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Ein bisschen Kentucky in der Mahlberghalle
Helmut And The Hillbillies kommen aus der Nähe von Stuttgart.  Foto: Gareus-Kugel
15.10.2018 - 00:00 Uhr
Von Veronika Gareus-Kugel

Gaggenau - Die Erfindung des Bluegrass, eine Spielart der Country-Musik, wird den Musikern Bill Monroe (Mandoline) und Earl Scruggs (Banjo) zugeschrieben. Der Spitzname des US Bundesstaats Kentucky - "Bluegrass" - stand für den Namen Pate. In den zurückliegenden vier Jahren hat sich Freiolsheim zum Mekka für Bluegrass-Fans entwickelt, zu dem gemacht vom Freundeskreis Bluegrass Murgtal.

Blickt man in die noch junge Geschichte des Festivals, standen am Anfang regelmäßige Fronleichnam-Treffen von Bluegrass-Musikern im Pfadfinderheim von Freiolsheim. Damals reifte die Idee heran, dass ein Konzert dieser Stilrichtung auch ganz schön sein könnte, erzählt Jutta Walter vom Freundeskreis. Ihm stehen rund 20 Helferinnen und Helfer, nicht nur aus Freiolsheim, zur Seite. Sie schätzt diese Musik deshalb, weil sie handgemacht ist: keine wesentliche Instrumentenverstärkung, nur mäßiger Technikeinsatz.

Der ausbleibende Erfolg bei der ersten Auflage ließ die Initiatoren um Jürgen Krämer gehörig zweifeln. Doch die Freunde gaben nicht auf. Und so startet im kommenden Jahr am 2. November das Festival in seine fünfte Auflage, verkündete Krämer am Samstag nicht ohne Stolz von der Bühne der Festhalle herab.

In der Zwischenzeit scheint sich das Event tatsächlich deutschlandweit in der Szene herumgesprochen zu haben. Gäste reisen sogar aus der Schweiz und dem Elsass an, freute sich der Organisator. Die weiteste Anreise hatten Besucher aus Ostdeutschland, erzählte Jutta Walter.

Eine Nische mit zwanzig Bands

Zugegeben, Bluegrassmusik ist ein musikalisches Nischenprodukt, dennoch gibt es in Deutschland rund 20 Bands, die regelmäßig auftreten. Drei davon demonstrierten einem rund 250-köpfigen, begeistert mitgehenden Publikum die Vielfalt an Möglichkeiten, die in dem Genre steckt: die Munich String Band, seit zweieinhalb Jahren unterwegs und von internationalem Renommee, The Looping Brothers, eine der führenden Bluegrass-Formationen Europas mit Musikern größtenteils aus Westfalen, und Helmut And The Hillbillies aus dem Stuttgarter Raum. Die Instrumentierung ist dabei das entscheidende Kriterium. Sie besteht im Wesentlichen aus Banjo, Fiddle (Geige), Dobro und Kontrabass sowie Mandoline und Gitarre. Sie ersetzen über die Spielweise Schlagzeug und Percussion-Instrumente. Doch ohne den typischen, vergleichsweise hohen Harmoniegesang, für den traditionell nur ein Mikrofon Verwendung findet, würde Entscheidendes fehlen.

Den Auftakt machten The Looping Brothers mit einem unverfälscht gespielten Bluegrass. Ulli Sieker (Mandoline, Fiddel, Gitarre, Gesang), Matthias Malcher (Gitarre, Banjo, Gesang) und Ralf Strotmann (Bass, Gesang) teilen seit den 1970er Jahren die Begeisterung für diese Form von Country-Musik. Der Sound, den das Trio entfachte, war bemerkenswert, wie die Zuhörer betonten. Auch westfälischer Humor kam nicht zu kurz.

Die zweite Formation, die das Publikum zu Zwischenbeifall nach gelungenen, virtuos eingestreuten Improvisationen bewegte, nennt sich Helmut And The Hillbillies mit Jürgen Biller (Banjo, Gesang), Alfred Bonk (Kontrabass, Gesang), Norbert Dengler (Gitarre, Gesang) und Helmut Limbeck (Mandoline, Gesang). Nur wenige Musiker beherrschen wie Biller die Kunst, während der Darbietung über das Verstellen der Banjo-Saiten die Tonhöhe zu verändern, um damit den Melodien zusätzlichen Drive zu verleihen. Laut Aussage von Jürgen Krämer ist er in Deutschland einer der Besten seiner Zunft.

Die Munich String Band trat 2016 erstmals ins Licht der Öffentlichkeit. Philipp Bradatsch (Banjo, Gitarre, Gesang), Gabe McCaslin (Fiddle, Gesang), Philipp Schöppe (Mandoline, Gesang), Paul Solecki (Bass, Mandoline, Gesang) und Rico Waldmann (Gitarre, Dobro, Gesang) haben nicht nur das Gespür für Melodie, Rhythmus und den traditionellen Gesang, sondern pflegen einen besonders emotionalen und mitreißenden Musikstil. Auch bei ihnen gingen die Daumen des Publikums nach oben.

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