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30 Alpenpässe mit der Vespa erklommen
Hurra, doch geschafft! Waltraud Trapp erklimmt mit ihrer Vespa das 2 757 Meter hohe Stilfser Joch mit seinen extremen Kehren.  Foto: Roland Graetz
23.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Michael Wessel

Gaggenau - An das Kinderlied "Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad. Meine Oma ist ne ganz patente Frau!" denkt man unwillkürlich, wenn man hört, dass die Gaggenauerin Waltraud Trapp, seit 21 Monaten stolze Oma, mit ihrer Vespa im Juli 2067 Kilometer gefahren ist. Dabei hat sie auf dem Weg an den Gardasee und zurück mit bewusst geplanten Umwegen 30 Alpenpässe erklommen.

Die Berge haben es Waltraud Trapp angetan. Schon als Dreijährige fuhr sie mit ihrer Mutter im Hochschwarzwald Ski. Daraus entwickelte sich ein Hobby, das sie seither mit großer Freude und auch einigen sportlichen Erfolgen nicht mehr los ließ. Besonders die Dolomiten haben es ihr dabei angetan. Bei den winterlichen Skifahrten entwickelte sie in den vergangenen Jahren den Traum, einmal im Sommer mit ihrer Vespa über die Schweizer Alpen bis zum Gardasee zu fahren und den Rückweg über ihre geliebten Dolomiten zu wählen. "Lebe deinen Traum!", sagte sie sich und setzte das Motto in diesem Jahr um.

Es war schon ein etwas ungleich motorisiertes Paar, das dann am 22. Juli in Gaggenau startete: Ihr Ehemann Roland Graetz fährt eine Triumph Bonneville T100 mit immerhin 68 PS und sie eine vergleichsweise zierliche Vespa 300 GTS mit 21 PS.

Der erste Tag endete in Arbon am Bodensee. Von dort aus ging es über den 2383 Meter hohen Flüelapass mit seinen vielen Kurven und haarnadelförmigen Kurven nach St. Moritz. Die erste große Herausforderung war damit geschafft.

An gigantische Aussichten bei der Fahrt über den legendären Berninapass, dessen Scheitel auf 2235 Metern liegt, erinnert sich Waltraud Trapp. Sie schwärmt dabei auch über den Blick auf den 3900 Meter hohen Piz Palü mit seinem ewigen Eis - gilt er doch als einer der schönsten Gletscherberge überhaupt.

Enger als erwartet wurde es dann auf dem Croce Domini Pass, wo schon mal einigen Kühen das Vorrecht eingeräumt werden musste. Dabei kam es den beiden Bikern phasenweise vor wie ein Ritt durch das Niemandsland. Nach 741 Kilometern war am Ende des dritten Tages mit Bardolino das erste Ziel am Gardasee erreicht.

Am Folgetag ging die Tour in die Dolomiten und da nach Canazei im Fassatal. Von dort aus wurden an den beiden Folgetagen mit Begeisterung mehrere Pässe, unter anderem die Sella Ronda unterhalb der Marmolata, umfahren. Waltraud Trapp schwärmt heute noch von den vielen Kehren und Schluchten und besonders vom Fedaia-Stausee mit seiner imposanten Mauer und den Bergen im Hintergrund: "Einfach toll, geradezu kitschig und wie gemalt!"

Am sechsten Tag ging es über weitere Pässe bis nach Meran. Dort erlebten Waltraud Trapp und ihr Mann den Höhepunkt der Tour mit der Fahrt über das berühmt-berüchtigte Stilfser Joch mit seinen teilweise sehr engen 48 Kehren und mit 2757 Metern der höchste Gebirgspass in Italien - und somit eine besondere Herausforderung. "Mama, ob Du das wohl schaffst?" Das hatte ihr Sohn Jannis sie noch zu Hause gefragt. Das war natürlich zusätzliche Motivation für die sportliche junge Oma. Über den Umbrail-Pass ging es wieder gemeinsam zurück nach Meran, wo mit einem Glücksgefühl "Mensch und Maschine" besonders gefeiert wurden.

Am neunten Tag führte dann der Rückweg über das Timmelsjoch nach Sölden und Imst sowie das Hahntennjoch ins Tannheimer Tal und weiter bis Oberstdorf. Gerade diese Tour beeindruckte das Paar durch seine besonders schönen Aussichten. "Mit Tränen in den Augen" ging es dann am zehnten Tag von Oberstdorf aus zurück nach Gaggenau.

Waltraud Trapp resümiert im BT-Gespräch: "Es hat alles gepasst. In den Bergen bin ich der glücklichste Mensch. Und so wäre ich in Oberstdorf beinahe noch einmal zumindest bis Meran zurückgefahren, denn ich hatte noch ein paar Tage Urlaub. Ich habe mir einen besonders großen Traum erfüllt. Aber es gibt noch viel zu entdecken! Mal sehen, was das Jahr 2019 bringt."

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