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Mit aktiver gestalterischer Rolle gordische Knoten lösen
Möchte auch in den nächsten sieben Jahren die Stadt aktiv gestalten: Bürgermeister Julian Christ. Foto: Stadt
29.09.2018 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach - "Wir haben schon einiges gemeinsam geschafft." Bürgermeister Julian Christ ist mit seinem ersten Amtsjahr zufrieden, das am 1. Oktober zu Ende geht. "Es fühlt sich ein bisschen unwirklich an", sagt der 31-Jährige. Trotz der Probleme im Gemeinderat, wo vonseiten der CDU immer wieder Kritik an seiner Arbeit laut wird, mache ihm das Amt großen Spaß. Vor allem bei den Themen Bürgerbeteiligung und Stadtentwicklung sieht er seine Wahlkampfversprechen eingelöst.

Christ verweist im Pressegespräch auf die erstmals komplett öffentlich gehaltenen Haushaltsberatungen und den angestrebten Bürgerentscheid zum Pfleiderer-Areal. Dass letzterer nicht die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit im Gemeinderat bekommen hat, bedauert der Bürgermeister. Dennoch sieht er die Stadt jetzt auf einem guten Weg, was die vergiftete Industriebrache gegenüber dem Bahnhof anbelangt. Er strebe bei den großen und wichtigen Immobilien und Grundstücken Gernsbachs eine aktive, gestalterische Rolle an. "Ich gehe davon aus, dass wir beim Pfleiderer-Areal und bei der Brückenmühle bald schon den gordischen Knoten lösen werden und es hier für alle Gernsbacher sichtbar weiter gehen wird." Beim Pfleiderer-Areal hat der Gemeinderat jüngst den Verwaltungsvorschlag abgesegnet, dem möglichen Projektentwickler (Krause-Gruppe, Bayreuth) einen entsprechenden städtebaulichen Forderungskatalog aufzulegen. Und bei der Brückenmühle möchte die Stadt ihr Vorkaufsrecht ziehen, um die Entwicklung des prägenden Gebäudes an der Stadtbrücke selbst in die Hand zu nehmen.

Beide Richtungsentscheidungen wurden gegen die stärkste Fraktion im Gemeinderat, die CDU, getroffen. Was die Blockbildung im Gemeinderat (CDU auf der einen, Freie Bürger und SPD auf der anderen Seite) anbelangt, habe man in Gernsbach noch Luft nach oben. "Das habe ich mir nicht so schwierig vorgestellt", gibt Julian Christ zu. Gerade bei den emotionalen Themen gelinge es dem Gemeinderat nicht immer, sich auf die Sachlichkeit zu konzentrieren und ein überparteilich gutes Miteinander zu finden. Daran hat auch die erste Klausur unter seiner Ägide im Vorjahr nichts geändert, bei der sich das Gremium auf Leitlinien der Zusammenarbeit geeinigt hatte. Im Oktober steht nun die zweite Klausurtagung (in Bad Herrenalb) an, bei der das Thema erneut diskutiert werden dürfte. Auf der offiziellen Tagesordnung stehen der Haushalt, die Einführung des neuen kommunalen Haushaltsrechts, der innerstädtische Verkehr sowie die geplanten Baugebiete Hardt IV in Reichental und Eben II in Hilpertsau.

Neuer Vorstoß bei der Wirtschaftsförderung

Für Unmut in den Reihen einiger Kommunalpolitiker hat in Gernsbach zuletzt das Thema Wirtschaftsförderung gesorgt. Diese finde personalbedingt "nur in sehr begrenztem Maße" statt, weil man in der Papiermacherstadt eben nicht den einen verantwortlichen Kopf dafür habe. Für das operative Geschäft sei dies laut Christ aber durchaus sinnvoll. "Das stelle ich mir anders vor. Da werde ich noch mal einen Vorstoß wagen."

Ein in der Öffentlichkeit immer präsentes Thema sind die repräsentativen Pflichten eines Bürgermeisters. Das hat laut Christ auch etwas mit Gewöhnung zu tun. Sein Vorgänger sei diesbezüglich extrem präsent gewesen bei Feiern und Vereinsveranstaltungen. Der 31-Jährige sei sich bewusst, dass er "sicher eine andere Präsenz" habe, legt aber Wert darauf, bei den wichtigen Terminen vor Ort zu sein. Christ bemühe sich um eine gute Balance zwischen dem Anstoßen und Abarbeiten von Projekten sowie den repräsentativen Pflichten. "Natürlich lässt sich auch nicht alles innerhalb eines Jahres umsetzen und ein bisschen möchte ich auch noch in den nächsten sieben Jahren gestalten können", blickt der junge Bürgermeister optimistisch in die Zukunft.

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