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Sehr zuversichtlich für den Schulstandort
Oliver Hintzen ist der neue Rektor der Weisenbacher Johann-Belzer-Schule.  Foto: pr
27.06.2018 - 00:00 Uhr
Weisenbach - Die Johann-Belzer-Grund- und Werkrealschule hat wieder einen Rektor. Oliver Hintzen ist der Nachfolger von Natascha Preuß, die im Juli 2017 ihr Rektorenamt zurückgegeben hatte. BT-Redakteur Markus Mack befragte den neuen Schulleiter.

BT: Herr Hintzen, was haben Sie sich denn als neuer Rektor vorgenommen?

Oliver Hintzen: Vieles läuft richtig gut an unserer Johann-Belzer-Schule, Berufsorientierung in der Werkrealschule oder das abwechslungsreiche Mittagessen - um nur zwei Beispiele zu nennen. Allerdings steht bei uns auch einiges an Arbeit in beiden Schularten an, die wir als Kollegium mit Eltern und Schülern anpacken werden. Meine Aufgabe sehe ich in erster Linie darin, künftige Projekte zu priorisieren, alle am Schulleben Beteiligte zusammen zu bringen, bestehende Kontakte innerhalb der Schule aufrecht zu erhalten und mit neuen Netzwerken zu verbinden.

BT: Wo sehen Sie künftige Schwerpunkte?

Hintzen: Ganz wichtig ist mir der offene Umgang mit kreativen Ideen. Als ehemaliger Leiter für digitale Fortbildungsangebote an der Landesakademie in Bad Wildbad bin ich es gewohnt, kreativ und oft um die Ecke zu denken. Diese Offenheit und Kreativität würde ich mir auch von allen Institutionen und Personen wünschen, die mit unserer Schule zu tun haben. So steht im Moment eine Veränderung des Unterrichtsbeginns auf dem Prüfstand, zu dem die Eltern befragt werden. Dies hätte Auswirkungen auf Betreuungszeiten vor und nach Unterrichtsbeginn, Stärkung der offenen Ganztagsgrundschule oder die veränderte Rhythmisierung des Unterrichts.

Interview

BT: Wie ist denn die aktuelle Situation?

Hintzen: Dieses Schuljahr ist die Johann-Belzer-Schule durchgängig einzügig mit etwa 160 Schülerinnen und Schülern in den Klassen 1 bis 10.

BT: Gibt es mittlerweile genügend Anmeldungen?

Hintzen: Für das kommende Schuljahr bräuchten wir noch ein paar wenige Schüler, damit wir eine eigenständige Klasse im 5. Schuljahr bilden können. So wie es im Moment aussieht, werden wir die Klassen 5 und 6 jahrgangsübergreifend bilden. Wir bekommen für die Kernfächer zusätzliche Stunden vom Schulamt zugewiesen, um den Lernstoff für die Schüler zu differenzieren und um jahrgangsspezifische Inhalte anbieten zu können.

BT: Wie ist denn die Perspektive der Schule?

Hintzen: Ich bin sehr zuversichtlich, was den Schulstandort einer Grund- und Werkrealschule in Weisenbach anbetrifft. Wir stehen in engem Kontakt mit der Gemeinde und es gibt zurzeit Überlegungen bezüglich einer Sanierung der Schule. In den kommenden Tagen und Wochen werden wir mehr erfahren und uns dann konkrete Gedanken machen. Innerschulisch gibt es schon klare Strukturen, was die Umsetzung des Bildungsplans betrifft wie Sachunterricht und sinnvoller Einsatz digitaler Medien in der Grundschule, Gemeinschaftskunde, Geschichte, Informatik oder Naturwissenschaften in der Werkrealschule. Wenn wir Eltern und Kollegen aus den umliegenden Grundschulen von uns überzeugen können, dann sehe ich sehr optimistisch in die Zukunft, auch weil wir zukünftig verstärkt Kooperationen mit anderen weiterführenden Schulen besprechen und bestehende Kooperationen vertiefen werden. Die Grundschule mit ihrem offenen Ganztagsangebot werden wir wieder verstärkt in den Fokus nehmen und bestehende Angebote durch neue ergänzen.

BT: Hat das Modell Werkrealschule längerfristig eine Chance oder "schläft es ein"?

Hintzen: Das ist abhängig von vielen Faktoren. Der Haupt- und Werkrealschule wird ja schon seit Jahren ein angebliches Ende prophezeit. Grundsätzlich ist die Werkrealschule praxis- und berufsorientiert. Auch wenn der Bildungsplan 2016 mit den Fächern eine Umstrukturierung notwendig machte, so können wir durch den Ausbau der schuleigenen Stundenpläne diesen Praxisbezug weiterhin anbieten. Der Plan, dass die Berufsorientierung ab Klasse 1 durchgängig sein muss, wird an der JBS schon seit Jahren erfolgreich gelebt. Schlüsselkompetenzen wie Rechtschreibung und das sichere Beherrschen der Grundrechenarten werden in allen Fächern behandelt. Handwerkliche Techniken aus den hauswirtschaftlichen und technischen Bereichen werden ergänzt mit dem Einsatz digitaler Medien.

BT: Das klingt zunächst sehr techniklastig. Wie sieht es mit anderen Bereichen aus?

Hintzen: Als Naturwissenschaftler mit medizinischem Hintergrund kann ich aus Erfahrung berichten, dass auch Mädchen an technisch-naturwissenschaftlichen Berufen Gefallen finden. Aber wir werden auch den großen Bereich der sozialen und kaufmännischen Berufe ganz sicher nicht außer Acht lassen. Hier arbeiten wir seit Jahren sehr eng mit örtlichen und überregionalen Betrieben zusammen. Die Schüler werden optimal vorbereitet auf ihre weitere schulische Laufbahn oder auf ihren direkten Einstieg in das Berufsleben - was die Haupt- und Werkrealschule übrigens seit Jahrzehnten leistet.

BT: Was sind die Stärken der JBS?

Hintzen: Klarer Vorteil sind die Klassengrößen. Bei Klassen mit zurzeit maximal 21 Schülern können wir auf jeden individuell eingehen. Die Zusammenarbeit innerhalb des Kollegiums ist großartig. Dadurch können wir auch einen engen Kontakt zu den Eltern gewährleisten, sowohl in der Grund- als auch in der Werkrealschule. Nicht umsonst ist das Motto "Schule mit Herz!"

BT: Wann werden Sie dort dauerhaft auf dem Chefsessel sitzen?

Hintzen: Ich sitze schon - seit 2. Mai bin ich offiziell Schulleiter der Johann-Belzer-Schule. Da ich aber in meiner bisherigen Stammschule, der Bachschlossschule in Kappelwindeck, dieses Schuljahr Klassenlehrer einer 7. Klasse und Fachlehrer für Physik und Chemie bin, hat man mich bis Ende des Schuljahrs von Montag bis Donnerstag wieder dorthin abgeordnet. Daher bin ich bis dahin nur freitags an der Schule anzutreffen. Ab den Sommerferien bin ich dann komplett an der JBS.

BT: Was sind Ihre persönlichen Wünsche für die Schule?

Hintzen: Den offenen, freundlichen und respektvollen Umgang, den ich an der Schule seit meinem ersten Tag erleben darf, beibehalten. Dazu kreativ und konstruktiv zukünftige Aufgaben anpacken, so dass uns Schüler sowie Eltern weiter Vertrauen schenken, damit wir unsere erfolgreiche Arbeit als einziger Grund- und Werkrealschule zwischen Kuppenheim und Baiersbronn weiterführen können.

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