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Ersthelfer fahren über 150 Einsätze im Jahr
Ersthelfer fahren über 150 Einsätze im Jahr
02.07.2018 - 00:00 Uhr
Von Katharina Vogt

Forbach - Bei der Jahreshauptversammlung des Forbacher Ortsverein des Roten Kreuzes wurde deutlich: Die "Ersthelfer vor Ort" - eine ehrenamtliche Abteilung, die 24 Stunden am Tag einsatzfähig ist, ist aus der Gemeinde nicht mehr wegzudenken. Eine starke Erhöhung der Einsatzzahlen ist zu verzeichnen. Gegründet 2004 mit anfangs 15 Einsätzen im Jahr, sind die Rotkreuzler im vergangenen Jahr 170 mal alarmiert worden und im ersten Halbjahr 2018 bereits 95 mal ausgerückt.

Die Ersthelfer werden von der Feuer- und Rettungsleitstelle in Rastatt alarmiert. Das Einsatzspektrum erstreckt sich von Hausunfällen, Reanimationen, lebensbedrohlichen Erkrankungen, Kindernotfällen bis hin zu Hilfseinsätzen bei schweren Verkehrsunfällen, manchmal auch in Zusammenarbeit mit dem in Forbach stationierten Rettungswagen. Dieser ist laut dem Ortsvereinsvorsitzenden Frank Mayer oft bereits in anderen Einsätzen gebunden, dann decken die Ersthelfer ehrenamtlich diese Versorgungslücke ab und leiten die Erstversorgung ein.

Die starke Zunahme der Einsätze führt Mayer auf die Veränderung der Kliniklandschaft zurück. Wird der Rettungswagen angefordert, sind Fahrzeug und Besatzung statistisch mindestens 1,5 Stunden gebunden. Das bedeutet, dass der Rettungswagen in Gernsbach statistisch 75 Prozent des Tages und der Wagen in Forbach rund 40 Prozent des Tages "belegt" ist.

Die Ersthelfer vor Ort werden über Spenden finanziert. Drei bis fünf Leute in der Ersthelfer-Gruppe tragen die Verantwortung.- Die drei Fahrzeuge sind in Bermersbach, Kirschbaumwasen und Gausbach stationiert: "Da sind wir beim Alarm in eineinhalb Minuten im Fahrzeug, denn im Ernstfall zählt oft jede Minute", erklärt Mayer, der die Helfergruppe leitet.

Ein starker Einschnitt war für die Ersthelfer der Sturmschaden 2017, bei dem ein Einsatzfahrzeug schwer beschädigt wurde. Dank einer großen Spendenaktion kann voraussichtlich Ende des Jahres ein Ersatzfahrzeug beschafft werden. Mayer hofft noch sehr, "dass auch die Gemeinde ein paar Groschen dazu beisteuert."

Wenn das Fahrzeug gekauft und ausgerüstet ist, sind die finanziellen Rücklagen des Ortsvereins fast erschöpft, trotz der guten Kassenführung von Sabine Wunsch, die von den Kassenprüfern bescheinigt wurden. Schriftführerin Mirjiana Bodamer bestätigte in ihrem Tätigkeitsbericht, dass der Sturmschaden am Fahrzeug ein großes Problem im Ortsverein darstellte. Sie berichtete aber auch von unterschiedlichsten Einsätzen, von Suchaktionen, Evakuierungen, Bereitschaftsdiensten im Landkreis und Altkleidersammlungen.

Großes Arbeitspensum für die Kleiderkammer

Auch die Kleiderkammer, die von Margot Stößer geleitet wird, hat ein großes Arbeitspensum zu absolvieren. Jede der vier Helferinnen leistet rund 400 Arbeitsstunden im Jahr. Die Kleiderkammer hat jeden ersten Donnerstag im Monat im Untergeschoss der Murghalle geöffnet. Durchschnittlich kommen zwischen acht und zehn Personen auf der Suche nach Bekleidung und Haushaltstextilien. 130 große Kisten konnten die Forbacher auch an ein Hilfsprojekt in Ungarn weiterleiten.

Nicht ganz zufrieden ist Margot Stößer mit der Seniorengymnastik, die montagnachmittags in Langenbrand angeboten wird. "Als wir vor 35 Jahren angefangen haben, wurden wir belächelt. Heute haben viele andere Vereine erkannt, wie wichtig die Bewegung auch im Alter ist." Aber sie wünscht sich mehr Teilnehmer für das Angebot, gerne aus allen Gemeindeteilen.

Das DRK dankte Bürgermeisterin Katrin Buhrke für die Unterstützung der Gemeinde durch die Überlassung eines zweiten Raums für die Kleiderkammer und für die Garage der Einsatzfahrzeuge. Diese sind nun im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus Gausbach untergebracht. Die Bürgermeisterin ihrerseits dankte allen Aktiven des Vereins: "Sie sind bereit, Zeit nicht zu opfern, sondern sinnvoll einzusetzen - ich bin sehr froh, dass wir sie alle haben und dankbar über die Zusage, dass Sie weitermachen." Ähnlich wie die Arbeit der Feuerwehr bringen die Einsätze die Ehrenamtlichen oft an die psychischen und physischen Grenzen. Am Spendenaufkommen sei die Dankbarkeit der Bürger erkennbar.

Als Vertreter aus Forbach werden zur Kreisversammlung am 20. Juli, bei der vor allem über die Verschmelzung der beiden Kreisverbände Rastatt und Bühl/Achern befunden werden soll entsendet: Sabine Wunsch, Silvia Schoch, Sebastian Schoch, Regina Roll, Ursula Mayer, Mirjiana Bodamer, Rosalinde Fritz und Anette Klumpp.

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