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Ein guter Kamerad, der für einige ein Buhmann ist
Leitet seit dem Jahr 2001 das Ordnungsamt der Stadtverwaltung Gaggenau: Dieter Spannagel.  Foto: stv
15.08.2018 - 00:00 Uhr
Gaggenau (red) - Für die einen ist er der Kamerad, auf den man immer zählen kann, für andere der Beamte, der ihren Ehebund beurkundete und für wieder andere schon auch mal der Buhmann. Die Rede ist von Gaggenaus Stadtbrandmeister und Ordnungsamtsleiter Dieter Spannagel, in Gaggenau sicherlich so bekannt wie der gern zitierte "bunte Hund".

Seit gut 45 Jahren ist er bei der Feuerwehr, vor 40 Jahren absolvierte er seine Staatsprüfung für den mittleren Verwaltungsdienst und startete seine berufliche Karriere in seiner Heimatstadt. Darüber hinaus engagiert sich der 59-Jährige als stellvertretender Kreisbrandmeister und bringt sich mit seiner Familie in den Gaggenauer Vereinen ein. Oberbürgermeister Christof Florus weiß, was er an dem erfahrenen Amtsleiter hat und schätzt vor allem seine Gewissenhaftigkeit und Verlässlichkeit sowie seinen Umgang mit den Bürgern. Umso mehr freute er sich, dass Dieter Spannagel der Stadt bereits seit vier Jahrzehnten die Stange hält.

Gestartet ist der junge Anwärter bei der Kämmerei. "Ich wusste damals aber schon, dass dies nichts für mich sein wird", erzählt Spannagel lachend, dass er bereits als junger Kerl mit dem Ordnungsamt liebäugelte. Doch zunächst ging es nach dem Studium an der Fachhochschule in Kehl im Jahr 1986 ins Hauptamt. 1989 wurde er zum Standesbeamten bestellt, bereits ein Jahr später übernahm er die Leitung des Standesamts. "Das war sehr interessant", erzählt Spannagel von den vielen Bürgerkontakten. Bis heute passiert es ihm, dass er auf der Straße von Paaren auf die Trauung angesprochen wird oder ihm auch spaßhaft die Schuld in die Schuhe geschoben wird, wenn die Ehe nicht so läuft. "Dabei sind eigentlich ja alle immer freiwillig gekommen", meint er.

Das ist bei seinem jetzigen Aufgabengebiet schon manchmal etwas anders. Im Ordnungsamt mündet nicht jeder Bürgerkontakt in Freudentränen. "Wenn ich eingeschaltet werde, dann wollen die Bürger meist den Chef sprechen und sind schon etwas ungehaltener", plaudert Spannagel aus dem Alltag, in dem sich Bürger über Knöllchen und Straßensperrungen beschweren. Im Jahr 2001 übernahm er das Ordnungsamt, zu dem auch das Bürgerbüro, das Ausländer- und Sozialwesen sowie das Standesamt gehören. Zu den ureigenen Aufgaben des Ordnungsamts zählen die Überwachung des ruhenden und fließenden Verkehrs, die Vergabe von Gaststätten- und Gewerbekonzessionen, das Erteilen von Sondernutzungen oder das Waffenrecht. "Ja eigentlich ist mit dem Ordnungsamt ein Traum für mich in Erfüllung gegangen", stellt Spannagel fest, um dann auch darauf zu verweisen, "dass es manchmal zum Albtraum werden kann." Insbesondere dann, wenn Vorwürfe auftauchen, "dass man zu wenig für die Verkehrssicherheit macht". Natürlich hat die Sicherheit der Bürger für ihn höchste Priorität und wird jede Entscheidung von allen Seiten beleuchtet und durchdacht getroffen.

Die Feuerwehr wurde ihm über seinen Vater regelrecht in die Wiege gelegt. Als 1974 die Jugendfeuerwehr in Gaggenau gegründet wurde, war er eines der Gründungsmitglieder. Wenige Jahre später engagierte er sich als Ausbilder und wurde schließlich Jugendwart, bis er 1992 die Leitung der Kernstadtwehr übernahm. Im Rückblick stellt er fest, "dass sich so viel gar nicht geändert hat. Die Begeisterung der heutigen Jugendlichen ist die gleiche wie früher bei uns auch", freut er sich, dass unter den knapp 400 Aktiven 93 Kinder und Jugendliche sind. Sorgen bereitet ihm die Einsatzbereitschaft während der üblichen Arbeitszeiten an Werktagen.

Seit mehr als 20 Jahren Stadtbrandmeister

Im Vordergrund steht für den Stadtbrandmeister, der im Jahr 1997 dieses Amt von seinem Vater übernahm, neben der Kameradschaft vor allem der Gedanke des Helfens. Der erfolgreiche Einsatz ist die Regel - doch es gibt Ausnahmen, in denen sich die Feuerwehrleute hilflos vorkommen.

Vor allem ein Ereignis wird Dieter Spannagel nie vergessen: als ein Kanufahrer in einem kalten Dezember von einem Sog am Murgwehr mitgerissen und immer wieder hochgespült wurde. Spannagel ist noch ins eisige Wasser gesprungen und hat versucht, dem Mann in der Notlage zu helfen. Aber es war nicht möglich. "Zusehen müssen und nicht helfen können, das geht einem sehr nahe." Genauso wie jüngst der tragische Unfall in der Goethestraße. Mit das schlimmste Ereignis, das Dieter Spannagel in seinen 40 Jahren bei der Stadt erlebte.

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