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"Von vollen Netzen träumt jede Pfarrerin" - nicht nur beim Abschied
Der Kirchengemeinderat verabschiedet sich von Helga Lamm-Gielnik (Mitte).  Foto: Gareus-Kugel
09.07.2018 - 00:00 Uhr
Gaggenau (vgk) - Auch ein bisschen Wehmut gehört zu einem Abschied, wenngleich, wie mehrfach zu hören war, einem Abschied auch immer etwas Neues, Spannendes innewohnt. Fast bis auf den letzten Platz gefüllt präsentierte sich gestern zum Sonntagsgottesdienst die Markuskirche. Wie bereits berichtet, verlässt in wenigen Tage Pfarrerin Helga Lamm-Gielnik die evangelische Kirchengemeinde Gaggenau in Richtung Freiamt. Die Entpflichtung sprach Pfarrerin Margarete Eger, die stellvertretende Dekanin des Kirchenbezirks Baden-Baden und Rastatt.

Vor 13,5 Jahren wurde Lamm-Gielnik auf die Pfarrstelle der Markusgemeinde berufen. Die evangelische Kirchenordnung besagt jedoch, dass Pfarrer nach Möglichkeit nach zwölf Jahren in eine andere Kirchengemeinde zu wechseln haben. Welche Wertschätzung die Theologin in Gaggenau genießt, zeigte die Anwesenheit von Vertretern unterschiedlichster Konfessionen.

"Wir nehmen heute wahr, was Sie in der Gemeinde getan haben. Jetzt ist es an der Zeit, den Staffelstab weiterzureichen", sagte Eger und setzte fort, "alles kommt einmal zum Ende, auch wenn dies schwerlich in einer Kirche gesagt werden kann, denn Gott ist ewig." In die Zukunft blickend, meinte Eger: "Wenn wir nicht träumen, können wir keine guten Schiffe bauen, auch können wir keine guten Pfarrer sein." Damit bezog sich die Pfarrerin auf die Predigt von Lamm-Gielnik, anlehnend an die Schriftlesung "Der große Fischzug" aus dem Lukas-Evangelium.

Die Scheidende lud die Gemeinde ein, mit ihr ein wenig zu träumen. Als Metapher bemühte sie das Bild von den vollen Fischernetzen, die Petrus aus dem See zog, und Jesus, der vom Schiff aus predigte, damit ihn alle am Seeufer hören konnten. "Von vollen Netzen träumt jede Pfarrerin und jeder Pfarrer, von einer rappelvollen Kirche, nicht nur bei der Verabschiedung einer Pfarrerin und an Feiertagen", führte Lamm-Gielnik aus. Es seien auch die Menschen, die die Botschaft nicht verstehen, die sie in der Zeit ihrer Tätigkeit interessieren.

Auch vergaß es die Pfarrerin nicht, dem Posaunenchor und Leiter Walter Bradneck beim Psalm 150 zu gratulieren. Er fordert auf, mit Posaunen Gott zu loben. Sie wünschte den Musikern, dass ihnen nicht der Atem ausgehe zum Lob Gottes. Ihren Ursprung hat diese Art von Kirchenmusik in den ersten Freiluftgottesdiensten des 19. Jahrhunderts.

Die Grüße und Segenswünsche der katholischen Seelsorgeeinheit und von Pfarrer Tobias Merz überbrachte Georg Bierbaums, der Vorsitzende des katholischen Gesamtkirchengemeinderats. Auch dankte er Pfarrerin Lamm-Gielnik für die gelebte Ökumene. Sehr persönliche Worte des Dankes fand Holger Rohwer vom Rohwer-Hof. Er erinnerte unter anderem an die Gottesdienste an den ersten Weihnachtsfeiertagen, die auf dem Hof stattfanden. Sie sind ein Teil des Konzepts, Kirche unter die Menschen zu bringen.

Es ist kein Tag der Trauer, sondern ein Tag des Aufbruchs und der Hoffnung sowie des Neuanfangs, "danke für Ihr Wirken", sagte Michael Pfeiffer. "Es war immer eine gute Zusammenarbeit. Man wird ihre Fußstapfen noch lange hier finden", ergänzte der Bürgermeister.

Heimat, Zukunft und wichtige Aufgaben wünschte seiner Kollegin Pfarrer Arno Knebel. Er übernimmt in der Zeit der Vakanz die Vertretung von Lamm-Gielnik. "Neues wagen, nicht weil das Alte sich nicht bewährt hat, weil Du spürst, dass Gott einen anderen Weg vorgesehen hat", gab Jutta Walter, die Vorsitzende des Kirchengemeinderats, ihr mit auf den Weg. Das älteste Kirchengemeinderatsmitglied Marianne Lang erinnerte an mutige Neuerungen wie den Literaturgottesdienst, den Dialog mit der muslimischen Gemeinde, die Gastprediger und die offene Kirche.

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