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Stetige Aufwärtsentwicklung nach 1893
Spektakuläre Bergungsaktion: Im Jahr 1922 müssen die Feuerwehrleute von Obertsrot ein Auto aus der Murg bei Hilpertsau holen.Repro: Gareus-Kugel
02.07.2018 - 00:00 Uhr
Gernsbach (vgk) - "In Obertsrot brannte die Papierfabrik ab." Das berichtete das Rastatter Tagblatt in seiner Ausgabe vom 28. Mai 1890. Auch wurde in diesem Artikel nicht mit Kritik gespart. So schreibt der Autor: "Bei dem Unglücksfall hat es sich zur Evidenz (Klarheit) herausgestellt, wie sehr das Feuerwehrlöschwesen in den Gemeinden im Argen liegt. Da brachte man Spritzen herbei, wie man sie vor vielleicht 100 Jahren schon besaß." Zwei Tage sollte das Feuer wüten.

Der Zeitpunkt war gekommen, das Feuerwehrlöschwesen in Obertsrot auf eine schlagkräftige Basis zu stellen. Zunächst erschöpfte sich das Vorhaben in der Anschaffung einer Saug- und Druckspritze für 1600 Mark sowie Schlauchmaterial für weitere 250 Mark. Das Thema brannte den damaligen Gemeindevertretern mächtig unter den Nägeln. Das lässt sich daran festmachen, dass von dieser Seite aus vehement versucht wurde, Zuschüsse für das angeschaffte Equipment zu generieren. So heißt es unter anderem im Rahmen eines Gesuchs an die Landesfeuerwehrunterstützungskasse, dass man eine Spritze angeschafft habe. Zudem habe sich eine große Anzahl kräftiger, junger Burschen eingefunden, um Feuerwehrdienst zu verrichten.

Diejenigen, die sich nicht freiwillig meldeten, denen drohte die Zwangsverpflichtung durch die Polizei. Auch über einen Beitrag der Industrie dachten die Gemeindeväter nach. Zusammengenommen waren es die Informationen, die die Feuerwehrunterstützungskasse brauchte. 300 Mark wechselten daraufhin den Besitzer. Die ortsansässigen Industriebetriebe spendeten weitere 390 Mark.

57 Männer nahmen an der Gründungsversammlung am 3. September 1893 im Gasthaus "Rose" teil. Unter ihrem ersten Kommandanten Karl Hasenohr nahm die neue Feuerwehr, gegliedert in vier Abteilungen, zwar langsam, jedoch stetig Aufwärtsentwicklung. Sie wurde unterstützt durch eine zusätzliche Hilfsmannschaft. Die Dienstverpflichtung erfolgte immer für drei Jahre. Die Eintrittsgebühr betrug eine Mark, der monatliche Beitrag 20 Pfennig.

Der Erfolg ließ auch nicht lange auf sich warten. Ein Brand am 9. April 1898 in der Badischen Holzstofffabrik konnte zügig und erfolgreich gelöscht werden. Nächste Schritte in Richtung Professionalisierung bedeuteten die Anschaffung eines Hydranten-Wagens und das Verlegen von Wasserleitungen. Eine neue Hydranten-Mannschaft bildetet sich heraus.

Als der Anbau des Gasthauses "Blume" am 18. August 1906 in Brand geriet, waren die Feuerwehrkameraden in der Lage, diesen innerhalb von nur zehn Minuten zu löschen. Erwähnenswert ist ferner der Großbrand in Gernsbach 1918 in der Schlossstraße, bei dem zahlreiche Häuser schwer beschädigt wurden, zu dem die Obertsroter Floriansjünger hinzugezogen wurden.

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 verhinderte die 50-Jahr-Feier des Badischen Landesfeuerwehrverbands. Im Kreis Baden waren seinerzeit 37 Feuerwehren mit 3752 Aktiven und 2446 Mann Hilfsmannschaft im Kreisfeuerwehrverband organisiert. Eine erste technische Hilfeleistung hatten die Obertsroter mit der Unterstützung der Kameraden aus Gaggenau bei der Bergung eines im Sommer 1922 bei Hilpertsau in die Murg gestürzten Pkw abzuleisten.

Mit der Überführung der Landesfeuerwehrunterstützungskasse in eine Anstalt des öffentlichen Rechts begann für die Freiwilligen Feuerwehren in Baden eine neue Zeitrechnung. Auf diese Weise erfuhren die ehrenamtlichen Helfer erstmals soziale Anerkennung und Absicherung im Krankheitsfall. Die Förderung des Feuerlöschwesen und die soziale Sicherheit eines Feuerwehrmanns war damit auf "Seine Königliche Hoheit Großherzog Friedrich II. höchsten Befehl" Wirklichkeit geworden.

(Fortsetzung folgt)

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