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Baubeginn für Kraftwerk noch dieses Jahr?
Deutlich sichtbar sind die Lücken in den Kaskaden. Eine Sanierung gibt es erst im Zuge des Kraftwerkbaus.  Foto: Jahn
05.07.2018 - 00:00 Uhr
Von Ulrich Jahn

Gaggenau - Die Pläne für den Bau einer Wasserkraftanlage am Murgsee existieren schon seit Jahren. Doch mit der Umsetzung hapert es nach wie vor. Die Stadtwerke Gaggenau planen eine solche Anlage mit Fischauf- und Fischabstiegsmöglichkeit. "Baubeginn soll möglichst noch im Jahre 2018 sein", heißt es in einer Stellungnahme der Stadt Gaggenau zur geplanten FFH-Verordnung (Flora-Fauna-Habitat) des Regierungspräsidiums.

Laut Stadt widerspricht die Übernahme des gesamten Murgbereichs samt der Uferbereiche in die FFH-Verordnung der derzeitigen und den geplanten Nutzungen. Der Gemeinderat wird die Thematik in seiner Sitzung am kommenden Montag erörtern.

Paul Schreiner, Chef der Stadtwerke Gaggenau, ist zuversichtlich, dass nun endlich mit dem Bau des Kraftwerks und - damit verbunden - mit der Sanierung der maroden Murgkaskaden begonnen werden kann. Denn die Kaskaden sind mittlerweile in einem sehr schlechten Zustand. Immer mehr Steine brechen insbesondere im rechten Bereich heraus. Eigentlich wäre eine Reparatur schon längst notwendig gewesen. Doch mit Blick auf das vorgesehene Kraftwerk wurde diese Maßnahme immer wieder verschoben.

Wasserrechtlicher Antrag im Landratsamt

Am 7. Januar 2015 hatten die Stadtwerke nach Angaben von Schreiner den wasserrechtlichen Antrag (vergleichbar mit dem Bauantrag) beim Landratsamt gestellt. Von der Rastatter Behörde seien einige Forderungen und Ergänzungen erstellt und von den Stadtwerken in die Planungen eingearbeitet worden. Die Offenlage der entsprechenden Unterlagen erfolgte im Frühjahr dieses Jahres. Schreiner kennt die Einwendungen, sofern es solche gibt, nicht. Dies laufe über das Landratsamt.

Rückblende: Der Gaggenauer Gemeinderat billigte im November 2009 die Planungen der Stadtwerke. Im damaligen BT-Bericht hieß es unter anderem: "Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, rechnet Stadtwerke-Chef Paul Schreiner mit einer wasserrechtlichen Genehmigung Anfang 2011. Der neue Standort wäre ein alter: Im Rahmen der Innenstadtsanierung Mitte der 70er Jahre war ein hier bestehendes Wasserkraftwerk abgerissen worden, erinnerte Schreiner in seinem Vortrag vor dem Gemeinderat." Im Februar 2005 sei jedoch ein Konzept zum Bau eines neuen Kraftwerks bei den Murgkaskaden vorgestellt worden. "Wir haben bewusst noch mit dem Bauantrag gewartet, bis ein neues und patentiertes Verfahren entwickelt wurde, das keine Schäden für die Natur verursacht", erläuterte Schreiner.

Eine solche Pilotanlage war damals unter anderem in der Kinzig getestet worden. Im März 2011 gab Schreiner im Gemeinderat einen "konkreten Zeitplan" bekannt. Er ging davon aus, dass das Wasserkraftwerk 2013 in Betrieb gehen könnte. Rund 350 Haushalte sollten laut einer damaligen Schätzung der Stadtwerke durch die Leistung der Anlage Strom beziehen können.

Noch im selben Jahr besichtigte der Gaggenauer Werksausschuss solche Kraftwerke in der Kinzig in Offenburg und Gengenbach. Die Anlage wird "nicht konventioneller Natur" sein, erklärte Schreiner anschließend im Kommunalparlament, sondern "beweglich, mit einem überfluteten Krafthaus". Positiv wirke sich nicht nur aus, dass die Anlage wohl mehr Strom produzieren wird als ursprünglich angenommen, sondern dass diese noch recht neue Technik auch von der EU gefördert wird.

Inzwischen war die Rede von 450 Haushalten, die über diese Anlage mit Strom versorgt werden könnten. Die Optik dieser technischen Variante erlaube es, das Bild mit den Kaskaden im Murgsee weitestgehend zu erhalten.

Doch es tat sich nichts. "Ich habe mir den Gesamtablauf etwas euphorischer vorgestellt", sagte Schreiner im Oktober 2015 gegenüber dem BT. Ende 2012, Anfang 2013 sollte mit dem Bau des Wasserkraftwerks im Murgsee begonnen werden. Doch still ruht der See. Ein Grund für die Verzögerungen: In den vergangenen Jahren hätten sich die Umweltauflagen, die sich auf die Anlage auswirken, verschärft. Und auch im September 2016 lag noch keine wasserrechtliche Genehmigung vor. "Vielleicht gibt es die Genehmigung Ende 2018", sagte der Stadtwerke-Chef.

Diese Aussage ist nach wie vor aktuell, wie Schreiner gestern gegenüber dem BT bekräftigte. Ob es tatsächlich dazu kommt, müssen die nächsten Monate zeigen.

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