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Morden ist gar nicht so einfach
Präsentieren in der alten Turnhalle eine turbulente Dreiecksgeschichte: Adelheid Theil, Hendrik Pape und Thomas Höhne (von links).  Foto: Gareus-Kugel
08.10.2018 - 00:00 Uhr
Gernsbach (vgk) - "Drei sind einer zu viel...!" Nein! Von den dreien - Adelheid Theil (Arlene Miller), Thomas Höhne (Mitchell Lavell) und Hendrik Pape (Paul Miller) - ist keiner zu viel. Sie feierten am Samstag mit "Mörderkarussell", der Komödie von Sam Bobrick und Ron Clark, auf der Bühne des Theaters in der alten Turnhalle in Hilpertsau Premiere. Es sollte dauern, bis der Applaus, nach der Schlussszene abklang.

"Mörderkarussell" ist eine turbulente Dreiecksgeschichte, die sich einzig um die Frage dreht, wie bringe ich am Besten den Mann, die Geliebte oder den Liebhaber möglichst geräuschlos um die Ecke. Zum Problem wird das Ganze aber erst, wenn eine Ehefrau mit ihrem Geliebten ihren Ehemann, der Ehemann und die Ehefrau zusammen den Geliebten und schließlich der Geliebte mit dem Ehemann die Ehefrau umbringen möchte. Stoff genug, um daraus eine Inszenierung zu machen, die begeistert. Das Publikum jedenfalls in der ausverkauften Turnhalle kam während der 90-minütigen Aufführung aus dem Lachen nicht mehr heraus.

Mord als erheiterndes Schauspiel? Nein, natürlich nicht. Das Wort ist nur eine Metapher in einem dynamischen Stück voll feinsinnigem Humor, Slapstick und Turbulenzen.

Ort des Geschehens ist ein unauffälliges Hotel während der Weihnachtszeit. Arlene, eine verheiratete Frau mittleren Alters, hat sich dort mit ihrem Liebhaber Mitchell, einem leicht sadistisch veranlagten Zahnarzt, eingemietet. Unter einem Vorwand locken sie Ehemann Paul, einen etwas trotteligen Gebrauchtwagenhändler, in das Hotel, um ihn umzubringen, weil er nie in eine Scheidung einwilligen würde. Dass sich der Auserkorene wehrt, ist nur logische Konsequenz. Der Ehemann überlebt.

Jetzt rückt der Liebhaber ins Blickfeld des Geschehens. Er beging den Fehler, sich in seiner Praxis von seiner Geliebten mit seiner Assistentin erwischen zu lassen.

Gekonnt mimt Höhne den selbstgefälligen Zahnarzt, ebenso wie Theil die leicht derangierte und durchgeknallte Frau des Gebrauchtwagenhändlers. Sie schreckt auch nicht davor zurück, in knallroter Perücke und Minimaus-T-Shirt aufzutreten. Als Mensch, der lange nicht weiß, wie ihm geschieht, betrogen, verlassen, abgetaucht in die Szene für Lebenskunst, inszeniert sich Pape. Noch bevor Arlene zu Tode durch Erhängen gebracht werden soll, entdecken die Männer ihre Zuneigung füreinander. Dieser Moment währt jedoch nur kurz.

Ist es besser, ihn in der Badewanne zu ertränken (Paul), ihn aus dem Fenster des Hotelhochhauses zu schubsen (Mitchell) oder sie erhängen (Arlene)? Doch morden ist gar nicht so einfach.

Eine wichtige Rolle spielen Doppelbett, Stuhl und Schrank. Teil der Inszenierung, ist aber auch die Turnhalle, was der Darstellung zusätzlichen Schwung gibt.

Meisterlich bedienen die Schauspieler die Klaviatur großer Gefühlsausbrüche. Die Dialoge sind, ebenso wie die Spielweise bestens auf die kleine Spielfläche abgestimmt, brillant zu nennen. Spielfreude ist spürbar. Mitfühlend wird gefragt, ob der Strick nicht zu fest sei, oder gebrüllt "ich zermalme, ich zerpflücke ihn". Zuweilen liefern sich die Protagonisten temperamentvolle Wortgefechte, die sich nicht selten schnell in Banalitäten auflösen und so für zusätzliche Komik sorgen. Mit dieser Komödie wird beste Unterhaltung geboten. "Mörderkarussell" ist am 17., 19. und 20. Oktober zu sehen, jeweils ab 19.30 Uhr.

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