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Schweizer Ritterschlag für Sulzbacher
Der Schweizer Roland Prisi (am Kicker hinten, links) und Imke Queitsch lieben das Turnier in Sulzbach.  Foto: Vugrin
25.06.2018 - 00:00 Uhr
Von Christiane Vugrin

Gaggenau - Turner treffen Tischkicker: Was vor 16 Jahren mit einer zarten Annäherung begann, entwickelte sich zu einer festen Beziehung, die bis heute glücklich zu sein scheint. "Ich liebe das Turnier in Sulzbach, es sind alle so herzlich", bekennt der Schweizer Roland Prisi aus vollem Herzen in einer Spielpause am Wochenende bei den Internationalen baden-württembergischen Tischfußballmeisterschaften in der Turnhalle des TV Sulzbach.

An 25 Tischen werden hier im Minutentakt Spiele ausgetragen. Das Orga-Team sitzt an einem langen Tisch auf der Bühne und behält den Überblick. Am Samstagmittag stehen Spiele in Zweierteams auf dem Plan. Roland Prisi taktiert im Doppel mit Imke Queitsch gegen Thierry Müller und Frank Brauns. Alle vier zählen zur Tischfußball-Elite, sie haben schon zahlreiche Titel errungen.

Während der Ball rollt, herrscht hohe Konzentration am Tisch. Allein die Mimik gibt Einblick in das Innenleben der Spieler. Spielpausen werden zum Motivieren und Anfeuern des Partners genutzt. Bei diesem Match gehen die Freiburger Thierry Müller und Frank Brauns im Entscheidungssatz mit 5:2 als Sieger vom Tisch. Thierry Müller grinst zufrieden. Sein tägliches Trainingspensum von mehreren Stunden hat sich gelohnt, doch: "Es ist erst der Anfang des Turniers, da kann noch viel passieren", weiß der passionierte Spieler.

Mit 17 Jahren hat er in einer Kneipe angefangen zu "kickern", ein halbes Jahr später bereits bei Turnieren gespielt und ist bis heute begeistert dabei. "Gemeinsam mit Benjamin Herm habe ich damals den TV Sulzbach wegen des ersten Tischfußball-Turniers angefragt", erinnert sich Müller. "Heute hat das Turnier hier Kultstatus", erteilt der 45-Jährige einen Ritterschlag.

Auch jüngere Talente sind zu sehen. Einer davon ist Fabian Bein, der mit dem Titel "Berliner Meister" oder Einsätze für das Nationalteam bereits große Erfolge vorweisen kann. Bei einer Klassenfahrt hat ihn das Tischkicker-Fieber erfasst. "Ein Lehrer hat uns damals am Tischkicker fertiggemacht", erinnert sich der 25-Jährige schmunzelnd, "danach fing ich an zu trainieren." Ein eher ungewöhnliches Hobby für einen Student der Filmwissenschaften. "Spiele ich im Wohnheim am Tisch-Kicker, staunen meine Mitbewohner nicht schlecht", erzählt der Wahl-Berliner grinsend.

Egal ob Profi-, Laien-, Nachwuchs-, Senior- oder spontaner Mitspieler: "Bei unseren Turnieren kann jeder mitmachen", betont Heinrich Opgenoorth, der Vorsitzende des Vereins Player4Player, der schon seit vielen Jahren das Turnier in dem Gaggenauer Stadtteil ausrichtet "Neben vielen Wettbewerben in Großstädten ist Sulzbach eines der beliebtesten Turniere", betont Opgenoorth. Alles sei super organisiert, teilweise sorge der TV Sulzbach auch für Übernachtungsmöglichkeiten. Die Turner helfen bei Auf- und Abbau und sorgen zwei Tage lang für leckeres Essen - Wohlfühlatmosphäre ist im Murgtal also garantiert.

Heinrich Opgenoorth rechnet mit rund 180 Teilnehmern an beiden Spieltagen. Im Vergleich zu anderen Turnieren nicht die höchste Zahl, aber die, die dabei sind, haben gute Gründe: "Eigentlich müsste ich heute beim weltbekannten Garlando-Turnier in Österreich mitspielen, das zeitgleich stattfindet", meint Roland Prisi, der letztes Jahr bester Schweizer Tischkicker geworden ist und den Weltmeistertitel im Senioren-Einzel in Hamburg abgeräumt hat. Aber: "Das ganze Dorf lebt für das Turnier", lacht "Roli", deshalb sei er hier.

Vielleicht nicht das ganze Dorf, aber eine beachtliche Anzahl von ehrenamtlichen Helfern stemmt Jahr für Jahr das Tischfußballturnier. "Ich kann auf meine Leute zählen", sagt Oliver Maier, der Vorsitzende des TV Sulzbach, stolz. Trotz des erst kürzlich stattgefundenen Dorffests stehen für das Wochenende etwa 80 Helfer bereit. Ob bei Kaffee und Kuchen, bei Gegrilltem mit Salaten oder im Getränkewagen, die Stimmung ist gut. Es wird gelacht, viele freuen sich nach einem Jahr auf ein Wiedersehen. Fast jeder Wunsch wird erfüllt. Und wenn Kopfschmerzen plagen, macht sich der Vereinsvorsitzende persönlich auf die Suche nach Tabletten.

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