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Seit 150 Jahren "mit Freunden Sinnstiftendes tun"
29.10.2018 - 00:00 Uhr
Von Veronika Gareus-Kugel

Gernsbach - Eine 150-jährige Geschichte lässt sich natürlich nicht in den Zeitrahmen eines Festaktes pressen. Die Teilnahme hochrangiger DRK-Vertreter aus Berlin und Bonn zeigte am Freitagabend jedoch, welche Wertschätzung der DRK-Ortsverein Gernsbach innerhalb des DRK-Landesverbands Baden und auf Bundesebene genießt.

Das Akkordeon-Orchester Gernsbach und der Harmonika-Spielring Weisenbach umrahmten den Festabend musikalisch, durch den Andreas Formella, der stellvertretende Geschäftsführer des Landesverbands des Badischen Roten Kreuzes, führte.

Begrüßen konnte Volker Hildenbrand, seit 1984 Vorsitzender des Ortsvereins, auch Markgraf Max von Baden und seine Frau Valerie. Er übernahm wie schon vor 25 Jahren auch dieses Mal die Schirmherrschaft. Das Haus Baden hat großen Anteil an der Gründung des Roten Kreuzes in Gernsbach und geht auf Großherzogin Luise, ab 1856 verheiratet mit Friedrich I. von Baden, zurück. Unter ihrer Regie gründeten sich im Großherzogtum Frauenvereine. Deren Aufgabe war es, notleidende Bürger im Großherzogtum zu unterstützen. Am 12. August 1868 erklärten 93 Frauen in Gernsbach gleichzeitig ihren Beitritt zum Frauenverein. Dieses Datum vor 150 Jahren, als Zweig des Landesvereins vom Roten Kreuz, gilt als Geburtsstunde des DRK-Ortsvereins Gernsbach.

Auch darauf hob Staatssekretär Wilfried Klenk, selbst von Jugend an DRK-Mitglied, im Rahmen seines Festvortrags ab. "Wir sind alle Brüder", griff er den Gedanken von Henry Dunant, dem Vater der Genfer Konvention, auf. Er war der Erste, der die Fürsorge auf den Schlachtfeldern, vor dem Hintergrund eigener Erlebnisse, nicht mehr nur dem Militär überlassen wollte. Als Geburtsstunde des Roten Kreuzes auf internationaler Ebene gilt die Konferenz in Genf vom 26. bis 29. Oktober 1863. 190 nationale Gesellschaften fühlen sich heute den DRK-Grundwerten verpflichtet.

"Aus Liebe zum Menschen", unter dieses Motto stellte das Deutsche Rote Kreuz mit Sitz in Berlin 2013 seine 150-Jahr-Feier. Treffender könne man es nicht ausdrücken, führte Klenk aus. Ebenso legte der Staatssekretär dar: "Wir werden es nicht dulden, dass Hilfskräfte behindert, bespuckt und angegriffen werden. Hier gilt es, Zeichen zu setzen. Wir sind nicht die Lückenbüßer, sondern stolz darauf, uns für die Menschen in der Gesellschaft einbringen zu können, die Demokratie zu stützen. Gemeinsam mit Freunden Sinnstiftendes zu tun", betonte Klenk. Außerdem dankte er der Vorortgruppe von Reichental, sie sei aus der Rettungskette nicht mehr wegzudenken.

"Vorbeugen, helfen, heilen", dieser Tradition fühlt sich der Ortsverein heute noch verbunden. "Er ist ein unverzichtbarer Partner in dieser Stadt", führte Bürgermeister Julian Christ aus. "Wir sind stolz darauf, dort zu helfen, wo Not ist, unabhängig von Farbe, Religion und Gesellschaft", dankte Jochen Glaeser, Präsident des Badischen Roten Kreuzes, dem Ortsverein für die bisher geleistete Arbeit.

Diesen Gedanken griff auch Christian Reuter, der Generalsekretär des DRK-Bundesverbands, auf und fügte ergänzend hinzu: "Wir helfen den Menschen nach dem Maß der Not - und wir helfen jedem!" Gernsbach sei nicht nur ein Ortsverein, sondern Teil einer internationalen Rotkreuzgemeinschaft, die nichts anderes mache, als Menschen in Not zu helfen.

Die Grüße des Kreisverbands Bühl-Achern überbrachte zusätzlich Gaggenaus Bürgermeister Michael Pfeiffer, der als Aufsichtsratsvorsitzender des Kreisverbands Rastatt fungiert. Von Helfen mit Herz, in einer Gesellschaft, die das Ich betont, machte die Landtagsabgeordnete und Gernsbacher CDU-Gemeinderätin Sylvia Felder zur Grundlage ihres Grußwortes. Die Grundsätze des DRK seien "ideale Voraussetzungen für Internationalität und Hilfe, ohne zu fragen wem", führte Thomas Hentschel, der die Grünen im Gemeinderat und im Landtag vertritt, aus.

Die Glückwünsche der Gernsbacher Kirchen zum Jubiläum, Anerkennung und Hochachtung für den Dienst am Nächsten und Handeln im Sinne Jesu Christi überbrachte Dekan Pfarrer Josef Rösch. Weitere Grußworte sprachen Manfred Kast als Ehrenkommandant der Freiwilligen Feuerwehr (Abteilung Gernsbach) und als DRK-Ehrenmitglied sowie Matthias Hahn für das DLRG Gernsbach.

Der zweitälteste DRK-Ortsverein in der Region lud nach dem Ehrungsabend am Samstag auch die Bevölkerung ein, um die eigene Arbeit vorzustellen (siehe Bericht auf der übernächsten Seite).

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