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Erleben, wie ein Traum Wirklichkeit wird
Herzliche Aufnahme in Westafrika: David Fritz aus Forbach hilft beim Schulbau im Senegal.  Foto: pr
11.10.2018 - 00:00 Uhr
Murgtal (kv) - "Jeder Mensch hat das Recht auf Bildung", es klingt so einfach, ist aber in vielen Ländern der Welt fast nicht umsetzbar. Es gibt keine Schulen oder schlicht keine Möglichkeit, dorthin zu kommen. Oft kosten Schulen mehr Schulgeld, als die Eltern sich leisten können. Dabei ist Bildung die einzige Möglichkeit, dem Kreislauf von Armut und Ausbeutung zu entgehen. David Fritz, gebürtiger Forbacher und nun in Karlsruhe wohnend, erfuhr von der Organisation Build On, die Freiwillige aus der ganzen Welt unterstützt, die bereit sind, Urlaub und Geld in den Schulbau in den ärmsten Ländern zu investieren.

Der begeisterte Handballer fackelte nicht lange, gemeinsam mit zwei Kolleginnen aus Brasilien, die wie Fritz bei einem großen US-Konzern arbeiten, begannen sie ihre Idee in die Praxis umzusetzen. Die Drei musten nicht nur nach Geldgebern und Sponsoren, sondern auch nach weiteren Mitstreitern suchen. Am Ende war die Gruppe international besetzt. Helfer aus Argentinien, Brasilien, Mexiko, Litauen, USA, Großbritannien, Ungarn und David Fritz begannen in ihren Firmen, bei Freunden, Bekannten oder Vereinen, Spenden zu sammeln.

Fritz wurde von mehreren Gruppierungen aus dem Murgtal unterstützt. Das BT berichtete über die Aktionen in den Bauwagen in Weisenbach und Forbach, den Getränkestand an der Forbacher Fastnacht und das Handball-Tippspiel in Sandweier. Mit diesen Aktionen und einer großzügigen Spende seines Arbeitgebers sammelte Fritz fast 10000 Euro. "Damit war ich Spitzenreiter bei den Spendengeldern. Darauf war ich schon etwas stolz und bedanke mich bei allen, die dazu beigetragen haben", freut sich der 27-Jährige.

Das Projekt bestand nicht nur aus Geld sammeln. Das Ziel war, selbst anzupacken, vor Ort zu helfen, das Projekt auch aufzubauen. Gemeinsam mit 18 Kollegen aus sieben Ländern ging es zum einwöchigen Arbeitseinsatz nach Yari im Senegal.

Integration in Großfamilien

Reise und den Flug in das westafrikanische Land mussten aus eigener Tasche bezahlt werden. Für die Zeit dort wurde David Fritz von seinem Arbeitgeber General Electric freigestellt. Untergebracht waren die Helfer bei Gastfamilien. "Unsere Familie hat uns beigebracht, dass man nicht alles haben muss, um glücklich zu sein."

Handyempfang gab es nicht, duschen fand per Eimer im Freien statt. Die Helfer wurden in die Großfamilie integriert und teilten das einfache Leben der Menschen. Der "Vater" von David Fritz hat vier Ehefrauen, die für eine Woche die "Mütter" des Murgtälers und seiner fünf miteinquartierten Freunde wurden. Wie viele Geschwister genau zur Großfamilie gehören, das konnte der junge Helfer nicht abschließend klären, "so ungefähr 20". Mit "Gastbruder" Semu hält er noch Kontakt. Der hat ein 15 Jahre altes Handy und geht jeden Tag kilometerweit zur "Highschool". "Semu", so wurde David auch in Yari genannt.

Auch wenn es am Begrüßungstag ein großes Fest mit Tanz, Trommeln und einer gegrillten Ziege gab, der Alltag ist weitaus bescheidener. Hauptnahrungsmittel ist Couscous.

Gemeinsam mit Handwerkern aus dem Dorf arbeiteten die Freiwilligen am Schulhausbau.

Stolz ist Fritz, dass er sich nicht ganz so ungeschickt angestellt hat, wie er befürchtet hatte. Blasen und Verspannungen zeugten von der anstrengenden Tätigkeit. Bei über 40 Grad wurde tagsüber vier Stunden lang gearbeitet, mehr ging nicht, berichtet Fritz auf seiner Facebook-Seite. Nachts kühlte es kaum ab.

Die Herzlichkeit seiner Gastfamilie entschädigte den Helfer aus dem Murgtal und hat ihn tief beeindruckt: "Wir bekamen Wolof-Namen und Kleidung für die Abschiedszeremonie. Wir wohnten in den Zimmern ihrer Söhne und uns wurde gesagt, dass ihr Haus unser Zuhause ist und dass sie uns gleichermaßen lieben oder mehr als ihre eigene Familie."

Ganzes Dorf packt mit an

Beim Bau hat das ganze Dorf angepackt. Örtliche Handwerker hatten die Bauleitung, gefördert wurde das Projekt auch vom senegalesischen Bildungsministerium. "Das ist auf mindestens zehn Jahre angelegt", erklärt Fritz.

Die Schule ist nicht nur für Kinder, auch Erwachsene sollen dort die Chance bekommen, lesen und schreiben zu lernen. Schnell war die Woche Hilfseinsatz vorbei - die Schule aber noch lange nicht fertig. David Fritz musste zurück an seinen Arbeitsplatz.

Die Verbindung ist nicht abgerissen. Das Gebäude ist mittlerweile fertig. Yari mit seinen rund 640 Einwohnern hat nun eine Schule - nicht nur für die über 100 Kinder der Stadt.

Das Erlebte hat David Fritz nachhaltig beeindruckt und Spuren hinterlassen. Der Murgtäler ist sich sicher, dass das nicht das letzte Projekt war, in das er sich eingebracht hat, und er empfiehlt jedem: "Hauptsache man tut etwas, wofür man steht, was Freude bereitet und womit man anderen Menschen helfen kann."

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