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In Steillagen schützt kein Zaun gegen den Wolf
In Steillagen schützt kein Zaun gegen den Wolf
15.09.2018 - 00:00 Uhr
Von Raimund Götz

Forbach - "Der Wolf ist da" - eine Informationsveranstaltung des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands beschäftigte sich mit diesem Thema. Der Blaue Saal der Forbacher Murghalle war voll besetzt, als Michael Nödl, Justiziar des BLHV, in seinem Vortrag auf die rechtlichen Auswirkungen für die Tierhalter einging.

Schon 2016 hat sich der BLHV gegen ein "Willkommen Wolf" ausgesprochen. Nödl begründete diese Haltung mit einer Vielzahl von negativen Einflüssen, die den Tierhaltern durch die Rückkehr entstanden sind. Bisher zäunten die Herdenbesitzer so ein, dass die Tiere aus der Weide nicht hinaus kommen. Zäune, die das Eindringen des Wolfs abhalten, sehen anders aus. Ersetzt werden nur die Materialkosten und nicht die Arbeitskosten, die dem Tierhalter dadurch entstehen. In Steillagen sei eine effektive Zäunung nicht möglich.

Eine wirksame Zäunung werde auch durch die Landesbauordnung erschwert, die im Außenbereich nur offene Zäune ohne Fundamente und Sockel genehmigungsfrei zulässt. Für eine Zäunung, die den Wolf abhält, sei eine Baugenehmigung erforderlich. Brechen Tiere aus und verursachen einen Unfall, kommt es zu strafrechtlichen Ermittlungen gegen den Tierhalter.

Weide zum Ausgaloppieren

Ein Polizeieinsatz zum Einfangen muss vom Halter bezahlt werden. Dieser hat für ein ausbruchsicheres Gehege zu sorgen. Es ist bei einem Elektrozaun täglich die Funktion zu prüfen, eine Leistung, die von den wenigsten Haltern erbracht werden könne. Eine gesicherte Weide muss so groß sein, dass sich die Tiere bei einer Panik ausgaloppieren können. Eine Betriebshaftpflicht-Versicherung ist absolut nötig.

Micha Herdtfelder von der Forstlichen Forschungs- und Versuchsanstalt Freiburg (FVA) gab einen Überblick über die aktuelle Situation. Für die FVA ist die Transparenz wichtig. Wenn es gesicherte Wolfsnachweise gibt, werden die Verbände informiert. Im Jahr 2012 hat die Arbeitsgruppe einen Handlungsleitfaden für das Auftauchen einzelner Wölfe erarbeitet und 2014 veröffentlicht. Dort ist festgelegt, wie man mit der Zuwanderung von Einzeltieren umgehen will. Man hatte das Thema Herdenschutz ausgespart und setzte auf Schadensausgleich. Dieses Projekt hatte das alleinige Ziel, die unterschiedlichen Gruppen ins Gespräch zu bringen.

Anschaulich präsentierte Herdtfelder auf einer Karte, wo und wie viele Wölfe in Europa vorkommen. In Deutschland ist das in den östlichen Bundesländern und in Niedersachsen. In zwei Jahren hat sich die Rudelzahl verdoppelt. Von vielen Rudeln und Einzeltieren sind durch den genetischen Fingerabdruck die Abstammung und die Herkunft bekannt. Ein Rudel besetzt ein Territorium. Wenn es zu einem Eindringen eines geschlechtsreifen Wolfs kommt, endet dies für den Eindringling meist tödlich. Die Größe eines solchen Wolfsterritoriums beträgt rund 250 Quadratkilometer.

Ein Missverständnis sei die Scheue der Wölfe. Sie hätten an Menschen kein Interesse, seien aber keine Fluchttiere. Bei einer Begegnung mit Menschen werde der Wolf sich langsam von dannen machen.

Der Wolf wird nicht mehr verschwinden, so die Einschätzung des Experten. Herdtfelder hofft, dass mit den Verbänden ein neuer Management-Plan erstellt wird, in dem vor allem Lösungen für Tierhalter gefunden werden.

Bei der Diskussion zeigte es sich, dass die Tierhalter mit der Entwicklung nicht einverstanden sind. Zum Teil heftig vorgetragene Bedenken stießen auf Gegenmeinungen, die das Auftauchen des Wolfs positiv sehen. Resümee: Wir müssen miteinander reden.

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