http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
Zwist bei König Metall
In Gaggenau und weiteren sechs Standorten verarbeitet die König Metall-Gruppe weltweit Bleche und Rohre im Automotive- und Elektrobereich und im Maschinenbau. Foto: Hegmann
29.09.2018 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Es brummt bei König Metall in Gaggenau - das wissen Branchenkenner und das sagt die Geschäftsleitung. Doch unter den knapp 700 Beschäftigten am Stammsitz ist die Stimmung nicht gut. Das geht zumindest aus der jüngsten Publikation des Betriebsrats hervor. "Klartext" heißt diese - und dort geht es mehr als deutlich zur Sache: "König Metall hat in den vergangenen Jahren seinen einst sehr guten Ruf als Arbeitgeber in der Region verloren."

Bereits im Vorwort schreiben die Redakteure Patrick Viola und Thomas Domoklos von einer "großen Debatte", die um das Unternehmen entfacht worden sei: "Von einem rauen Umgangston, nicht tragbaren Arbeitsbedingungen und schlechter Bezahlung ist die Rede (...), auch außerhalb von König Metall. Unser Ruf als Unternehmen hat zuletzt aus vielen unterschiedlichen Gründen gelitten."

"Hoher Leistungsdruck" wird im "Klartext" attestiert: "Das Umsatzvolumen hat sich in den vergangenen Jahren bei fast gleicher Beschäftigtenzahl um mehr als 70 Prozent erhöht. Die immense Auftragszunahme, bedingt durch zahlreiche Kundenverlagerungen und Neuprojekte, musste zusätzlich gestemmt werden." "Blank liegende Nerven in Zeiten von Lieferengpässen" und folglich häufig ein rauer Ton seien die Folge. Unter Zeitmangel und Druck bleibe eine durchdachte Organisation auf der Strecke. Wichtige Personalentscheidungen würden der Belegschaft oft nicht oder viel zu spät kommuniziert, "auch die Zuständigkeiten und Strukturen innerhalb der Geschäftsführung waren lange nicht klar".

In einem Interview sagt der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Peter Schwab: "Gerade ist besonders die Personalabteilung in einem Fahrwasser, wo sie der Meinung ist, sie kann Gesetze so interpretieren, wie sie sie gerne hätte oder gerade braucht." Rechte des Betriebsrats würden "massiv beschnitten und umgangen", dagegen werde man juristisch vorgehen.

Mehrfach habe Nina Zwiebelhofer "Drohungen" geäußert, das Unternehmen zu verkaufen, wenn der Betriebsrat nicht ihrem Willen folgen werde. Auch bei der weiteren Lektüre des "Klartext" lässt sich der Eindruck gewinnen, dass es im Verhältnis zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung auf der sachlichen Ebene nicht funktioniert, weil es auf der persönlichen Ebene nicht funktioniert.

Unter anderem heißt es: Mit dem früheren geschäftsführenden Gesellschafter Dr. Otmar Zwiebelhofer (†2014) seien Kompromisse möglich gewesen "auf Basis des Gebens und Nehmens. Davon sind Betriebsrat und Geschäftsführung heute weiter entfernt denn je. Dass aus Einzelfällen Grundsatzdebatten werden", schade dem Unternehmen und zeuge "von mangelndem diplomatischem Geschick". Der Betriebsrat seinerseits unterstreicht seine Bereitschaft, "künftig mit aller Härte sein Recht in Anspruch zu nehmen" und dies auch vor dem Arbeitsgericht durchzusetzen.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Gaggenau
--mediatextglobal-- Direkt an der Hauptstraße von Ottenau, in der Nähe der Kirche St. Jodok, soll gebaut werden (Pfeil). Foto: Walter

14.09.2018
Warteschleife statt "roter Punkt"
Gaggenau (tom) - Seit anderthalb Jahren hat ein gut tausend Quadratmeter großes Grundstück an der Ottenauer Hauptstraße einen neuen Eigentümer. Der Investor würde hier gerne ein Wohnhaus errichten. Doch bald ebenso lange dauert der Zwist mit dem Rathaus (Foto: Walter). »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

Advent ist auch die Zeit der Spendenaktionen und Spenden-Shows. Animiert auch Sie Weihnachten zum Geldgeben?

Ich spende immer zu Weihnachten.
Ich spende unabhängig vom Advent.
Ich spende nicht.


http://www.karlsruhe.ihk.de/handelsregister
Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz