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"Starke Indizien"
18.10.2018 - 00:00 Uhr
Gaggenau (red/tom) - Die Staatsanwaltschaft Baden-Baden hat gegen den mutmaßlichen Verursacher des tödlichen Verkehrsunfalls am 13. Juli in Gaggenau Anklage erhoben. Die Ermittlungen seien abgeschlossen, teilte die Behörde gestern Nachmittag mit. Durch das Unglück in der Goethestraße in Höhe des Daimler-Ausbildungszentrums starben ein sieben Monate alter Junge und seine 54-jährige Großmutter.

Dem 47-jährigen Deutschen wird zur Last gelegt, nach reichlichem Konsum von Alkohol und Cannabis mit seinem Pkw von einer Gaststätte in Richtung seiner Wohnung gefahren zu sein. Gegen 21 Uhr sei er in der leichten Kurve von der Fahrbahn abgekommen. Dabei habe er die Großmutter erfasst, die auf dem Gehweg den Kinderwagen mit ihrem sieben Monate alten Enkelkind schob. Beide starben - die Frau sofort und das Kind wenig später in einer Karlsruher Klinik, in die es mit einem Rettungshubschrauber gebracht worden war. Anschließend habe der Verursacher die Flucht ergriffen und sei nach Hause gefahren. Offensichtlich durch die Wucht des Aufpralls war das vordere Nummernschild des Renault Mégane abgerissen worden und blieb auf der Straße liegen.

In der vor dem Amtsgericht - Schöffengericht - Rastatt erhobenen Anklage spricht die Staatsanwaltschaft von vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs, fahrlässiger Tötung sowie unerlaubtem Entfernen vom Unfallort in Tateinheit mit Trunkenheit im Verkehr. Den Ermittlungen zufolge hatte der Mann das Auto direkt nach der Fahrt in der Nähe seiner Wohnung abgestellt und sich danach bei einem Bekannten versteckt. Dort traf ihn die Polizei etwa zweieinhalb Stunden später an.

Bei der Fahndung wurde in seiner Wohnung eine Marihuana-Anlage mit 48 Marihuanastauden aufgefunden. Somit wurde gegen ihn auch Anklage wegen eines Verbrechens des unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge erhoben. Die Staatsanwaltschaft hat beim Gericht beantragt, beide Strafverfahren zu verbinden.

Das Geschehen des 13. Juli hatte bundesweit für Betroffenheit gesorgt. Die Ermittlungen zogen sich rund ein Vierteljahr hin. In offizieller Vernehmung habe der Mann bisher nicht ausgesagt, so die Staatsanwaltschaft. Ersten Meldungen zufolge hatte er bestritten, den Unfall verursacht zu haben. Aber es sprächen starke Indizien gegen ihn: "Wir haben das Fahrzeug mit schweren Unfallschäden, die zu dem Hergang passen. Wir haben Zeugen, die ihn auf der Flucht gesehen und eindeutig identifiziert haben. Und er hat sich Bekannten und anderen Personen gegenüber zu dem Geschehen geäußert."

Trotz Zeugenaufrufen hat offensichtlich niemand den Unfall beobachtet. Spekulationen gibt es über die Geschwindigkeit des Renault. In Gaggenau geht man davon aus, dass diese erheblich über den erlaubten 50 km/h gelegen haben muss. Dies lasse sich aus der großen Delle und dem abgerissenen Nummernschild folgern, ebenso aus dem Umstand, dass die Unfallopfer durch die Luft geschleudert worden seien.

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