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Afrikanische Trommelklänge im Murgtal
Die Ordensschwestern Maria Goretti, Jureka, Barbra und Noreen (von links) machen derzeit Urlaub in Forbach.  Foto: Vogt
14.07.2018 - 00:00 Uhr
Von Katharina Vogt

Forbach - Wenn Sister Noreen (24 Jahre alt, aus Sambia), Sister Jureka (28) und Sister Barbra (27) (beide aus Simbabwe) und Sister Maria Goretti (27) aus Kenia über ihre Eindrücke aus Deutschland erzählen, dann kristallisieren sich zwei Punkte heraus: dass hier so wenige Menschen leben und dass das Leben in Deutschland so billig ist. Derzeit verbringen sie ihren Jahresurlaub von zwei Wochen in Forbach im Haus von Kurt und Hildegard Gernsbeck.

Allerdings nur noch wenige Tage, denn dann werden die Schwestern ins Kloster der Missions-Dominikanerinnen vom Heiligsten Herzen Jesu nach Strahlfeld zurückfahren. Dorthin sind sie für ein Jahr abgeordnet, bevor sie wieder in ihre Ordenshäuser nach Afrika reisen werden.

Hildegard Gernsbeck hat eine Schwester, die Ordensfrau Brigitte, die im Kloster Strahlfeld in der Oberpfalz lebt. Nahe der tschechischen Grenze arbeiten dort auch die vier fröhlichen afrikanischen Ordensfrauen. "Dort habe ich zum ersten Mal Schnee gesehen", Sister Barbra ist immer noch begeistert, wenn sie an den Winter denkt, den sie erlebt hat.

Kurt und Hildegard Gernsbeck beherbergen nicht zum ersten Mal Schwestern aus Strahlfeld. "Aber die vier sind die ersten aus Afrika", erzählt Hildegard Gernsbeck. Die Schwestern lachen darüber, dass vor allem Kinder ihre Haut anfassen möchten. "Sie wollen wissen, ob die Schokolade abgeht." Sister Barbra freut sich, wenn sie direkt angesprochen wird. "Wir haben uns daran gewöhnt", erklärt Maria Goretti, die in Kenia als Krankenschwester arbeitet. Ihre drei Mitschwestern sind Lehrerinnen und Erzieherinnen. Schwester Jureka erzählt: "Bei uns tragen alle Kinder Schuluniformen, haben die gleichen Schultaschen und bekommen die Haare kurz geschnitten, Handys müssen zu Hause gelassen werden." In den kirchlichen Schulen gelten strenge Regeln, aber dafür gibt es kleinere Klassen als in den öffentlichen Schulen.

Noch haben alle vier Schwestern die ewige Profess nicht abgelegt, sie tragen zwar bereits das Ordenskleid, haben aber insgesamt fünf Jahre Zeit, bis sie sich endgültig entscheiden, die ewigen Gelübde abzulegen. "Wir werden intensiv begleitet in dieser Zeit, führen viele Gespräche und finden immer ein offenes Ohr", erzählt Noreen, die jüngste in der Gruppe.

Arbeit, Gehorsam und Gebet

Aus der Familie und von den Freunden komme immer wieder die Frage: "Willst du das wirklich?" erzählen sie. Das Leben als Nonne sei von Arbeit, Gehorsam, Keuschheit und Gebet geprägt. Bis zur ewigen Profess werden sie jedes Jahr ihr vorläufiges Gelübde erneuern.

Bislang haben es die Vier nicht bereut, diesen Weg gegangen zu sein. "Unsere Gemeinden sind so lebendig, die Kirche tut so viel für die Menschen und ist im Alltag immer dabei. Nach der Sonntagsmesse zum Beispiel gibt es immer die Verkündigungen. Da sagt der Priester, wer ein Baby bekommen hat, wer krank ist oder andere Dinge. Dann gehen die Menschen zu den Familien zum Besuch und bringen eine Kleinigkeit mit", berichtet das Quartett. Die Frauen erzählen auch von vielen Aktivitäten, die von den Kirchengemeinden organisiert werden, nicht nur Gebete, auch Feiern und Feste, Reisen und gemeinsames Tanzen - das sei ganz wichtig.

Der Alltag in ihren Heimatländern ist nicht einfach. "Bei uns ist alles sehr teuer. Essen, Kleidung, einfach alles. Das Wasser holen wir aus dem Fluss und tragen es auf dem Kopf heim, Strom gibt es nur manchmal. Daher lernen wir schon früh, sehr sparsam zu sein, nichts wegzuwerfen und alles weiterzuverwenden", erklärt Barbra. Und Noreen ergänzt: "Wir teilen das wenige, das wir haben."

Am vergangenen Sonntag haben sich die vier Schwestern nach dem Gottesdienst in Forbach musikalisch und tanzend vorgestellt, denn sie haben ihre Trommeln dabei. "Vielleicht bringen wir sie am Sonntag nach Gausbach zum Patrozinium wieder mit." Vorher will Hildegard Gernsbeck aber mit ihnen nach Karlsruhe fahren, "damit sie sehen - auch bei uns gibt es große Städte mit vielen Menschen."

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