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"Angenehmeres Einkaufsgefühl im Tafelladen ohne Gedränge"
26.09.2018 - 00:00 Uhr
Von Hartmut Metz

Gaggenau - Josef Hartmann feiert heute seinen 75. Geburtstag - viel Wind darum will er nicht machen. Mehr liegt es dem Vereinsvorsitzenden am Herzen, dass beim geplanten Umzug des Tafelladens in die Unimogstraße alles reibungslos verläuft und dieser bis Mitte Oktober über die Bühne geht. Auf das genaue Datum will sich der Jubilar noch nicht festlegen. "Wir schließen aber dienstags in der Bahnhofstraße 2 und machen dann freitags hier in der Unimogstraße 1 wie gewohnt weiter", sieht Hartmann keinen Anlass für die Unterbrechung der Warenauslieferung der Gaggenauer Tafel.

Der Wechsel der Räumlichkeiten hat zwei Gründe: "Der Transport ist die Haupterleichterung für uns", betont der Tafel-Chef. Auf dem Gelände, das Mercedes-Benz kostenlos zur Verfügung stellt, sortieren die rund 70 ehrenamtlichen Mitglieder und Helfer sowie fünf Mini- und zwei Euro-Jobber plus gelegentliche Sozialdienstleistende die eingehenden Waren schon seit Juni 2009. Seitdem müssen mit dem Lkw jährlich rund 80 Tonnen an Waren in die 660 Meter entfernte Filiale verfrachtet werden. Künftig sind es nur noch ein paar Meter über den Hof, weil das Unimogmuseum Platz macht und unter anderem seine Dokumentation an den Hauptsitz verlagert.

Für die Kunden sieht Hartmann ebenfalls Vorteile in dem Gebäude, das derzeit renoviert wird: "Hier haben wir statt 70 dann 120 Quadratmeter Verkaufsfläche. So können wir mehr Kunden in den Laden lassen, ohne dass gleich Gedränge entsteht. Das Einkaufsgefühl ist angenehmer", findet der Jubilar mit Blick auf die regelmäßig 70 bis 80 Bedürftigen, die an den Öffnungstagen zwischen 13 und 15 Uhr einkaufen. "Vor zwei Jahren kamen nach der Flüchtlingswelle auch schon mal über 100", berichtet Hartmann vom Abebben der Nachfrage. Gültige Ausweise für den Tafelladen besitzen rund 300 Menschen aus den Gemeinden von Forbach bis Bischweier. Rund 60 Prozent der Beziehungsberechtigten leben in Gaggenau, 30 Prozent stammen aus Gernsbach.

Das Jahresbudget des "eingespielten Teams" der Gaggenauer Tafel beziffert der Vereinsvorsitzende auf rund 50000 Euro. Dieses setzt sich zusammen aus Geldspenden und - als Löwenanteil - den "Beiträgen der Kunden", wie es der Schachspieler der Rochade Kuppenheim nennt. Zehn bis 20 Prozent des Verkaufspreises in den Läden müssen die Bedürftigen im Tafelladen bezahlen. Hauptlieferanten sind neun Bäckereien aus Gaggenau und Gernsbach, die Metzgerei Krug und die Märkte der Branchenriesen: Edeka, Penny, Aldi, Lidl und Rewe steuern "Obst, Gemüse und Salate bei", freut sich Hartmann über die breite Unterstützung - zumal er diese auch unter ökologischen Gesichtspunkten positiv sieht, weil "weniger Lebensmittel weggeworfen werden". Weitere "Spenden-Quellen" seien Einzelpersonen, Schulen und Kirchen. Und manchmal kommt - wie aktuell - Überzähliges von der Lebensmittelindustrie wie eine Palette mit Pizzen von Dr. Oetker über den Bundes- oder Landesverband der Tafeln "rein".

Ein anderes Jubiläum als das eigene heute hält der fitte 75-Jährige für weit wichtiger: Ende November feiert die Gaggenauer Tafel ihr zehnjähriges Bestehen. Dann möchte der rührige Verein im gewohnt bescheidenen Rahmen feiern - vor allem mit dem Ziel, weitere Helfer zu gewinnen.

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