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Wer Wolf will, muss Tierhalter unterstützen
26.07.2018 - 06:59 Uhr
Von Markus Mack

Forbach - Ohne Weidewirtschaft gibt es keine Offenhaltung der Landschaft, sagte Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch (CDU) bei ihrem Besuch in Bermersbach. Deshalb sei es wichtig, die Weidetiere vor dem Wolf zu schützen: "Wer den Wolf will, muss die Tierhalter unterstützen."

Auf Einladung der Landtagsabgeordneten Sylvia Felder (CDU) war die Staatssekretärin aus dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz ins Murgtal gereist, um sich vor Ort die Sorgen und Nöte der dortigen Weidetierhalter anzuhören. "Das Thema Wolf treibt uns seit Monaten um", betonte Gurr-Hirsch. Die Freihaltung der Landschaft sei wichtig, aus Gründen der Bio-Diversität dürfe der Wald nicht wieder überhandnehmen. Genau dazu werden die Weidetiere gebraucht. Die ehrenamtlichen Tierhalter und deren Unterstützer müssen stärker gefördert werden: "Wir laufen auf ein Problem zu, den Wolf nehmen wir sehr ernst", erläuterte Felder.

Auch Tierhalter aus dem Murgtal waren nach Bermersbach gekommen. Tenor der Beiträge: Sie wollen ihre Tiere schützen und sehen in diesen mehr als nur den Nutzen. "Wir halten keine Tiere, damit der Wolf etwas zu fressen hat", verdeutlichte es Armin Benz aus Michelbach, der dort mit Mutterkühen, Ziegen und schwäbisch-hällischen Schweinen schwer zugängliche Flächen freihält. "Wir schaffen nicht aus Jux und Tollerei", pflichtete ihm Willi Klumpp von der Weidegemeinschaft Reichental bei. Mit 18 Rindern und neun Ziegen hält die Gemeinschaft Grundstücke in schwierigem Terrain frei.

Die Problematik der Finanzierbarkeit der Schutzzäune verdeutlichte Hans-Jörg Wiederrecht, der Vorsitzende der Ziegenfreunde Bermersbach. Die von Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) zugesagten 90 Prozent Förderung für den Zaunbau bezögen sich lediglich auf die Netto-Materialkosten. Nur wenn die Zäune wolfssicher sind, gebe es eine Entschädigung für gerissene Tiere. Bei 28 Kilometer Zaunlänge beliefen sich die Kosten auf rund 13000 Euro. Dazu kämen mindestens 672 Arbeitsstunden, um den Zaun von bisher drei stromführenden Drähten auf fünf aufzurüsten. "Das ist für die Vereinsmitglieder nicht leistbar", stellte Wiederrecht klar, die Arbeiten müssten vergeben werden.

Rund 32000 Euro Lohnkosten kalkuliert der Vorsitzende dafür, insgesamt käme die Wolfssicherheit des Zauns mit einer Höhe von 90 Zentimetern so auf rund 45000 Euro. Diesen stünden nur rund 9800 Euro an Rückerstattung für das Material entgegen, das ergebe eine Förderung des Landes von 21 Prozent. Die Regelung gehe an der Realität vorbei, meinte Wiederrecht. Außerdem müsse der Tierhalter das Geld vorstrecken und aufwendige Anträge zur Förderung stellen. Zudem bleibe die emotionale Seite außen vor. Sich jeden Morgen fragen zu müssen: "Was ist mit meinen Tieren, wenn ich auf die Weide komme? Das will keiner haben", betonte Wiederrecht. Im schlimmsten Fall bleibe nur die Aufgabe der Weiden.

Andreas Merkel als Vertreter der Stadt Gaggenau befürchtet negative Auswirkungen auf das Landschaftsbild, sollte die Beweidung nicht fortgeführt werden können. Diana Fritz vom Landschaftserhaltungsverband Rastatt machte auf vertragliche Vereinbarungen mit Haltern aufmerksam, die diese nicht mehr wahrnehmen könnten, wenn der Wolf ihre Tiere gerissen hat.

"Wir müssen mehr tun in Baden-Württemberg, um den Landschaftspflegern die Möglichkeit zu geben, ihre Arbeit vernünftig zu machen, lautete das Fazit von Sylvia Felder.

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