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Stadt will Handwerker bei Hillwood unterbringen
Nur noch ein Schild erinnert an KWH. Heute firmiert dort Hillwood. Foto: Jahn
30.10.2018 - 00:00 Uhr
Gaggenau (red) - "Die Diskussionen um das Logistik-Areal Hillwood in Ottenau brechen nicht ab", meldet die Stadtverwaltung und erläutert den Sachverhalt um die ehemalige KWH-Fläche aus ihrer Sicht. Zum einen geht es darum, welche Betriebe in die Hallen einziehen können, und zum anderen um den damit verbundenen Verkehr. Seitens der Rathausspitze betont man, "dass wir alles versuchen, um optimale Lösungen für Ottenau selbst, aber auch für Handwerks- und mittelständische Betriebe zu finden".

Aus diesem Grund haben in den vergangenen Monaten zahlreiche Gespräche mit Hillwood stattgefunden.

Was war geplant? Nachdem US-Investor Hillwood die ehemaligen KWH-Flächen gekauft hatte, war bei den Planungen für das Logistikzentrum vorgesehen, einen Gewerbepark für Handwerker einzurichten.

Was ist daraus geworden?

"Die Vermarktungsgespräche mit den Interessenten führten jedoch nicht zu einer Angebots-/Nachfrageübereinstimmung", so die Stadtveraltung, "die Vermietung scheiterte vor allem daran, dass die Handwerksbetriebe eigene Räumlichkeiten bevorzugen und nicht in Mietobjekten arbeiten möchten."

Was ist mit der zweiten Halle? Aufgrund veränderter Marktbedingungen in der gewerblichen Immobiliennachfrage sei im zweiten Bauabschnitt eine Multifunktionshalle gebaut worden. Die Planungen sehen größere Flächen wie auch kleinere Unterteilungen vor - zwischen 500 und 2000 Quadratmetern. Somit versuche die städtische Wirtschaftsförderung erneut, gezielt kleine Unternehmen sowie Handwerksunternehmen für die Flächen zu akquirieren. "Wir sind uns mit dem Gemeinderat einig, dass wir den Mittelstand und das Handwerk in unserer Stadt fördern möchten", wird Oberbürgermeister Christof Florus zitiert. In dem Logistikzentrum könnten sich heimische Betriebe weiter entwickeln. Gleichzeitig gibt er aber zu bedenken: "Wir können das Interesse oder die Einmietung von Handwerksbetrieben nicht erzwingen."

Wie ist die Verkehrsbelastung? Unabhängig von den Zählungen im Rahmen der Entwicklung des städtischen Mobilitätskonzepts wurde im Bereich des Logistikzentrums eine Verkehrszählung durchgeführt. Daraus ergab sich im Bereich der Zufahrt zum Gewerbegebiet eine tägliche Belastung von rund 150 Ein- und Ausfahrten (gesamt) mit Lastzügen. Da Hillwood nahezu ausschließlich mit Lastzügen bedient wird, sind diese weitgehend der Neuansiedlung zuzuordnen. Da auch zur Firma Hurrle und zu AVL einzelne Lastzüge unterwegs sind, ist die aus der Zählung ermittelte Zahl allerdings nicht komplett Hillwood anzurechnen.

Die Gesamtzahl der Fahrzeuge, die dort verkehren, liegt bei 672 am Tag - damit liege die derzeitige Belastung bei weniger als 30 Prozent der prognostizierten Zahlen, erklärt Bürgermeister Michael Pfeiffer mit Blick auf die erste Untersuchung des Büros Kölz bei der Bebauungsplanerstellung.

Hintergrund

Was waren die ursprünglichen Berechnungen? Das Büro Kölz hatte vor geraumer Zeit festgestellt, dass die Ausfahrt aus dem Gewerbegebiet in der bestehenden Form ausreichend wäre, um die beantragte Nutzung mit 1300 Fahrten an einem Normalwerktag leistungsfähig abzuwickeln. Also Zu- und Abfahrten, davon 780 mit Pkw und 520 mit Lkw. Grundlage waren eine damals aktuelle Verkehrszählung und Prognosen zur allgemeinen Verkehrsentwicklung.

Ebenso wurde festgestellt, dass bei dieser Belastung die Kreuzung beim Penny-Markt zum dreiarmigen Kreisverkehr umgebaut werden könne. Erst bei Überschreitung hätte der Vorhabensträger nachweisen müssen, dass die Verkehrssituation geändert werden muss. Die angenommenen Zahlen werden derzeit noch nicht annähernd erreicht, betont die Stadt.

Wie sind die neueren Zahlen? Im Rahmen des Mobilitätskonzepts hat das Büro Gevas weitere Verkehrszählungen vorgenommen. Sie bestätigen teilweise die bisher ermittelten Zahlen, liegen teilweise aber auch darüber.

Es wurde daher eine neue Untersuchung in Auftrag gegeben, allerdings als sogenanntes "Worst-Case-Szenario". Hier wurden die jeweils größte ermittelte Belastung an einem Verkehrsast als Grundlage für die Hochrechnung und dazu eine starke Erhöhung der Verkehre durch weitere ansässige Firmen angenommen. "Erst durch dieses Szenario ergibt sich die Notwendigkeit, die beiden nebeneinanderliegenden Kreuzungen zusammenzufassen und damit eines vierarmigen Kreisverkehrs", erklärt die Stadtverwaltung.

Was sagt Hillwood? Hillwood verweist wegen des geplanten Kreisverkehrs auf bestehende Verträge. Ein dreiarmiger Kreisel sei völlig ausreichend. Im BT-Gespräch erläuterte Peter Schuijlenburg, der Senior Vice President von Hillwood Europe: "Wir sehen nicht die Notwendigkeit für vier Arme." Folglich könne dafür nicht nur sein Unternehmen zur Kasse gebeten werden. Falls ein Verkehrsplan verbindlich einen vierarmigen Kreisel vorschreibe, werde Hillwood dies eingehend prüfen. Falls das Unternehmen Flächen hergeben und auch bezahlen solle, "dann muss dies für alle Anlieger gelten".

Was sagt die Stadt? "Wir verstehen die Ängste der Ottenauer Bevölkerung, dass die Lkw-Fahrer beim Ausfahren aus dem Gebiet rechts abbiegen und dann durch Ottenau fahren. Das haben wir im Auge und werden, sobald sich so eine Tendenz abzeichnet, gegensteuern", betont Bürgermeister Michael Pfeiffer. Unabhängig davon sei die optimale verkehrslenkende Maßnahme der vierarmige Kreisel, "und den wollen wir auch umsetzen." Dafür sei allerdings zunächst ein Bebauungsplanverfahren und eventuell ein Umlegungsverfahren notwendig.

Um doch noch eine Lösung zu erreichen, die von allen Beteiligten mitgetragen wird und damit schneller umgesetzt werden kann, werde es in den nächsten Wochen weitere Gespräche mit dem Investor geben. Unabhängig davon soll das Bebauungsplanverfahren im ersten Quartal 2019 eingeleitet werden. Mittel für die Umsetzung werden in den Haushaltsentwurf aufgenommen.

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