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"Die Hoffnung stirbt zum Schluss"
'Die Hoffnung stirbt zum Schluss'
20.10.2018 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Weisenbach - "Wir wissen nicht, wie es mit der Werkrealschule weitergeht", machte Bürgermeister Toni Huber bei der Gemeinderatssitzung deutlich. Vor diesem Hintergrund schlug die Verwaltung vor, die Sanierung des Gebäudes zu verschieben, bis Klarheit über die Zukunft des Schultyps besteht. Die Zustimmung des Gremiums erfolgte einstimmig.

Eine umfassende Sanierung sei unerlässlich, machte Gottfried Lang (CDU) deutlich. Aber: Aufgrund der Kosten sei diese jetzt nicht möglich. Es bestehe aber der klare Wunsch, die Schule in Weisenbach zu erhalten.

Ähnlich argumentierte Uwe Rothenberger (Freie Wähler). Die Situation "tut uns weh", die Sanierung sei aber nicht finanzierbar. Die Werkrealschule sei eine gute Einrichtung, aber schlechtgeredet worden. Die Gemeinde habe die Schule immer unterstützt, für den Weiterbestand gelte: "Die Hoffnung stirbt zum Schluss". Für die Sanierung wurde eine Machbarkeitsstudie erstellt. Die Kostenschätzung beläuft sich auf bis zu 6,3 Millionen Euro für die Generalsanierung.

Neben der Notwendigkeit der Sanierung ist auch der Fortbestand als Ganzes zu betrachten. Die Grundschule ist nicht in Gefahr.

Für das bestehende Schuljahr gab es eine "Gelbe Karte", weil nicht die erforderlichen 16 Anmeldungen für die Werkrealschule erreicht wurden (das BT berichtete). Sollte auch im folgenden Schuljahr diese Zahl nicht erreicht werden, könne keine neue fünfte Klasse gebildet werden, die Schule würde "nach oben hin auslaufen".

Rektor Hintzen schreibt an Kultusministerium.

Rektor Oliver Hintzen berichtete von einem Schreiben an das Kultusministerium, in dem er um die Aussetzung der Vorgabe für die 16 Schüler anfragt, um ein Jahr Zeit zu gewinnen. Nach seiner Einschätzung wolle Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) den Standort Weisenbach erhalten. In seiner Funktion als stellvertretender Landesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) stehe er in Kontakt mir dem Ministerium. "Wir bleiben am Thema dran und werden richtig Gas geben", so Hintzen, der von erfolgreich gestarteten Projekten für die Werkrealschüler berichtete. Und: Man wolle gezielt in die Grundschulen gehen, um Werbung zu machen.

Fraglich ist allerdings, inwiefern die Werkrealschule in den kommenden Jahren im Schulgesetz verankert sein wird. In Baden-Württemberg gibt es als weiterführende Schulen noch die Gemeinschaftsschulen, die Realschulen sowie die Gymnasien.

Zum Thema Brandschutz wurde die Machbarkeitsstudie dem Brandschutzbeauftragten im Landratsamt vorgelegt. Dieser kommt zum Ergebnis, dass die Schule in der bestehenden Form Bestandsschutz genießt. Eine Hausalarmierung sei vorhanden, Rettungswege wurden überprüft und verbessert. Allerdings gebe es lediglich einen baulichen Rettungsweg, ein zweiter, wie heute in Schulen Standard, sei nicht vorhanden, schreibt die Verwaltung. Dieser werde über die Rettungsgeräte der Feuerwehr gewährleistet.

Für die Modernisierung von Sanitärräumen und die energetische Sanierung würden laut Studie Kosten von rund 2580000 Euro anfallen. Unter Berücksichtigung aller finanziellen Faktoren und Zuschüsse würde laut Stellungnahme der Gemeinde ein Beschluss über die Sanierung der Schule zum jetzigen Zeitpunkt die dauernde Leistungsfähigkeit des Haushalts übersteigen. Die Sicherstellung der Aufgaben der Gemeinde wäre über einen längeren Zeitpunkt gefährdet. Angesichts einer Kreditaufnahme von 925000 Euro in den Jahren 2019 bis 2021 wäre es äußerst fraglich, ob das kommunale Aufsichtsamt die Haushalte genehmigen würde.

Nicht zur Diskussion steht die Grundschule. Das Ganztagskonzept soll wieder "ins Laufen gebracht" werden, so Bürgermeister Toni Huber. Dafür reichten die Räume im Grundschulgebäude nicht aus, machte er deutlich. Auch Rektor Hintzen bekräftigte, dass die Ganztagsbetreuung im Blickfeld sei und derzeit das Konzept aktualisiert werde.

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