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Von figürlich bis abstrakt
04.07.2018 - 00:00 Uhr
Gernsbach (wof) - Sechs weitere Arbeiten bereichern jetzt den Kunstweg am Reichenbach. Bei der gut besuchten Vernissage am Sonntag erläuterten die Kuratorin Rita Burster und die anwesenden Künstler die neu aufgestellten Werke im Reichenbachtal, die die Vielfalt der modernen skulpturalen Kunst von figürlich bis abstrakt widerspiegeln.

Für die Karlsruher Galeristin Rita Burster, zugleich Vorsitzende des Gernsbacher Kunstwegvereins, war es die erste selbst kuratierte Ausstellung am Reichenbach, nachdem sie bereits 2016 bei der letzten Schau neben dem damals scheidenden Kurator Voré eigene Akzente gesetzt hatte. "Es hat sehr viel Freude gemacht", fasste sie ihre Erfahrungen zusammen. Ihr besonderer Dank galt der Stadt Gernsbach, "die so hinter dem Kunstweg steht", und den Mitarbeitern des Bauhofs, die mit den Künstlern bei der Aufstellung der Objekte "geduldig und mit Freude" zusammengearbeitet hätten.

Vier der neuen Werke sind speziell für den Kunstweg entstanden. So der dreieinhalb Meter hohe "Turm" aus drei ineinander verschränkten, angedeuteten Rechtecken aus Kantholz, die der junge Freiburger Künstler Chen Fei geschaffen hat. Er bezeichnete seine Arbeit bei der Führung als "Freilichtzeichnung" vor dem Hintergrund des Waldes.

Wie Fei ist auch Jörg Gelbke ehemaliger Meisterschüler der Karlsruher Kunstakademie. Bei seiner schlank in den Himmel ragenden Säule "digging the ground towards the sky" handelt es sich um zehn Abdrücke der Unterarme des Künstlers, die er in der Erde vergraben in Eisen goss und vor Ort verschweißte.

An einer Wegbiegung gegenüber dem Katzenkopffelsen hat "The Keeper" seinen Platz gefunden. Für den geflügelten, an mythische Wesen erinnernden Wächter hat Henning Schwarz, ebenfalls ehemaliger Meisterschüler der Karlsruher Akademie, alten polierten Grabsteinen durch grobe Hiebe ihre felsenhaften Ursprungscharakter zurückgegeben und dann vor Ort intuitiv figürlich zusammengesetzt - Augenzwinkern inklusive.

Bereits an mehreren Plätzen ausgestellt worden ist der Granitwürfel, den Andrea und Nikolaus Kernbach vor 20 Jahren behauen haben. Beim Kunstweg scheint er beim Herabrollen im Hang steckengeblieben zu sein. "Ist fremd hier und doch verwandt mit dem, was vor Ort ist: Granit", beschreiben die Künstler ihre Intention. Von Irmela Maier stammt der lebensecht wirkende Affe "Henry" aus gebranntem Ton und Maschendraht. Auch er ist eigens für den Kunstweg entworfen worden. Henry sitzt auf einem Felsen oberhalb des Wegs und hält sich anders als berühmte Vorbilder nur ein Auge und ein Ohr zu - er scheint also mitzubekommen, was im Tal geschieht.

Der Stuttgarter Bildhauer Daniel Wagenblast ist bekannt geworden für seine stereotypen menschlichen Figuren aus Holz, die auch als Form für anschließende Güsse dienen. Bei seinem jetzt am Kunstweg ausgestellten Kopf - ein Aluminiumguss - ist das rechte Ohr selbst wiederum als Kopf gestaltet.

Als siebtes neues Kunstwerk wird in den nächsten Wochen noch ein Tisch aus geschmiedetem Stahl ("Tabula") von Markus F. Strieder hinzukommen. Es ersetzt seine Arbeit "l'étreinte", die seit 2016 am Kunstweg steht.

Zu Beginn der Vernissage hatte Bürgermeisterstellvertreterin Sabine Katz ihre Lieblingsstellen am Weg genannt und das inzwischen überregional beachtete Kunstprojekt als "Schmuckstück" gewürdigt, das zum "Staunen, Bewundern, Genießen und Schmunzeln" einlade. Auch lobte sie die gute Zusammenarbeit des Kunstwegvereins mit den Verantwortlichen des Naturschutzes, was der Naturschutzbeauftragte des Landkreises Rastatt, Markus Krebs, im Gespräch mit dem BT bestätigte. Für die ansprechende musikalische Gestaltung sorgte Andreas Diemer (Flügelhorn) mit frei improvisierten Jazzklängen.

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