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Mehr als 80 Prozent für verbesserte Versorgung
Mehr als 80 Prozent für verbesserte Versorgung
17.09.2018 - 00:00 Uhr
Gernsbach (vgk) - Der Dorfladen in Reichental ist in greifbare Nähe gerückt. Mehr als 80 Prozent der Befragten sprachen sich für eine verbesserte Versorgung des Dorfs mit Gütern des täglichen Bedarfs aus. Die Auswertung der von der Initiativgruppe durchgeführten Fragebogenaktion nötigte selbst Professor Volker Hahn, geschäftsführender Gesellschafter des Instituts für Nahversorgung-Services, Respekt ab. Auch am Freitag präsentierte sich der Saal im Pfarrheim wieder mit Besuchern voll besetzt.

Das Projekt hat gute Chancen, mit öffentlichen Mitteln der Europäischen Union und des Landes gefördert zu werden, glaubt Dr. Antje Wurz, die Geschäftsführerin, der Regionalentwicklung Mittelbaden Schwarzwaldhochstraße. Die Nettokosten (ohne Mehrwertsteuer) von Dienstleistungen zur Grundversorgung, unter anderem für die Ladeneinrichtung, können mit 40 Prozent unterstützt werden. Es ist ein sogenannter verlorener Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss - vorausgesetzt, der Laden hat 15 Jahre Bestand. Die Anmeldefrist für den aktuellen Projektaufruf endet am 28. September.

Das Tempo, das die Interessengemeinschaft Dorfladen um Guido Wieland vorlegt, ist atemberaubend. Denn bis zu diesem Zeitpunkt ist es erklärtes Ziel der Gruppe, die Förderunterlagen entscheidungsreif zu haben, so dass sie eingereicht werden können. "Das schaffen wir", meint Wieland.

Der Dorfladen wird auch am Freitag Thema im Ortschaftsrat sein und danach im Gemeinderat der Stadt. Wie schon berichtet, würde die Gruppe gerne das ehemalige Sparkassengebäude in Reichental nutzen, das sich im Besitz der Stadt Gernsbach befindet. Zum Start möchte man zudem die Stadt als Zuschussgeber mit ins Boot holen. Sie zeichnete schon einmal für 500 Euro Anteilsscheine, überbracht vom stellvertretenden Bürgermeister Friedebert Keck.

330 Fragebögen wurden im Frühsommer an alle Reichentaler Haushalte verteilt. Groß war die Beteiligung der Generation über 60. Die Rücklaufquote lag mit 186 ausgewerteten Fragebögen bei 56,36 Prozent. Die gemachte Stichprobe ist somit repräsentativ, führte Hahn aus.

57 Prozent kaufen bedingungslos ein

Die gestellten Fragen gaben Aufschluss über den Bedarf an Lebensmitteln, die Produktauswahl und Dienstleistungen. 57 Prozent gaben an, bedingungslos im Dorfladen einkaufen zu wollen. Wichtig war den Befragten unter anderem die Verfügbarkeit von Obst und Gemüse, Molkereiprodukten, Wurst- und Backwaren. Auch für einen Treffpunkt zur Kommunikation sprachen sich die meisten aus. Auch Geld sollte dort abgehoben werden können. Durchschnittlich würden die Verbraucher errechnete 29,91 Euro pro Woche in dem Dorfladen ausgeben.

Als Gesellschaftsform wird eine sogenannte kleine GmbH, eine Unternehmergesellschaft mit stiller Beteiligung, ins Auge gefasst. Das heißt, eingetragene Vereine gründen eine Unternehmergesellschaft. Bürger, Vereine, Firmen, Institutionen und Lieferanten können sich als Kommanditisten mit Einlagen beteiligen, ohne Eintragung im Handelsregister.

Die operative Geschäftsführung wird ins Ehrenamt verlagert. Um Einkauf und Verkauf kümmern sich bezahlte Kräfte. Wenn zwei Drittel der Reichentaler ein Drittel der Lebensmitteleinkäufe des täglichen Bedarfs im Dorfladen einkaufen, könnte die Finanzierung gelingen, hieß es.

Das benötigte Kapital beträgt 100000 Euro. 28000 Euro würde die Leader-Fördersumme betragen. Der Erlös des 2015 veranstalteten Jubiläums-Dorffests von 17000 Euro fließt ebenfalls in das Projekt ein, gespendet von den teilnehmenden Vereinen. Zudem haben diese sich bereiterklärt, sich als Gründungsmitglieder einzubringen. Somit sind zwischen 50000 und 60000 Euro zu finanzieren. Bis 31. Oktober haben Reichentals Bürger nun Zeit, Mindesteinlagen von 100 Euro zu zeichnen und über Anteile die Summe aufzubringen. 18000 Euro sind bereits im Topf.

Die vorläufige Satzung und die Absichtserklärungen für das Zeichnen der Anteile werden in den nächsten Tagen an die Haushalte verteilt. Bei der nächsten öffentlichen Zusammenkunft soll der Businessplan vorgestellt werden.

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