Vieles davon spiele sich zwar außerhalb des Schulalltags ab, aber wenn die Probleme Auswirkungen auf den Schulfrieden haben, dann kommen die Schulsozialarbeiter ins Spiel.

Alle fünf sind entsprechend geschult und verfügen über große Erfahrung, was die Bereiche Prävention, Intervention, Kooperation, Einzelförderung und Elternarbeit anbelangt. "Grundsätzlich zielen die pädagogischen Maßnahmen und Interventionen bei Mobbing auf die Wiederherstellung des Klassenfriedens ab. Sie sollen die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen schützen und gegebenenfalls wiederherstellen", erklären die Schulsozialarbeiter: "Im besten Fall gelingt es, emotionale Betroffenheit bei allen zu erzeugen, um zukünftigem Mobbinggeschehen durch Hinsehen und zivilcouragiertem Einschreiten entgegenzuwirken."

Diese Vorgehensweise spiegelt sich in den Kunstwerken der Schüler wider. Eine zehnköpfige Jury (bestehend aus den Sozialarbeitern, Kunstlehrern und der stellvertretenden Bürgermeisterin Sabine Katz) wird aus ihnen insgesamt fünf Wettbewerbssieger küren.

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