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Von Heimat, Heimweh und Heimatlosen
Von Heimat, Heimweh und Heimatlosen
06.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Raimund Götz

Forbach - Noch bevor die Republik sich einen Minister für Heimat installierte, beschäftigten sich die "Sen!oritas" mit dem Thema Heimat. Was Margot Trawka, Katharina Vogt, beide Text und Gesang, und Lenchen Kneisch (Piano) an Musikalischem und an Versen zusammentrugen, präsentierten sie am Samstag mit eigenen Gedanken unter dem Motto "Heimat, was sonst" bei der Premiere im voll besetzten Ochsensaal in Langenbrand.

In den Liedern und Gedichten ist der Begriff "Heimat" nicht unbedingt im Titel zu finden. Sollte "Heimat, Deine Sterne" in den Kriegszeiten vom Sterben ablenken, so wurde das Heimweh der ersten Gastarbeiter von Conny Froboess 1962 mit "Zwei kleine Italiener" besungen, und mit seinem "Griechischen Wein" fasste Udo Jürgens die Fremdheit und die Sehnsucht in Worte und Noten.

Herrmann Hesse meint in "Gegenüber von Afrika", Heimat haben ist gut. Theodor Fontane sagt: "Das Haus, die Heimat, die Beschränkung - die sind das Glück und sind die Welt". Hochaktuell aus der Feder des Dichters ist "Das Trauerspiel von Afghanistan". Er hatte es 1859 verfasst. Ihre Heimat, ihre Häuser sind zerstört und sie klopfen an unsere Tür. Und dabei haben sie nur die Hoffnung auf eine Heimat, auf ein sicheres Leben. Sie, die Flüchtlinge, werden kaum in ihre Heimat zurückkehren, und wenn doch, werden sie diese nicht mehr wiedererkennen.

August der Starke, Sachsen und sächseln sind für Margot Trawka ein Stück Identität, und in Langenbrand ist sie zu Hause.

Heimat kann überall verortet werden

Dass Heimat überall verortet werden kann, wird in dem Lied über die DDR deutlich. Harry Belafonte macht Hoffnung mit "Island in the Sun"; die Lage der Schwarzen, ihre Unterdrückung und Missachtung habe sich bis heute nicht groß gebessert. Mit "Swing low" und Alexandras "Zigeunerjunge" endete der erste, besinnlichere und ernstere Teil.

Gelöster und lockerer ging es nach der Pause weiter mit "So ein Mann" von Robert Frank Jacobi (Musik) und Wolfgang Hofer (Text) und "Küss mich, bitte, bitte" (Musik Hans Caste, Text Klaus S. Richter). "Angstgebet in Wohnungsnot", 1928 von Joachim Ringelnatz verfasst, hat auch nach fast einem Jahrhundert nichts an Aktualität verloren. Bei den "Schlössern, die im Monde liegen" aus der Operette "Frau Luna" und "Kauf Dir einen bunten Luftballon" machte das Publikum aktiv mit, durch den Saal schwebten Luftballons und Seifenblasen. Auch bei "Das ist die Berliner Luft" aus "Frau Luna" und bei "Seemann, Deine Heimat" brachten sich die Besucher begeistert ein.

Den Schluss markierte das von allen gesungene "Vor meinem Vaterhaus". Vorher machte sich Joachim Ringelnatz "Zukunftsgedanken", und "In der Fremde" kommt der Heimatlose Heinrich Heine zu Wort. Das Publikum erbettelte sich mit "Leipzig" von Joachim Ringelnatz und dem "Heimatlied" aus der Operette "Monika" eine Zugabe.

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