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Wenn der Ast bricht: Die vielen Früchte sind nur der Auslöser
01.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Voll wie selten hängen die Obstbäume, doch viele von ihnen sind der Last nicht gewachsen - abgebrochene Äste sind oft zu sehen. Experte Uwe Kimberger vom Landratsamt Rastatt beantwortet die wichtigsten Fragen:

Warum brechen derzeit die Äste in so großer Zahl?

Der starke Behang ist nur der Auslöser, das Abbrechen selbst hat andere Ursachen: Pilzbefall im Holz oder Risse durch Belastungen oder mechanische Schäden. Zum Beispiel, wenn ein Fahrzeug dagegen gefahren ist. Prinzipiell können sowohl Stein- als auch Kernobst betroffen sein; aber Pflaumen, Zwetschgen, Reineclaude und Birnen sind wegen ihres weichen Holzes empfindlicher. Apfelbäume können einer Belastung länger standhalten. Es kann von Vorteil sein, wenn Äste bis auf den Boden reichen, sie stützen sich dann zu einem gewissen Grad selbst.

Wie lässt sich das Abbrechen verhindern?

Mit Holzstützen kann man die Äste stabilisieren. Bei heftigen Böen kann es trotzdem passieren, dass der Wind die Äste quasi herausdreht.

Reifen Früchte an abgebrochenen Ästen weiter?

Wenn ein Ast vollständig abgebrochen ist, gibt es kein Nachreifen mehr - anders als bei Tomaten. Wenn der Ast allerdings nicht vollständig abgetrennt ist, können die Früchte weiterreifen. Man sollte in diesem Fall den Ast also zunächst nicht entfernen, sondern erst nach der Ernte absägen.

Wichtig: An den Wundstellen nicht herumdoktern oder diese gar mit irgendwelchen Abdichtmassen zuschmieren.

Ist das Risiko brechender Äste bei ungepflegten Bäumen größer?

Der nicht fachgerechte Schnitt ist ein Grundproblem, betont Uwe Kimberger. Richtiger Schnitt unterstütze das Ziel eines "ruhigen Baumes", der ausgeglichen ist in Ertrag und Wachstum. Durch falschen Schnitt gebe es in vielen Fällen zwar Ertrag, aber kaum Wachstum - oder eben starkes Wachstum und wenig Ertrag.

Auffallend ist die hohe Zahl von Früchten in diesem Jahr.

Nach dem frostbedingten Ausfall 2017 hatten die Bäume ein ganzes Jahr Zeit, sich nicht nur vom Frost zu erholen, sondern auch, um optimal Blüten auszubilden. Hinzu kommt: Es gibt dieses Jahr - auch dies eine Folge von 2017 - sehr wenige Blüten- und Blattschädlinge.

Auffällig ist auch, dass viele Früchte herabfallen. Welche Rolle spielt die Trockenheit?

Anhaltende Trockenheit ist nicht Ursache des derzeitigen Herabfallens. Früchte, die fallen, sind in der Regel wurmig. Bei Trockenheit trennt sich ein Baum zuerst vom Laub, bevor er Früchte abwirft. Denn oberstes Ziel ist es, die eigenen Samen zur Reife zu bringen.

Lohnt es sich, Bäume zu wässern?

Wässern ist sinnvoll. Alles, was nicht länger als zwei Jahre steht, muss unbedingt gegossen werden, ebenso ältere Bäume auf sandigem Substrat. Während ein alter Baum bei Trockenheit lediglich Blätter abwirft und in seiner Entwicklung stagniert, überstehen junge Bäume anhaltende Dürre nicht. Allerdings muss man etwaige Entnahmeverbote von Wasser beachten.

Wie ist die Prognose fürs nächste Jahr? Wegen des starken Behangs wird es 2019 beim Kernobst einen schwachen Behang geben. Auch der Schädlingsbefall wird 2019 sicher stärker sein.

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