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Keine Angst auf den Brücken
25.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Murgtal - Das Thema Brückensicherheit ist nach dem Unglück in Genua ins Blickfeld geraten. Manchen Autofahrer beschleicht daher derzeit ein besonders mulmiges Gefühl, wenn er hohe Brücken überquert wie die teilweise beeindruckenden Bauwerke im Murgtal. "Unsere Brücken sind in Ordnung", zerstreut Landkreis-Dezernent Claus Haberecht jegliche Bedenken.

Grundsätzlich ist der Sicherheitsanspruch insbesondere an Brücken in Deutschland enorm hoch. Nirgendwo werden Kontrollen so systematisch und engmaschig ausgeführt, teilt das Verkehrsministerium Baden-Württemberg mit. Im Land gebe es außerdem bei Bundesfernstraßen und Landesstraßen keine mit Genua vergleichbare Brückenkonstruktion. Dort wurde der Fahrbahnträger von nur einem Kabelpaar gehalten. Bei den hiesigen Schrägseilbrücken handelt es sich um sogenannte redundante Vielseilsysteme, erläutert das Ministerium.

Im Auftrag des Regierungspräsidiums (RP) Karlsruhe wurden in den zurückliegenden Wochen die Entwässerungsleitungen der Talbrücken bei Langenbrand und Gausbach saniert. Bei den regelmäßig stattfindenden Bauwerksprüfungen waren an den Querentwässerungsleitungen im Inneren der beiden Talbrücken Risse und Beschädigungen festgestellt worden. "Die Arbeiten sind mittlerweile abgeschlossen", informiert Irene Feilhauer, Pressesprecherin beim RP in Karlsruhe.

Die Gausbacher Brücke wurde im September 1977, die bei Langenbrand im Juli 1983 ihrer Bestimmung übergeben. Eins haben die Brücken im Murgtal daher gemeinsam: Sie sind in die Jahre gekommen. Es brauche dennoch niemand Angst zu haben, wenn er über eine solche fährt, unterstreicht Haberecht. Permanent würden die Bauwerke, die unter der Kontrolle des Landkreises stehen, vom Straßendienst überwacht und eventuelle Mängel sofort gemeldet.

Jede Brücke im Zuständigkeitsbereich der Straßenbauverwaltung in Baden-Württemberg wird im Abstand von drei Jahren einer qualifizierten Bauwerksprüfung unterzogen. Dabei wechseln sich die sogenannte Einfache Prüfung und die wesentlich umfangreichere Hauptprüfung mit jeweiligem Sechs-Jahres-Turnus ab. Geprüft wird nach den Kriterien Standsicherheit, Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit nach Norm DIN 1076.

Für die Hauptprüfung werden Fachingenieure beauftragt. Diese begutachten nicht nur die sichtbare Konstruktion, sondern besonders auch deren "Innenleben" nach verborgenen Schäden. Umgekehrt sei es durchaus möglich, dass die sichtbare Konstruktion verrostet ist, diese aber die Standfestigkeit einer Brücke nicht beeinträchtigt, nennt Haberecht die Wintersdorfer Rheinbrücke als ein solches Beispiel.

Landkreis kontrolliert rund 90 Brücken

Die Überprüfungen seien sehr aufwendig. Die nächste Hauptprüfung steht Ende 2018, Anfang 2019 an, "unabhängig von dem Unglück in Genua", betont Haberecht. Rund 90 Brücken stehen zur Kontrolle im Landkreis an. Allerdings sieht Haberecht ein Problem auf die Baulastträger (Bund, Land und Kommunen) zukommen. In fünf bis zehn Jahren werde es größeren Sanierungsbedarf geben, der die Haushalte belaste. Viele Brücken seien im Zweiten Weltkrieg zerstört und danach wieder schnell aufgebaut worden - mit den entsprechenden baulichen Möglichkeiten und Materialien jener Zeit, nennt er als Grund. Daher werden Bund und Land wohl Sonderförderprogramme zur Sanierung auflegen müssen, schätzt der Landkreis-Dezernent.

Im Murgtal wird derzeit die Laufbachbrücke bei Hörden saniert. Die Weisenbacher Jakob-Bleyer-Brücke von der B462 nach Au war 2015 dran. Für die Hoesch-Brücke in Gernsbach ist die Planung für 2019, die Durchführung für 2020 vorgesehen. Die Sebastian-Gruber-Brücke in Obertsrot sei in Ordnung, sagt der Dezernent. Allerdings können sich nach dem Ergebnis der bevorstehenden Brückenhauptprüfung durchaus Änderungen in der Dringlichkeit der Ertüchtigungen ergeben. "Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst", betont Haberecht.

Laut Landes-Verkehrsministerium waren zum 1. Januar dieses Jahres 22 Brückenbauten an Autobahnen, 19 Brücken an Bundesstraßen und 22 an den Landesstraßen mit einer ungenügenden Zustandsnote bewertet worden. Diese werden in der Erhaltungsplanung priorisiert behandelt. Der Finanzierungsbedarf zum Erhalt der Brücken liegt laut dem Ministerium für Bundesautobahnen, Bundesstraßen und Landstraßen bei insgesamt 100 Millionen Euro. Hier rechnet das Land laut der Ingenieurkammer Baden-Württemberg zusätzlich mit einem Bedarf von 120 Millionen Euro zur Ertüchtigung von Brücken bis zum Jahr 2028.

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