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Beeindruckende medizinische Bilanz
Dr. Hans-Martin Wahl nimmt Abschied. Der neue Leiter des Forbacher Krankenhauses ist Carsten Frey (rechts).  Foto: Vogt
22.06.2018 - 00:00 Uhr
Von Katharina Vogt

Forbach - Fast 30 Jahre lang war Dr. Hans-Martin Wahl eine konstante Größe am Forbacher Krankenhaus. Seit 1988 arbeitete er als Oberarzt der inneren Abteilung, 2014 wurde er zum ärztlichen Direktor und Chefarzt berufen. Mit 66 Jahren wurde er bei einer Feierstunde in Forbach in den Ruhestand verabschiedet. Gleichzeitig stellte Jürgen Jung, Geschäftsführer des Klinikums Mittelbaden, den neuen Chefarzt vor. Der 46-jährige Arzt Carsten Frey wird den bereits begonnenen Schwerpunktwechsel des Hauses zu einem Zentrum für allgemeine Innere Medizin und Altersmedizin weiterführen und ab 1. Juli leiten.

"Ich kam mit zwei Kleinkindern und gehe mit drei Enkelkindern - das ist doch eine gute Bilanz", blitzte der Humor von Dr. Wahl bei dessen Abschiedsworten durch. Die ärztliche Bilanz sieht nach einer so langen Tätigkeit beeindruckend aus. Jürgen Bäuerle, Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums, fasste die nüchternen Zahlen zusammen: Das Forbacher Kreiskrankenhaus mit chirurgischem Schwerpunkt hatte 1988, als Dr. Wahl seine Arbeit dort nach seiner Tätigkeit am Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus aufnahm, pro Jahr rund 1000 Patienten, die dort durchschnittlich 14 Tage verweilten. Heute ist das frühere 95-Betten-Haus ein 50-Betten-Haus mit den Schwerpunkten Innere Medizin (Verweildauer 5,5 Tage) und Altersmedizin geworden. In 30 Jahren waren es rund 30000 Patienten und, so Landrat Bäuerle, "einer Anzahl von ambulanten Patientenkontakten, die noch deutlich höher liegen dürfte".

Auch wenn in den vergangenen Jahren wohl keiner der regionalen Entscheidungsträger die Notwendigkeit einer stationären Versorgung in Forbach bezweifelte, stand das Krankenhaus wegen der Gesundheitsreformen und aus finanziellen Gründen immer wieder auf dem Prüfstand. Der Klinikdirektor des Klinikums Mittelbaden, Dr. Andreas Eichenauer, betonte, "durch die kluge Entscheidung zur Etablierung der Altersmedizin und die Einbindung in das Gesamtkonstrukt des Klinikums Mittelbaden, vor allem die Zusammenführung mit dem Krankenhaus Rastatt, kann hier eine Medizin über die Zeit gerettet werden, wie viele meiner Studienkollegen und auch ich sie uns zu Beginn unseres Studiums vorgestellt haben". Längere Verweildauer, engerer Kontakt und der Aufbau von persönlichen Beziehungen zwischen Arzt und Patient - so das Wunschbild von Dr. Eichenauer.

Enge Verbindung zu Mitarbeitern

Dass die Mitarbeiter von Dr. Wahl in langjähriger Zusammenarbeit eine enge Verbindung aufgebaut haben, war unschwer zu erkennen. In selbstgetexteten Liedbeiträgen nahmen sie Abschied von ihrem Chef, erzählten von kleinen Marotten und überreichten eine liebevoll dekorierte Arzttorte. Manuela Sambale (kaufmännische Leitung Klinikum Mittelbaden Rastatt-Forbach) dankte für "so viele Jahre im Dienst zum Wohle der Patienten".

Carsten Frey bedankte sich für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. "Ich möchte, dass wir hier in diesem wunderschönen Krankenhaus eine kleine Familie werden und dass die Leute gerne nach Forbach kommen." Der gebürtige Mutlanger, der seine ersten Lebensjahre in Chile und später dann in Baden-Baden verbrachte, studierte Medizin in Marburg. Seine beruflichen Stationen waren die Dengler-Klinik in Baden-Baden und das Krankenhaus in Bühl. Seit fast zwei Jahren arbeitet er als Oberarzt im Krankenhaus in Forbach. Mit seiner Frau, die ebenfalls Ärztin ist, und den beiden Kindern wohnt er in Staufenberg.

Das Krankenhaus Forbach hat zwar laut Frey noch nicht die räumlichen Voraussetzungen für die Altersmedizin, aber er hofft, mit den unlängst zugesagten Fördermitteln vieles auf den richtigen Weg zu bringen. Schwierig sei es dagegen, medizinisches und pflegerisches Personal zu finden, der Arbeitsmarkt sei leergefegt. Er freue sich über die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Ärzten im Haus, hoffe aber auch auf die Unterstützung von Bürgermeisterin, Gemeinderat und Bevölkerung.

Dr. Hans-Martin Wahl selbst verabschiedete sich von allen Wegbegleitern mit einem irischen Segensspruch, der auf das Bibelwort aufbaute, nach dem er seinen beruflichen Werdegang aufgebaut hatte: "Ich will dich unterweisen und den Weg zeigen, den Du gehen sollst." Werner Roth (Violine) und Klaus-Martin Kühn (Piano) umrahmten musikalisch die Feierstunde.

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