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Ein Invasor aus dem Fernen Osten
Dunkelbraun bis schwarz sind die Asiatischen Hornissen und damit deutlich anders als die einheimischen Exemplare.Hegmann
26.09.2018 - 00:00 Uhr
Von Hans-Peter Hegmann

Gaggenau - Mit diesem Insektennest muss es eine besondere Bewandtnis haben, dachte sich ein BT-Leser in Oberweier und meldete sich bei der Lokalredaktion. Zurecht, wie sich bald herausstellte. Denn in der Spitze eines großen Nussbaums in der Nachbarschaft hatten sich zwar "nur" Hornissen niedergelassen, doch nach einem Blick durch sein 500-mm-Teleobjektiv hatte BT-Mitarbeiter Hans-Peter Hegmann kaum Zweifel: Diese Hornissen sind anders als die einheimischen Tiere mit dem gelben Hinterleib. Der Hornissenbeauftragte des Landkreises Rastatt, Bernhard Unser, bestätigte umgehend: Es ist das erste Nest der Asiatischen Hornisse, das im Landkreis entdeckt wurde, nachdem bereits in Kuppenheim eine einzelne Königin gefunden wurde.

Viel "haariger" und eher dunkelbraun bis schwarz ist die invasive Asiatische Hornisse (Vespa velutina). Sie ist ursprünglich in Südostasien in den Gebieten zwischen Afghanistan bis Ostchina, Indochina und Indonesien heimisch und inzwischen nach ihrer vermutlichen Einschleppung mit Schiffscontainern über Frankreich auf dem Weg in die Oberrheinebene. Allerdings handele es sich nicht um die in Japan gefürchtete sogenannte asiatische Riesenhornisse, die bedeutend größer als einheimische Arten ist.

Doch die Art der Ernährung ist ein großes Problem, wie Bernhard Unser erklärt: Die Asiatische Hornisse fängt neben anderen Insekten überwiegend Bienen. Damit stellt sie eine weitere Gefahr für diese bereits von anderen Faktoren stark bedrohten Tierarten.

Da sich Vespa velutina inzwischen in Europa sehr stark ausbreitet, große Völker bildet und die einheimische Fauna bedroht, gilt sie als gebietsfremde invasive Art (Neozoen). Nach einer EU-Verordnung, die in Deutschland nach dem Bundesnaturschutzgesetz umgesetzt wird, muss sie zum Schutz der heimischen Biodiversität, so wie zum Beispiel auch der Kalikokrebs, bekämpft werden.

Schwieriger Einsatz mit der Drehleiter

Nach einer ausgiebigen Besichtigung des Baumes und seiner Umgebung durch Unser und seine beiden Kollegen Armin Besendörfer und Michael Gues entschließen sich die Fachleute, das Nest mit Einsatz einer Drehleiter der Feuerwehr zu entfernen. Am Samstagvormittag stehen dann zwei Feuerwehrfahrzeuge bereit. Wegen des Standorts des Baumes im Garten hinter dem Haus und der davorliegenden Garagen kann die Drehleiter aber nicht nah genug an den Baum heranfahren. Nach einigen Rangierversuchen starten die Floriansjünger daher einen "unbemannten Angriff" von der Einfahrt des Nachbarhauses. Mit dem am Hubkorb angebrachten Strahlrohr soll mit Höchstdruck die Distanz bis zum Nest überwunden werden. Mit Hilfe von Anweisungen über Funk wird der Maschinist dirigiert, der auf der Straße stehend keinen direkten Blickkontakt zum Nest hat. Bereits beim ersten Versuch gelingt es, einen Teil des Nestes mit dem kräftigen Wasserstrahl zu zerstören. Aus dem Rest schwärmen in großer Höhe die verbliebenen Tiere aus. Auf dem Boden werden unterdessen die Larven in den heruntergefallenen Resten der Waben sowie einzelne Tiere zunächst mit CO2-Wolken aus Feuerlöschern betäubt. Danach sammeln die drei Experten in ihren Schutzanzügen die Teile schnell in bereitstehende Behälter ein. Mit einem zweiten Einsatz gelingt es dann, auch noch den Rest des Nestes "abzuschießen".

Bei einem gemeinsamen Blick in die Sammelbehälter erklärt Unser anschließend, dass ein erfolgreiches Volk im Laufe seines Lebens etwa 200 Jungköniginnen produziert. Sie werden noch im Herbst von den Drohnen begattet und überwintern dann, um im nächsten Jahr ein neues Volk zu gründen. Da sich vermutlich alle Jungköniginnen noch im Larvenstatus im Nest befunden haben, kann man die Aktion als erfolgreich bewerten.

Allerdings wird, nach den Worten von Unser, das weitere Vordringen der Asiatischen Wespe in das Murgtal damit sicher nur kurzfristig unterbunden worden sein. "Durch die hohen Reproduktionszahlen der Tiere wird es ihnen irgendwann trotzdem gelingen", befürchtet er. Die Schnelligkeit der Ausbreitung können aufmerksame Bürger durch Blicke in die Baumspitzen aber beeinflussen: "Eine Meldung an das Landratsamt hilft immer. Wir können dann schnell feststellen, ob es sich um die streng geschützte einheimische Art oder einen invasiven Eindringling handelt."

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