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Aus "Ottos Aue" wird Ottenau
04.09.2018 - 00:00 Uhr
Gaggenau (red) - Wer heute an Ottenau denkt, hat vor allem den selbstbewussten Industriestandort vor Augen. Hier liegt die Wiege des legendären Mercedes-Benz-Werks, hier - und auf Gaggenauer Gemarkung - steht das älteste, bis auf den heutigen Tag durchgängig produzierende Automobilwerk der Welt. Doch Ottenau ist nicht nur moderner Industriestandort. Seine Geschichte reicht viel weiter zurück - genauer gesagt bis ins Jahr 1243, als Ottenau (neben Gaggenau, Selbach und Sulzbach) erstmals urkundlich erwähnt worden ist.

Damals gehörte Ottenau zur Grafschaft Eberstein - "Ottos Aue", möglicherweise benannt nach dem Ebersteiner Otto I., der 1278 verstarb. Verhältnismäßig bald schon - im Jahr 1387 - fiel eine Hälfte des Ortes an die Markgrafschaft Baden. Ottenau war auch Grenzort. Es gab eine Zollstation, hier waren Zollgebühren und Wegegeld zu entrichten.

Ottenau ist auch als Gerichtsort (mit Gefängnis und einer frühen, bereits 1614 schriftlich festgehaltenen Dorfordnung) in die Geschichte eingegangen. Hier wurde (bis 1803) die niedere Gerichtsbarkeit gesprochen, das heißt über jene Delikte geurteilt, bei denen es nicht um Leben und Tod ging, denn über Kapitalverbrechen befand man bereits im benachbarten Gernsbach.

In den Anfangsjahren, ja, in langen Jahrhunderten lebten auch die Ottenauer von Ackerbau und Viehzucht. Was hier in früheren Zeiten ebenfalls gut gediehen sein muss, waren die Reben und damit der Weinbau. Der Ottenauer Wein scheint begehrt gewesen zu sein, und die Herrschaft, die von dieser Abgabe profitierte, hat den edlen Tropfen - als Zehntwein - wohl auch zu schätzen gewusst. Heute ist das Kapitel Weinbau in Ottenau freilich Geschichte.

Flößerei eine harte Arbeit

Ebenso wie die Flößerei, die hier wegen der Murg und den umliegenden bewaldeten, stammholzreichen Hängen vielen ein Auskommen gab - wenn auch ein karges, von dem kein Ottenauer reich wurde, und sehr arbeitsaufwendiges. Die Flößer jedenfalls waren sich des Wertes ihrer harten Arbeit bewusst und ausgesprochen stolz darauf. Seit Ende des 19. Jahrhunderts ist aber auch dieser Berufszweig in Ottenau endgültig verschwunden, ebenso wie das Handwerk jener Meister, die sich der Herstellung von Holzkübeln, Zubern, hölzernen Schuhleisten und Absätzen für Frauenschuhe ("Stöckel") gewidmet hatten.

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