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Rat nimmt große Hürden in der Innenentwicklung
Rat nimmt große Hürden in der Innenentwicklung
27.06.2018 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach - Für gleich drei Bebauungspläne, die den Gemeinderat schon seit geraumer Zeit beschäftigt haben, ist am Montagabend der Satzungsbeschluss erfolgt: Es handelt sich um die Innenentwicklungen "Gartenäcker", "Nord West" und "Rechte Murgseite", die jetzt in die Umsetzungsphase starten können.

"Es ist immer eine schwierige Abwägung der Interessen zwischen denen, die schon da wohnen, und denen, die gerne dahin ziehen wollen", machte Bürgermeister Julian Christ deutlich, als es um die "Gartenäcker" in Scheuern ging. Das Verfahren des umstrittenen Bebauungsplans war noch unter seinem Vorgänger Dieter Knittel angestoßen worden. Man habe es sich "zu keiner Zeit leicht gemacht", betonte der Rathauschef. Er verwies unter anderem auf Anwohnergespräche, die letztlich noch zu einigen kleineren Änderungen geführt hätten, die den Betroffenen "auch entgegenkommen dürften", so Christ. Bei diesen handelt es sich im Wesentlichen um die Größenordnung der Baukörper und um die Position der Baufenster, wie Baurechtamtsleiter Albert Betting konkretisierte.

Dieses Entgegenkommen war der CDU-Fraktion nicht ausreichend. Wiederholt hatten die Christdemokraten eine Visualisierung per Stangengerüst gefordert, was im Rat mehrheitlich abgelehnt wurde. Unter anderem durch die Stimmen von FBVG. Deren Fraktionschef Uwe Meyer nannte die jetzt abgesegnete Planung einen guten Kompromiss. "Wir sind der Meinung, das ist für dieses Gebiet angemessen." Man dürfe auch nicht mit zweierlei Maß messen, nur weil es im Bereich "Gartenäcker" einige Bürger gebe, die sich sehr aktiv für ihre Interessen einsetzten. Zustimmung kam auch von der SPD, die davon ausgeht, dass Gernsbach mit diesem Neubaugebiet Neubürger anlocken kann. Dr. Irene Schneid-Horn gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass sich der Straßenname "Gartenäcker" später auch in den Gärten widerspiegele und es keine Steinwüsten werden.

Betting wies noch darauf hin, dass für die erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen ein entsprechendes Konzept Teil des Bebauungsplans sei, das sich auch schon in der Umsetzung befinde. Bei sieben Gegenstimmen aus den Reihen der CDU wurde der Satzungsbeschluss für die "Gartenäcker" gefasst.

Einstimmig fiel das Votum für das Gebiet "Nord West" (zwischen Weinbergstraße, Hans-Thoma-Straße und Albert-Einstein-Straße) aus. Dieser Angebotsbebauungsplan ermöglicht es den Grundstücksbesitzern, den Grüngürtel in zweiter Reihe zu bebauen - sofern sie das wollen. "Das ist ein neuer Ansatz, der uns sehr gut gefällt", meinte Sylvia Felder (CDU). "Wir wissen alle, dass in Gernsbach Bauland rar ist, das ist eine gute Option für die Zukunft", betonte Irene Schneid-Horn (SPD) mit Verweis darauf, dass die Bereitschaft zu bauen bei den Eigentümern aktuell kaum vorhanden sei. Dennoch "sind wir überzeugt davon, diesen Weg der Nachverdichtung weiterzugehen", stimmte Uwe Meyer (Freie Bürger) zu.

Auch für die Planänderung "Nord West" sind Ausgleichsmaßnahmen notwendig und am Kugelberg bereits vorgenommen worden, informierte Betting. Der Leiter des Baurechtamts kündigte zudem eine "konsequente Fortsetzung" des Konzepts an und verwies auf die achte Änderung im Bereich "Nord West", die man bereits im Blick habe.

Weniger ein Problem mit Anliegern, als vielmehr mit dem Verkehr (Fußgänger, Park- und Radweg-Situation) gab es beim Verfahren "Rechte Murgseite". Dabei handelt es sich um das Projekt der Firma ABCE (A better Choice of Estate GmbH & Co. KG), die auf dem Gelände des ehemaligen Getränkehandels in der Schwarzwaldstraße zwei Gebäudekomplexe bauen möchte. In das erste soll die Sozialstation eine Tagespflege einrichten, zudem wird die Firma Rolli Profi dort Büroräume beziehen und ihren Fuhrpark unterbringen; außerdem entstehen dort Wohnungen. Die Verkehrsfragen habe man intensiv mit dem Fachbüro Fichtner abgeklärt, so Bauamtsleiter Jürgen Zimmerlin.

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