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"Die Fronten sind scharf gezogen"
Vertreter der Bürgerinitiative Giftfreies Gernsbach übergeben Bürgermeister Julian Christ (Dritter von links) einen Wunschzettel der Bürger für das Pfleiderer-Areal. Foto: Juch
04.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Hartmut Metz

Gernsbach - "Wir sind aktiver denn je! Julian Christ kriegt uns nicht so leicht unter die Erde wie das Gift!", ärgert sich Stefan Krieg als Sprecher der Bürgerinitiative Giftfreies Gernsbach (BiGG). Im "Schulterschluss" mit der CDU und den Grünen startete die BiGG am Donnerstagabend eine Bürgerumfrage zum Pfleiderer-Areal, die am Ziel festhält, das verseuchte Gelände "weitgehend vollständig zu entgiften".

Die beiden Parteien im Gemeinderat eröffnen damit bereits den Kommunalwahlkampf, um im Mai 2019 an der Urne die Mehrheit der SPD und FBVG zu brechen. "Es fehlt an Mut und Visionen bei Herrn Christ und den beiden anderen Fraktionen", befindet Frauke Jung mit Blick auf den verpassten Bürgerentscheid. Die Vorsitzende der CDU-Gemeinderatsfraktion rückt nicht von ihrem "ganzheitlichen Lösungskonzept" beim Pfleiderer-Areal ab, wie es Krieg nennt. Zubetonieren und zwei Supermärkte drauf lehnt Eric Peplau als Grünen-Vertreter und Gaggenauer Stadtrat als "bequeme und schnelle Lösung" ebenfalls ab. Durch die Bürgerumfrage soll der "Druck" auf das Rathaus und die SPD und FBVG im Gemeinderat erhöht werden. Krieg fügt an, dass Vertreter der BiGG im Mai auf den Listen der CDU und Grünen antreten werden.

Was Krieg nun zusätzlich erregt, ist die neue Hochglanzbroschüre der Stadtverwaltung: Der als "Bürgerinformation" deklarierte achtseitige "Abschlussbericht zur Arbeit des Lenkungskreises" suggeriere, die BiGG sei Geschichte und eine beendete Episode: "Zwischenzeitlich hatte sich auch eine Bürgerinitiative gegründet, ...", heißt es auf Seite zwei.

Die von Christ verordnete "Denkpause" hält die neue Koalition, die sich "über die Parteigrenzen hinweg" zusammenfand, für vorgeschoben. Manch einer fürchtet, dass in den Sommerferien weitere Pflöcke eingeschlagen werden angesichts der Mehrheitsverhältnisse. "Die anderen Fraktionen werden ihre Meinung nicht ändern", weiß Jung und Peplau unterstreicht: "Die Fronten sind scharf gezogen." Deshalb soll die Bürgerumfrage den Druck erhöhen, nachdem der Bürgerentscheid nicht das erforderliche Zwei-Drittel-Votum im Gemeinderat gefunden hatte. "Wir sind alle der Meinung, dass eine Bürgerbeteiligung sein muss, um ein Stimmungsbild in Gernsbach zu ermitteln", hofft Krieg auf weiteren "Erkenntnisgewinn" und "politischen Druck", damit Christ das Thema "nicht mit einfacher Mehrheit im Gemeinderat durchdrückt".

Neue Umfrage beginnt bereits

Die Umfrage startet ab sofort in der Altstadt und am Salmenplatz. Mitglieder der BiGG wollen die Bürger ansprechen. Peplau kann sich auch eine Haustür-Aktion der Grünen vorstellen. Die Umfrage sei "nicht zeitgebunden", ergänzt Krieg und erhofft sich eine "noch höhere Zahl als im Vorjahr", als die BiGG 1870 gültige Unterschriften und knapp 18 Prozent der Wahlberechtigten für eine Unterschrift zugunsten eines Bürgerentscheids gewann. "Wir wollen mit einer guten Zahl in den Sommerferien starten und danach mehr erreichen", gibt Jung die Marschroute vor. Aufgeben ist für das Trio, das zusammen mit Stefan Eisenbarth (CDU) am Donnerstagabend die neue Vier-Punkte-Kampagne vorstellte, keine Option. "Wir haben zwar ein paar Niederlagen eingesteckt, aber Erfahrungen gewonnen", sagt Krieg und wehrt sich gegen die "Lösung mit der Brechstange nach 13 Jahren". Ihn treibe "Städtebau und Architektur als Beruf um". Daher sei es ihm wichtig, das Pfleiderer-Areal als "1a-Lage" zu entwickeln.

"Mit dieser Vergiftung ist keine hochwertige Nutzung möglich", meint er und bezeichnet die angedachten zwei Supermärkte als "flächenfressende Bauten", die den Einzelhandel in der Innenstadt schwächten. Gegen das Zubetonieren der "tickenden Zeitbombe" wettert ebenso Peplau, der eine "unglaubliche Chance, die Stadt und die Region touristisch attraktiver zu machen, nicht verschenken will". Deshalb plädiert der Grüne wie Jung für einen "Park und eine schöne Wohnentwicklung" auf dem potenziellen Filetstück bis hin zur Esso-Tankstelle.

Nach den Sommerferien will die BiGG montags (ab 10. September) wieder Mahnwachen am Pfleiderer-Areal halten. Vor jeder Gemeinderats-Sitzung sollen zudem die aktuellen Zahlen der laufenden Umfrage verkündet werden.

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