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Abstände zu Windrädern reichen nicht aus
So könnte ein 250 Meter hohes Windrad aus Richtung Langenbrand zu sehen sein.BI Windkraftfreies Grobbachtal
07.07.2018 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Forbach - "Wir sind davon überzeugt, dass man regenerative Energien braucht", sagte Karl Maier von der Bürgerinitiative Windkraftfreies Grobbachtal. Aber: Die ausgewiesenen Vorzugsgebiete in der Region, so auch im Murgtal im Bereich Lindel, Maienplatz und Lachsberg, seien zu nahe an Wohngebieten. Für Menschen, Natur, Tourismus und Landschaftsbild sei dies "katastrophal".

Zusammen mit weiteren Mitgliedern der BI war er auf Einladung der Fraktionen der CDU und der Freien Wähler Forbach im Josefshaus zu Gast, um dort über die Auswirkungen von Windkraftanlagen zu informieren. Rund 60 Zuhörer fanden den Weg und erhielten umfassende Informationen.

Beim Pfarrgemeinderat der Seelsorgeeinheit Forbach-Weisenbach habe eine Windkraftfirma bereits Interesse bekundet, eine Anlage am "Maienplatz" zu bauen, sagte Pfarrer Thomas Holler bei seiner Begrüßung als Hausherr. Derzeit ruhe das Thema, wenn überhaupt, würde eine Realisierung nur in Kooperation mit den Kommunen Weisenbach und Gernsbach erfolgen.

Die vom Forbacher Gemeinderat abgelehnte Regionalplanung reiche nicht aus, meinte Achim Rietz (Freie Wähler). Bis zum 3. August gebe es noch eine Widerspruchsfrist im Rahmen eines Normenkontrollverfahrens.

Gesundheitliche Probleme

Karl Maier von der BI machte auf die Problematik der Pläne des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein aufmerksam. Ein Normenkontrollantrag, der die Vorgaben dieser Planung prüft, könnte erfolgreich sein. Forbach, Baden-Baden und Bühl haben die Änderungen des Flächennutzungsplans abgelehnt, diesen Kommunen steht der Klageweg noch offen. Gernsbach und Weisenbach haben dem Flächennutzungsplan zugestimmt.

"Die Gesundheit wird auf dem Spiel stehen", macht Cornelia von Loga in ihrem Vortrag deutlich. Sie berichtete von einem Windpark aus dem Schuttertal. Gesundheitsschäden wegen der Geräuschentwicklung der Rotoren und dem nicht hörbaren Infraschall, massive Schlafstörungen bei Kindern und Erwachsenen, Herzrhythmusstörungen, Ohrgeräusche - negative Auswirkungen seien dokumentiert. Anlagen müssten mindestens drei Kilometer von der Wohnbebauung entfernt sein, was bei den Standorten im Murgtal nicht immer gegeben ist.

Ingenieur Stephan Maier bezeichnete den Infraschall (0 bis 20 Hertz) als "Gefahr für die Gesundheit". Dieser sei nicht hör-, aber spürbar. Nicht zu unterschätzen sei auch das permanente "Wusch-wusch", wenn die Rotorblätter den Masten passieren, bei einer möglichen Höchstgeschwindigkeit an der Rotorenspitze von 300 Stundenkilometern. Moderne Windkraftanlagen seien mittlerweile bis zu 240 Meter hoch, weil erst dann richtig rentabel - und die Entwicklung gehe weiter. Die TA Lärm sei als Regelungsvorschrift für die Genehmigung eines Windparks ungeeignet, da sie den Infraschall nicht erfasst.

Auf die Auswirkungen für die Kulturlandschaft in Baden-Baden und im Murgtal ging Detlef Heuser ein. Hochrangige Schutzgebiete seien vorhanden, es gibt ganzjährig geschützte Tierarten. Er sieht eine Gefährdung für Tourismus und Wirtschaft sowie die Bewerbung Baden-Badens als Weltkulturerbe.

Geländeverbrauch in Waldgebieten, Bodenversiegelung durch die großen Betonfundamente, Beunruhigung in der Bauzeit, Brandgefahr und Eisschlag waren weitere Themen. Mit Visualisierungen wurden den Besuchern die Dimensionen der Windräder verdeutlicht.

"Unsere Visualisierungen sind keine Hirngespinste", behauptete BI-Mitbegründer Ansgar Gernsbeck. Der gebürtige Forbacher und Vorsitzende der CDU-Fraktion im Baden-Badener Gemeinderat beleuchtete die rechtliche Situation. Die technischen Möglichkeiten hätten sich weiterentwickelt, die Vorgaben des Regionalplans seien nicht mehr aktuell. Wenn die Vorranggebiete rechtskräftig würden, könne niemand mehr dagegen klagen, warnte er. Die Gemeinderäte hätten es noch vier Wochen lang in der Hand, die Normenkontrollklage "ist ein Muss". Die Energiewende sei wichtig und richtig, "aber die bisherige Planung aufgrund neuer Erkenntnisse abzulehnen".

Bei der Fragerunde warnte die Forbacher Grünen-Räten Margrit Haller-Reif vor "Panikmache". Die Wasserkraft sei ausgeschöpft, der Löwenanteil der erneuerbaren Energien komme aus der Windkraft. Sabine Reichl, CDU-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, sprach im Schlusswort von der Verpflichtung, darüber nachzudenken, was jetzt zu tun sei.

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