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Erste Feuerspritze bereits 1775 angeschafft
29.06.2018 - 00:00 Uhr
Von Veronika Gareus-Kugel

Gernsbach - Die Menschheitsgeschichte wird begleitet vom Feuer. Es ist Fluch und Segen zugleich. Unter anderem legten verheerende Brände die Ewige Stadt Rom mehr als einmal in Schutt und Asche. Kaiser Augustus wird deshalb die Erfindung des organisierten Feuerwehrlöschwesens zugeschrieben.

Rom ist überall. Auch im Murgtal und Obertsrot sorgten in der Vergangenheit Großbrände für großes Leid und erheblichen Schaden. Die Geschichte der Brandbekämpfung ist voll davon. Im März 1771 schafften sich deshalb die damaligen Gemeinden Obertsrot und Hilpertsau eine kleine Feuerspritze an, die die Männer am 2. Mai dann in Rastatt abholen konnten. Mit einem Fuhrwerk machten sich die Käufer auf den Weg.

Nur wenige Häuser verfügten in jenen Zeiten über Ziegeldächer. Die allermeisten Behausungen hatten entweder Schindeln oder Stroh als Eindeckung. Diese Art der Dachabdeckung wurde einfach als zweckmäßiger erachtet. Sich vor diesem Hintergrund eine Wasserspritze zur Feuerbekämpfung zuzulegen, war deshalb nicht die schlechteste Idee, wie sich in den Folgejahren herausstellen sollte. Sie war mehrfach im Einsatz, auch in den umliegenden Gemeinden. Gleich dreimal wurde das Gerät, das heute im Feuerwehrmuseum steht, in Gernsbach (1784,1798, 1807) und einmal in Gaggenau (1786) zum Löschen benötigt. 30 Männer des Dorfs sollen unter anderem bei einem Großbrand in Sulzbach anwesend gewesen sein.

Feuereimer Pflicht in jedem Haus

1818 machte sich dann das Dorf daran, weiter in das Feuerwehrlöschwesen zu investieren. Man schaffte vier Feuerhaken, Leitern und Äxte sowie eine Feuerfahne an. Die neue Feuerspritze, die die Gemeindeväter 1823 kauften, sollte schon 500 Gulden kosten. Zudem hatte in jedem Haus mindestens ein Feuereimer mit Dorfzeichen zu stehen. Auch im alten Rom hatte jedes Haus einen Eimer mit Wasser bereitzustellen. Eine Bestimmung, die regelmäßig von den Urvätern der Feuerwehren überwacht wurde.

Als weiter dringend benötigtes Utensil zur Feuerbekämpfung wurden Trage-Bütten betrachtet. Um auch auf diese in ausreichender Anzahl während eines Brands zurückgreifen zu können, beschlossen die Gemeinderäte am 9. August 1835, den Bürgern Karl, Leonhard und Josef Götz, Obmann Küfer, Anton, Vinzenz, Lorenz und Georg Hasenohr, Jakob Schäfer sowie Wendelin Welsch für die Bereithaltung eines solchen Behältnisses jährlich 24 Kreuzer zukommen zu lassen. Auch die neu angeschaffte Feuerspritze hatte im Lauf der Jahrzehnte viele Einsätze zu bestreiten. Das Vorgängermodell tat fortan in Hilpertsau seinen Dienst.

Das 19. Jahrhundert ging nicht immer gut mit den Menschen um. 21 Häuser wurden in Gernsbach nach einem Beschuss durch preußische, mecklenburgische oder pommersche Truppen ein Raub der Flammen.

Die auf Obertsroter Gemarkung angesiedelten Firmen hatten des Öfteren Brände zu verzeichnen, weshalb der Ruf nach der Gründung einer eigenen Feuerwehr immer lauter wurde. In der Hirschau (heute Firma Kappa) wütete 1890 zwei Tage lang ein Feuer, gegen das nur wenig ausgerichtet werde konnte. Der Ausbildungsstand derjenigen, die zur Hilfe eilten, war schlecht. Das Löschgerät mangelhaft oder defekt.

Die Stunde des organisierten Feuerwehrlöschwesens schlug in Obertsrot am 8. September 1893. 57 Männer hoben vor 125 Jahren die Freiwillige Feuerwehr Obertsrot aus der Taufe. (Fortsetzung folgt)

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