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Zimt-Ahorn kommt aus Zentral-China nach Gernsbach
26.10.2018 - 00:00 Uhr
Von Dagmar Uebel

Gernsbach - Noch laden die spätsommerlichen oder frühherbstlichen Tage zum Bummeln durch die Natur ein. Da haben es die Gernsbacher mit ihrem von Wald eingerahmten Kurpark leicht. Im idyllischen Igelbachtal gelegen, hat der Park für alle etwas: zum Bummeln für Erwachsene, für Wanderer schöne Wege und Aussichten, für Verliebte versteckte Bänke. Und für Kinder sowieso bietet er ihnen doch viele Gelegenheiten zum Ausprobieren der Sonnenuhren, zum Beobachten der Vögel und Insekten, zum Rennen und vielleicht auch zum Verstecken.

Auf 54000 Quadratmetern Teichanlagen, Rasenflächen, Sitzbänke, weitausladende Sträucher und riesengroße und "steinalte" Bäume, bei denen die etwa 70-Jährigen als noch jung bezeichnet werden. Der vordere Teil des heutigen Kurparks kann zu Recht als noch jung bezeichnet werden. Er gehörte seit Beginn des 20. Jahrhunderts als Gartenensemble der Familie des Großindustriellen Clemm. Die Anlage des 1974 angelegten Rosariums sollte Parkflächen weichen. Diese Lösung wurde auf Initiative der Gernsbacher, glücklicherweise, zugunsten einer Park-Erweiterung bis zur Scheuerner Straße verworfen. Und dieser kann sich mit seiner Anlage und den Pflanzen und Bäumen durchaus mit berühmteren messen.

Für die Gernsbacher Natur- und Pflanzenkennerin Gisela Plätzer ist es seit Jahren indes ein Ärgernis, dass auch die schönsten und interessantesten Exemplare durch ihre Namenlosigkeit zwar bewundert, aber doch schnell vergessen werden. Während ihrer regelmäßig angebotenen informativen Rundgänge weiß sie über Interessantes und Besonderheiten vieler der exotischen und auch einheimischen Bäume zu berichten. Manches bleibt zwar in Erinnerung, wie etwa ein Urwelt-Mammutbaum aus China, ein Eisenholz- oder ein Taschentuchstrauch sowie der asiatische Kuchenbaum, doch sind manche Exemplare bei veränderten Vegetationszeiten nur noch schwer zu benennen.

Um dem abzuhelfen, begann Plätzer zusammen mit Rudolf Koch, dem ehemaligen Oberförster des Forstreviers Gernsbach, mit der Registrierung von 200 Kurparkbäumen, wie sie in Arboreten üblich ist. Auf ihre Initiative liegt nun schon in zweiter Auflage ein Baumbestands-Flyer in der Tourist-Info zum Mitnehmen aus. Von ihr finanziert und in Eigeninitiative angebracht sind seit den vergangenen vier Jahren an mehr als 80 Bäumen auf kleinen grünen Schildern die Baum-Nummer, die sich im Flyer wiederfinden lässt, in Kursivschrift der botanische (lateinische) Name und die deutsche Bezeichnung ablesbar. Beispielsweise steht auf der Position C40 ein "Acer griseum" (deutsche Bezeichnung Zimt-Ahorn). Und auch über die Herkunft gibt die Beschriftung Auskunft: Der Zimt-Ahorn kam aus Mittel-China nach Gernsbach.

Dass sich von 2014 an bis heute durch notwendige Fällungen kranker Bäume und nachfolgende Neupflanzungen Veränderungen im Baumbestand ergaben, ist nicht verwunderlich. Sieben neue Bäume wurden gepflanzt. Sie wurden beschildert, ebenso wie zwei wegen ihrer Früchte und Blüten besonders interessante Gewächse, die neu hinzukamen.

Gisela Plätzer bleibt weiterhin dran, auch wenn manche Bäume, etwas abseits von Spazierwegen gewachsen, noch auf ihre Beschilderung warten müssen. Alles im Fluss, denn Schilder für neue Pflanzungen kommen laufend dazu. Noch einen Trumpf kann Gisela Plätzer ausspielen, indem sie in unregelmäßigen zeitlichen Abständen im Gernsbacher Stadtanzeiger in "Baum-Porträts" auf botanische Neuzugänge und jahreszeitliche Besonderheiten hinweist. Vielleicht aber einfach auch neugierig macht auf ihre gut besuchten Kurpark-Rundgänge, die viele Gelegenheiten für Fragen und Antworten bieten.

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