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"Die Käfer haben den Wald zum Fressen gern"
08.10.2018 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Weisenbach - Des einen Freud, des anderen Leid - ein geflügeltes Wort. Denn der "Supersommer" schwächt den Wald. Dies machte Forstdirektor Markus Krebs beim Waldbegang des Weisenbacher Gemeinderats deutlich. Die aktuelle Borkenkäfersituation, Waldwegebau sowie Auerhuhn und Wolf waren die Schwerpunktthemen.

Der siebte Trockenheitsmonat in Folge habe auch Auswirkungen auf die Wasserversorgung, erläuterte Bürgermeister Toni Huber bei der Begrüßung. Die durchschnittliche Quellschüttung sei von 2500 Kubikmetern Wasser auf rund 600 Kubikmeter täglich zurückgegangen, bei einem Verbrauch von 300 bis 400 Kubikmetern. Dennoch sei die Versorgung stabil, "wir leben vom Niedrigwasserverbrauch in der Nacht".

Forstdirektor Markus Krebs verdeutlichte die Borkenkäfer-Problematik. Aufgrund der Trockenheit können sich die Fichten nicht gegen den Befall von Kupferstecher und Buchdrucker wehren, der Harzdruck der Bäume sei zu gering. "Die Käfer haben den Wald zum Fressen gern", sagte Krebs. Ein Weibchen könnte für Nachkommen im sechsstelligen Bereich im Verlauf von bis zu vier Generationen in diesem Sommer sorgen.

Rund 380 Festmeter Sturmholz seien angefallen, etwa zehn Prozent des geplanten Einschlags. Rund 1400 Festmeter Käferholz sind bislang aufgearbeitet, so Krebs. Der Preis auf dem Markt sei rückläufig. Der kalkulierte Gewinn von 95000 Euro für das laufende Forstjahr könnte möglicherweise noch erzielt werden. Für das kommende Wirtschaftsjahr müssen man allerdings "kleinere Brötchen backen". Auch für Revierleiter Dietmar Wetzel ist das Käferholz ein sehr ernstes Thema. Der Schädling trete an Stellen auf, wo man ihn nicht vermutet. Diese zu finden, die befallenen Bäume rasch zu fällen und aus dem Wald zu schaffen sei erforderlich.

Dazu sind entsprechende Waldwege nötig, Wetzel führte den Gemeinderat zu einem neuen Wirtschaftsweg am Schlechtauberg bei der Hohlen Eiche. Der wurde auf einer Länge von 650 Metern neu angelegt, um für Holztransporter und moderne Forstmaschinen befahrbar zu sein. Rund 460 Tonnen Material wurden für den Wegebau verwendet, machte er die Dimension deutlich. Die Breite des Wegs sei der Größe der im Wald eingesetzten Maschinen geschuldet, und am Wegrand werde das gefällte Holz gepoldert, erläuterte Markus Krebs.

Bei der Wetzsteinbrunnenhütte stieß Martin Hauser, der Wildtierbeauftragte des Landkreises Rastatt, zu der Gruppe. Er informierte anschaulich und kurzweilig über das Auerhuhn ud dessen Anforderungen an den Lebensraum mit lichten Beständen, damit dort die Heidelbeeren, die Hauptnahrung der Raufußhühner, wachsen. "Lücken für die Küken" heißt ein Programm, mit dem die Schaffung solcher Bereiche gefördert wird.

"Das Auerhuhn kämpft im Schwarzwald ums Überleben", um 1900 wurden noch rund 3000 Hähne gezählt, in diesem Frühjahr noch 167. Im kommenden Jahr ist im "Dreiländereck" Reichental, Weisenbach und Langenbrand beim Kaltenbronn eine Artenschutzmaßnahme auf rund 17 Hektar Fläche vorgesehen.

Viel Interessantes wusste Martin Hauser im Infozentrum Kaltenbronn in der Ausstellung "...und wenn der Wolf kommt" über das Verhalten und die wissenschaftlichen Auswertungen von Sichtungen und Wolfsrissen zu berichten. Bisher gab es neun gesicherte Nachweise über das Vorkommen eines Wolfs im Landkreis Rastatt.

Wichtig sei eine transparente Öffentlichkeitsarbeit. Man müsse Verständnis für die Sorgen von Tierhaltern und anderen vom Wolf Betroffenen haben und diese ernst nehmen, lautete sein Appell. Eine emotionale Ebene müsse zu einer sachlichen Ebene werden, und die Offenhaltung der Landschaft weiterhin möglich sein. Dass es zu einer Rudelbildung mit dem derzeit in der Region lebenden "GW 852 m", der aus Niedersachsen in den Schwarzwald kam, und einem zuwandernden Weibchen kommen kann, das sei durchaus möglich, so Hauser.

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