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Weg vom Kirchturmdenken
In Langenbrand will sich der Ortschaftsrat von der Unechten Teilortswahl verabschieden.  Foto: Gareus-Kugel
13.09.2018 - 00:00 Uhr
Von Veronika Gareus-Kugel

Forbach - Mit fünf Ja- und einer Gegenstimme sprach sich der Ortschaftsrat Langenbrand am Dienstagabend für die Abschaffung der Unechten Teilortswahl (UTW) aus. Ortsvorsteher Roland Gerstner, Frank Glauner, Alexander Möhrle, Thorsten Striebich und Bernd Wörner stimmten für deren Abschaffung. Klaus Brahm votierte für die Beibehaltung der UTW. Hans Ospelt, Uwe Trawka und Manuel Walter konnten nicht an der Sitzung teilnehmen.

"Die UTW ist ein Relikt aus der Zeit der Gemeindereform und sollte nur für zwei Wahlperioden gelten. Die sind längst vergangen", warb zuvor Ortsvorsteher Roland Gerstner für die Abschaffung des Überbleibsels aus den 1970er Jahren (das BT berichtete). Als positiv bewertete er die für die Ortsteile verbriefte Anzahl der Sitze im Gemeinderat. Dagegen stehe bei jeder Kommunalwahl die hohe Anzahl der ungültigen Stimmen. "Wir müssen weg vom Kirchturmdenken, um dem Gemeinwohl verantwortlich zu sein." Eine Schwächung des Ortsteils sehe er nicht.

Der Ortsvorsteher könne, sofern er nicht im Gemeinderat sitzt, dort dennoch das Wort ergreifen. "Wenn die mit den meisten Stimmen gewählten Kandidaten in den Gemeinderat kommen, ist der Wählerwille abgebildet, was in der Vergangenheit nicht so war", so Roland Gerstner. Klaus Brahm erklärte, dass er sich mit dem Abschaffen der UTW schwertue.

Als demokratischer bezeichnete Bürgermeisterin Katrin Buhrke die Wahl derjenigen, die die Mehrheit der Stimmen erhalten. Die UTW sichert einem Ortsteil-Kandidaten den Einzug in den Gemeinderat zu, auch wenn er weniger Stimmen erreicht als ein Mitbewerber aus dem Kernort.

Auch er habe sich seine Entscheidung nicht leicht gemacht. Letztendlich komme es aber auf die Qualität der Bewerber an, so erläuterte Bernd Wörner, Ortschafts- und Gemeinderat, seine Beweggründe, für die Abschaffung zu stimmen. Eine mangelnde Präsenz von Langenbrander Vertretern im Gemeinderat sehen die Befürworter der UTW-Abschaffung nicht. Ein Gemeinderat habe immer das Gesamtwohl der Gemeinde im Auge zu behalten.

Wenn ein Mandatsträger sein Amt richtig ausführt, sieht er Forbach und die Ortsteile als Gesamtheit, so Alexander Möhrle. "Für mich war die hohe Anzahl der ungültigen Stimmen entscheidend", sagte Alexander Glauner. "Demokratisch gesehen ist dieses System abzuschaffen. Wir haben das Glück, einen Ortschaftsrat zu haben, der dem Gemeinderat beratend zur Seite steht", begründete Thorsten Striebich seine Entscheidung.

Die mögliche Verringerung der Sitzanzahl von 18 auf 14 Gemeinderäte befürworteten alle Ortschaftsräte.

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