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Mutter vergießt Tränen wegen Drogen-"Engels"
Von Geldwäsche in großem Stil kann bei der am Dienstag in Gernsbach angeklagten Frau nicht die Rede sein.  Foto: dpa
19.07.2018 - 00:00 Uhr
Gernsbach (ham) - "Ich bin reingefallen durch mein eigenes Blut und Liebe", beteuerte die Mutter und schob bei ihrem unfreiwilligen Schlussplädoyer unter Tränen nach, "ich hätte das niemals von ihm gedacht!" Ihr Sohn dealte im großen Stil mit Marihuana und Kokain und gab der 46-Jährigen unter fadenscheinigen Begründungen mindestens 8000 Euro - weshalb sich die Baden-Badenerin wegen Geldwäsche in drei Fällen vor dem Amtsgericht in Gernsbach verteidigen musste.

Dabei war die inzwischen unter Depressionen leidende arbeitsunfähige Bedienung auch noch völlig auf sich alleine gestellt, weil ihr Anwalt am Morgen abgesagt hatte. Unter Tränen schilderte die gebürtige Offenburgerin das Geschehen aus ihrer Warte. "Ich habe so einen Schock gekriegt", erzählte die Frau heulend vom Moment, als sie erfuhr, dass ihr einziges Kind als "Pate von Baden-Baden" nach rund halbjähriger Observierung von der Ermittlungsgruppe "Engel" verhaftet wurde. Der Deutsch-Italiener sitzt inzwischen für viereinhalb Jahre in Haft. Er hatte "kiloweise mit Marihuana und Kokain" gehandelt. Bei der Verurteilung wurden von ihm rund 48500 Euro eingezogen - seiner Mutter gaukelte der 26-Jährige jedoch vor, er arbeite erfolgreich als Security und Personal Trainer und habe überdies "einmal Glück im Casino gehabt".

So bekam die Angeklagte von ihm laut der Staatsanwaltschaft am 30. Dezember 2016 wohl bis zu 9700 Euro. Einmal sollen zudem "mehrere tausend Euro" geflossen sein, dazu sogar 24000 Euro. "So viel Geld habe ich nie in meinem Leben auf einmal gesehen!", bestritt dies die phasenweise in Loffenau lebende Frau. Da sie offensichtlich die Übersicht über die Finanzen verloren hatte, schätzte die 46-Jährige den Betrag auf "8000 Euro", den sie für ihren Sohn "zwischen den Kleidern im Schrank" verwahrte. Der Verurteilte hatte ihr das Geld unter dem Vorwand gegeben, dass er es "sonst ausgibt". Die Angeklagte wollte ihm allzu gerne beim "Sparen" helfen und freute sich über dessen vermeintlich positives Bestreben. Als er plötzlich 7000 Euro brauchte, um Schulden beim Onkel aus Berlin zu bezahlen, fragte sie ihn noch verzweifelt, wofür er das Geld brauche, er wolle "doch sparen".

Blauäugig überwies sie häufiger über ihr Konto die Miete für seine Wohnung und anderes. Den Vorwurf, sie habe sogar 24000 Euro reingewaschen, ließ die Staatsanwaltschaft rasch fallen. Der Kriminalkommissar der Ermittlungsgruppe widersprach dem ersten Eindruck von Abhörprotokollen. Es sei wohl um den 24000 Euro teuren Range Rover des Angeklagten gegangen - und für den hatte die Kurstädterin zwei Leasing-Raten von je 345 Euro überwiesen.

Mit ihrem "aggressiven Sohn", zu dem sie leider seit Jahren nur wenig Kontakt gehabt habe, gab es auch Zwist wegen der Höhe der aufbewahrten Gelder. Dies wie Erinnerungslücken bei Fragen von Richter Ekkhart Koch belegten bei der Angeklagten Schwächen in Sachen Finanzen.

Ganz frei von Schuld wollte sie daher der Amtsgerichtsdirektor trotz des mütterlichen Eingeständnisses - "Ich war so dumm, dass ich ihm glaubte!" - nicht sprechen. Den Antrag der Staatsanwältin, die insgesamt 4860 Euro (180 Tagessätze zu 27 Euro) als Geldstrafe forderte, milderte Koch ab. "Mutterliebe gut und schön", schrieb er der Angeklagten ins Stammbuch, hätte man schon etwas merken müssen, "wenn jemand so dicke Dinger dreht und Legenden aufbaut". Die Vorwürfe der Geldwäsche hätten "sich in zwei Fällen teilweise bestätigt". Weil sich die Frau jedoch nicht selbst bereicherte und das Vorstrafenregister bis dato makellos war, beließ er dies so mit nur 80 Tagessätzen zu je 25 Euro. Die enttäuschte Mutter kann die 2000 Euro in 20 Monatsraten abbezahlen.

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