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Stars kehren auf Leinwand nach Gernsbach zurück
Auf dem evangelischen Friedhof wird die Beerdigung gefilmt, die Auftakt zur Drama-Komödie '25 km/h' ist. Der Film feiert morgen im Gernsbacher Kino Vorpremiere. Foto: Axel Fiedler
23.10.2018 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach - "Es war schon abenteuerlich", blickt Axel Fiedler auf die Dreharbeiten im August 2017 zurück. Er war einer von 19 Gernsbachern, die beim Casting im Obertsroter Schützenhaus als Komparsen für die Komödie "25 km/h" ausgewählt wurden. Sie treffen sich morgen um 19 Uhr im Kinocenter in der Bleichstraße, wenn der Film von Erfolgs-Regisseur Markus Goller mit Starbesetzung (unter anderem Lars Eidinger, Alexandra Maria Lara, Franka Potente und Bjarne Mädel) Vorpremiere feiert.

"Da haben wir mal was erlebt", erinnert sich Lioba Stößer an die spannenden zwei Tage, als ein Hauch der glamourösen Kinowelt durch die Papiermacherstadt wehte. Jetzt hofft die Dame vom Schützenverein Obertsrot, "dass man uns auch mal sieht", wenn der Film über die Leinwand flimmert. "Wir lassen uns überraschen und freuen uns auf Mittwoch."

Den eindrucksvollen Blick hinter die Kulissen des Filmgeschäfts hat auch Ingrid Haas-Patzelt in guter Erinnerung: "Es war allein schon interessant, das anzugucken", sagt die Dame vom Fußball-Club Obertsrot. Verblüfft sei sie gewesen, "was die an Gerätschaften haben". Sie sei trotz ihrer aufregenden ersten kleinen Statistenrolle froh darüber, keine Schauspielerin geworden zu sein: "20 Mal dieselbe Klappe, alles 100-fach wiederholen, das wollte ich nicht."

Haas-Patzelt und ihre Komparsenkollegen waren zwei Tage lang gefordert. Seite an Seite mit bekannten deutschen TV-Stars drehten sie zunächst auf dem evangelischen Friedhof und in der Jakobskirche. Treffen am ersten Drehtag war um 9 Uhr im Karl-Barth-Haus. Schon da war Geduld gefordert, ehe gegen 17 Uhr die letzte Klappe ertönte.

Am zweiten Drehtag mussten die Laienschauspieler noch mehr Wartezeit in Kauf nehmen, bis sie in der Gaststätte "Sternen-Hirsch" ihren Auftritt hatten. "Wir waren aber immer gut versorgt", erzählt Ingrid Haas-Patzelt. Um 15 Uhr hatten sich die Komparsen in der Stadthalle einzufinden, ehe es Richtung Hofstätte zum "Sternen-Hirsch" ging. Feierabend dort war erst nach 3 Uhr.

"Ich bin mit meinem Köfferle um halb vier heimgekommen", schmunzelt Haas-Patzelt im BT-Gespräch. In ihrem kleinen Koffer hatte sie Trauerkleidung, schließlich spielte die Szenerie auf einer Beerdigung und beim anschließenden Leichenschmaus. "Wir wussten ja nicht, ob die Klamotten so in Ordnung sind", erklärt die Komparsin. Für den Fall der Fälle hatte das Filmteam aber einen großen Fundus parat, aus dem man sich bedienen konnte. Alles sei "vom Equipment her sehr aufwendig" gewesen, bestätigt Axel Fiedler. Er hatte als einziger der 19 Gernsbacher Komparsen bereits etwas Erfahrung, stand er als solcher doch schon ein paarmal beim Tatort vor der Kamera.

Der Kontakt zu den Statisten für den Kinofilm "25 km/h" kam über Alexandra Fritz zustande. Die junge Frau aus Obertsrot arbeitete als Assistentin der Crew beim Casting und bei den Dreharbeiten und war zusammen mit ihrer Mutter Gundi für die Komparsenbetreuung zuständig. Letztere rührte auch kräftig die Werbetrommel für die Komparsensuche beim Schützenverein und beim Fußball-Club Obertsrot. "Es hat sich gelohnt", bilanziert Gundi Fritz: "Es hat allen sowohl vor als auch hinter den Kulissen sehr viel Spaß gemacht - vor allem einmal mitzuerleben, wie viel Aufwand und Arbeit hinter solch einem Film stecken und wie viel Geduld von beiden Seiten abverlangt wird." Sehr gefreut hätten sich die Komparsen während der Dreharbeiten auch darüber, dass die beiden Hauptdarsteller Lars Eidinger und Bjarne Mädel "im privaten Umgang sehr sympathisch und leger auftraten".

Morgen kommt es also zur Rückkehr der Stars nach Gernsbach - wenn auch "nur" auf der Leinwand. Dass der Film im Kinocenter in der Bleichstraße gezeigt werden kann, ist Kinobetreiber Roland Julius zu verdanken. Eigentlich wäre Gernsbach aufgrund seiner Größe nicht in den Genuss der Komödie auf der Leinwand gekommen. Weil Julius aber mit dem Verleih Sony Pictures Germany Kontakt aufnahm und auf die besondere Beziehung Gernsbachs zu "25 km/h" als Drehort und Heimat vieler Film-Statisten aufmerksam machte, läuft die Komödie nun als Vorpremiere (Mittwoch, 20 Uhr) und ab 31. Oktober drei Wochen lang im Kino der Papiermacherstadt.

www.kinocentergernsbach. de

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