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Murg bleibt vorerst draußen
01.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach - Die Verkehrsführung in der Innenstadt bleibt wie sie ist, das Haus Olinger in der Salmengasse 3 weicht einem Neubau, mit dem der Salmen- und der Kelterplatz verbunden werden sollen: Das sind die wesentlichen Punkte des Grundsatzbeschlusses, den der Gemeinderat am Montagabend bei brütender Hitze mehrheitlich (14 Ja-, acht Neinstimmen) beschlossen hat.

"Wir haben die Weichen für den Verkehr im Bereich Innenstadt-Mitte jetzt langfristig gestellt", freute sich Bürgermeister Julian Christ, der sich einmal mehr auf die Stimmen von Freien Bürgern und SPD verlassen konnte. CDU und Grüne stimmten dagegen, die zentralen Elemente der bisherigen Verkehrsführung beizubehalten. Zum einen, weil damit der Traum, die Murg im Bereich der Igelbachstraße in die Stadt zu holen, geplatzt sei (CDU), zum anderen, weil durch die Beibehaltung des Status quo der Notwendigkeit, in der Mobilität neue Wege zu gehen, keine Rechnung getragen werde (Grüne).

Im Einzelnen hat sich der Gemeinderat mehrheitlich dafür ausgesprochen, die geltenden Einbahnstraßenregelungen in Gottlieb-Klumpp-, Bleich- und Igelbachstraße sowie Salmengasse auf Dauer bestehen zu lassen. Die Tempo-30-Begrenzung in der Bleichstraße soll künftig nicht mehr an der Stadtbrücke enden, sondern auch für die Igelbachstraße gelten. Die Stadt werde hier bei der zuständigen Straßenverkehrsbehörde auf eine entsprechende Änderung drängen, kündigte der Bürgermeister an. Außerdem hat sich der Gemeinderat darauf verständigt, Bleich- und Igelbachstraße durch bauliche Veränderungen aufzuwerten. Gedacht ist unter anderem an eine Verbreiterung der Gehwege. Die verabschiedeten Eckpunkte sehen darüber hinaus einen durchgehenden Fußgänger- und Radweg im Bereich des Blumenwegs vor. Durch den Abriss des Gebäudes Salmengasse 3 sollen Kelterplatz und Salmenplatz miteinander verbunden werden. Das Gesamtpaket von Maßnahmen schließt damit den gegenläufigen Verkehr im Bereich der Gottlieb-Klumpp-Straße sowie die Einrichtung eines Kreisverkehrs hin zur Salmengasse dauerhaft aus. "Wir haben uns bewusst gegen die Gegenläufigkeit entschieden. Denn diese hätte ein Zerschneiden des Salmenplatzes bedeutet und jahrelangen Stillstand verursacht", meinte Bürgermeister Christ: "Diese Grundsatzbeschlüsse fügen sich hervorragend in die Erneuerung des Kelterplatzes ein, die wir im Rahmen des Neubauprojekts der Volksbank ohnehin angehen wollen."

Für die CDU-Fraktion verbaue dieser Grundsatzbeschluss allerdings "die Chance für unsere Kinder und Enkel, die Murg in die Innenstadt zu holen", wie Sylvia Felder betonte. Sie warnte, eine Sichtachse vom Rathaus über den Salmen- auf den Kelterplatz "voller Blech" entstehen zu lassen. "Ziel müsste es sein, eine Sichtachse zur Altstadt zu schaffen." Der Neubau Olinger verhindere die Gegenläufigkeit der Gottlieb-Klumpp-Straße auf Dauer; Stand jetzt sei diese noch möglich, was auch das Verkehrsgutachten bestätigt habe. Das spielte in der öffentlichen Sitzung am Montag aber überhaupt keine Rolle. Darüber ärgerte sich Felder ebenso wie über den ihrer Meinung nach fehlenden Sachvortrag zur Gesamtthematik. Diese sei für die Bürger der Stadt zu wichtig, als dass sie größtenteils nicht-öffentlich in einem Gemeinderats-Workshop versteckt werden dürfe.

Diesen Vorwurf wiesen Verwaltung, SPD und Freie Bürger zurück. "Jedem Gernsbacher ist die Problematik bekannt", betonte Guido Wieland (SPD), von daher sei es "einfach überzogen" zu behaupten, die Bürger seien nicht ausreichend informiert. Seine Fraktion und die der Freien Bürger fühlten sich an den Gemeinderats-Konsens von 2008 gebunden. Sie forderten, der Verwaltung einen klaren Handlungsauftrag zu geben, was durch diesen Beschluss erreicht werde. "Wir sehen keine Notwendigkeit, die Verkehrsführung noch mal zu ändern, das würde eine Verschlechterung bedeuten", erklärte Dr. Irene Schneid-Horn. Die SPD-Fraktionschefin verwies darauf, dass man viele Möglichkeiten habe, die Murg erlebbar zu machen - etwa am Katz'schen Garten, am Mühlgrabenweg oder am Pfleiderer-Areal. Auch Uwe Meyer, Fraktionsvorsitzender der Freien Bürger, warb für eine Beibehaltung der Verkehrsführung: "Eine zweispurige Salmengasse würde unsere Innenstadt-Mitte teilen." Und die Gegenläufigkeit in der Gottlieb-Klumpp-Straße würde seiner Meinung nach gar einen Verkehrskollaps verursachen - angesichts der Engstelle Wohn- und Geschäftshaus, der Bahnübergänge und der Abbiegespuren.

"Wir haben andere Möglichkeiten, mehr Grün in die Stadt zu holen", betonte auch Thomas Knapp (FBVG). Er bat darum, an die Gewerbetreibenden zu denken, die von der aktuellen Verkehrsführung profitierten. Das sahen vor allem die Christdemokraten anders: "Das Gewerbe spielt sich auf beiden Seiten der Igelbachstraße ab. Wenn ich die aufwerte, werte ich das Gewerbe auf", fasste Landtagsabgeordnete Sylvia Felder zusammen.

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