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"An manchen Stellen mehr Luft als Holz"
Architekt Bernd Säubert (von links), Tina Frischauf und Elke Bräuer inspizieren die Westfront der Zehntscheuern.  Foto: Metz
31.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Hartmut Metz

Gernsbach - "Das Gebäude steht!" Architekt Bernd Säubert ist mit dem ersten Bauabschnitt bei den Zehntscheuern zufrieden. 16 Tonnen Kalksuspension wurden in das über 300 Jahre alte Gemäuer gepresst. Zusätzlich halten "161 Nadeln die Außen- und Innenschale zusammen". In Kombination mit den 16 Abstrebungen sei das "der wichtigste Schritt", damit das alte Gemäuer nicht zusammenbricht. An der Stadtmauer wurde dabei auch gewerkelt, weil das Gewicht des Gebäudes auf ihr ruht.

Der Startschuss zur Sanierung der historischen Fachwerkbauten in der Amtsstraße war im Februar gegeben worden. Bis zum 800-jährigen Stadtjubiläum von Gernsbach sollen die aus den Jahren 1694 und 1701 stammenden Scheuern für 845000 Euro bestandserhaltend restauriert werden. Zu den großen Feierlichkeiten vom 12. bis 14. Juli, die 2019 das Altstadtfest ersetzen, dürfte es nicht ganz reichen, "wenn der Winter und die Planungen so verlaufen wie erwartet und nichts geht", erzählt Säubert und rechnet mit dem "Abbau des Gerüsts an den Zehntscheuern im Oktober 2019".

Während bei modernen Gebäuden die Baustoffe durchgehendes Arbeiten erlauben, "gibt der Winter bei uns vor, wie weit der zweite und dritte Bauabschnitt auseinander klaffen", erläutert der Architekt. In Hausnummer 7 sind derzeit die Zimmerleute aktiv und sollen bis zum Altstadtfest am 14. September dort ihre Arbeiten abgeschlossen haben. "Wenn die Ziegel drauf sind, kommen dieses Jahr noch hoffentlich die Maurer und die Kalkmal-Restauratorin. Wegen des Kalkmörtels muss es aber mindestens acht Grad warm sein", benennt Säubert das Problem.

Gestern inspizierte er zusammen mit Alexander Sokolov und Elke Bräuer vom Bauamt der Stadt die Westfront. Das Holz sei "zum Teil so marode, dass es nicht einmal mehr als Deko taugt", stellte Säubert fest und konstatierte "an manchen Stellen mehr Luft als Holz". Tina Frühauf gesellte sich ebenfalls dazu, denn: "Es tauchen regelmäßig Fragen auf. Daher betreuen wir die Zehntscheuern engmaschig. Schließlich sind sie kein 08/15-Denkmal, sondern besitzen einen hohen Identifikationswert für Gernsbach", weiß die für den Landkreis Rastatt zuständige Gebietsreferentin des Landesdenkmalamts. Von ihrer Behörde und der Landesdenkmalstiftung sowie aus Toto-Lotto-Mitteln fließen 261000 Euro an Zuschüssen für die Sanierung. Den Rest der Ausgaben (584000 Euro), die nach gegenwärtigem Stand eingehalten werden können, stemmen die Stadt, der Arbeitskreis Stadtgeschichte und der Verein Forum Zehntscheuern.

Mehr als 10000 Euro hat der Verkauf von 6270 nummerierten Ziegeln zu je zwei Euro erbracht. "Wir haben über 5000 Ziegel verkauft. Es sind noch etwa 1000 übrig", berichtet Säubert von seiner Sisyphusarbeit, die zahllosen Namen der Spender zu registrieren.

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