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Schüler mischen auf dem Kaffeemarkt mit
26.10.2018 - 07:35 Uhr
Von Dagmar Uebel

Gernsbach - Mit der Formulierung "Neues Schuljahr, neue Strukturen" kündigte Pädagoge Martin Strauß beim Pressegespräch in der Gernsbacher Handelslehranstalt ein neues Projekt der Schule an. Die Schule ist bemüht, durch lebensnahen und praxisorientierten Unterricht maximale Bildungserfolge und möglichst große Chancen der Jugendlichen für eine Ausbildung zu erreichen.

Seit Schuljahresbeginn hat die zweijährige Kaufmännische Wirtschaftsschule den Weg einer pädagogischen Neugestaltung der Wirtschaftsschule begonnen. Sie erweitert ihre zweijährige Ausbildung um die "Berufsfachschule Pädagogische Erprobung" (BFPE) und ist stolz darauf, dabei zu den ersten Einrichtungen im Land zu gehören, die diesen besonderen Versuch wagen.

"Die Schüler lernen dabei niveaudifferenziert je nach Vorwissen, individuelle Lerngeschwindigkeit wird gefördert, um eine große Durchlässigkeit zwischen verschiedenen Bildungszielen zu schaffen", soweit die Theorie. Wie das praktisch vonstattengehen soll und sogar schon überraschend gut funktioniert, darüber berichteten Schüler am Dienstag. Kazan, Estefania, Damien und Dlovan, vier von 33 Schülern, stellten ihr Projekt vor, das auf den ersten Blick wie ein unspektakulärer Kaffeeverkaufsstand auf der Hannoverschen Verbrauchermesse INFA aussah. Doch wie viel Arbeit zuvor notwendig war, davon erzählten die Teenager begeistert.

Unterstützt durch die Pädagogen und den Förderverein der Schule, beraten und gesponsert durch die Volksbank Baden-Baden/Rastatt und in enger Zusammenarbeit mit der Gaggenauer Rösterei Eisenwerk, entstand unter der Bezeichnung "Marktstand" die neue Schülerfirma. Als Geschäftszweck bezeichnen die Beteiligten, möglichst regionale, nachhaltige Produkte auf Märkten anzubieten. Im Dezember werden es der Gernsbacher Wochen- und der Weihnachtsmarkt sein, die Beteiligung am Stadtjubiläum im kommenden Jahr ist ebenfalls in Planung.

Was werden die Schüler anbieten? Zunächst fiel ihre Wahl auf frisch gerösteten Kaffee. Die Vernetzung mit der Gaggenauer Rösterei war schnell geknüpft. Schwieriger waren die Kontakte zur empfohlenen mexikanischen Finca, von wo die Bohnen per Schiff nach Deutschland gelangen mussten. Dafür mussten Zoll- und Devisenbestimmungen beachtet und genau Buch geführt werden. Wie und wo lagert man frische Bohnen am besten, wie lange und bei welcher Temperatur müssen die Bohnen bis zu welcher gewünschten Qualität geröstet werden? Die Schüler mussten sich Fachwissen über Lieferanten, Warenkunde und die gängigsten Mischungen und Verkaufsspezifika aneignen.

Auch die Suche nach der richtigen Verpackung, dem Logo und die Preisgestaltung spielten eine Rolle. Alles Fragen, um deren Beantwortung sich die Schüler - und auch Otto Normalverbraucher - zuvor wenig kümmerten.

Marktstand auf Messe in Hannover

Die Probe aufs Exempel erfolgte am 20. und 21. Oktober in Hannover, als die Schüler ihren Marktstand mit dem Namen Eventure Schülergenossenschaft aufbauten, gestalteten und auf Käufer für ihre Kaffeetüten warten mussten. Auf der Verbrauchermesse waren Engagement, mutiges Auf-die-Leute-Zugehen und die Vorstellung des Schülerprojekts erforderlich. Da hätten gerade die normalerweise zurückhaltenden Schüler über einige Hürden springen müssen. Doch "die Bilanz, von 40 mitgenommenen Kaffeetüten 31 verkauft zu haben, könne sich sehen lassen", freute sich Schulleiter Christian Bruder beim Pressegespräch. Auch die Vertreter der Volksbank, Reinhard Felber und Marco Müller, werteten dies als Erfolg, der dem Wunsch nach praxisnaher Wissensvermittlung entspreche. Mit Kaffee ist der Anfang gelungen, an Tee und Pfeffer wird gedacht. Gefragt, warum diese spezielle Ausbildung Eingang zur HLA fand, war die Antwort verblüffend einfach: "Wenn wir's nicht machen, wer sonst?"

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