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Trockener Boden - schlechter Zaun
Auf dem Reiterhof in Winkel geht es einen Nachmittag lang um die Möglichkeiten, wie man Herdentiere auf abgelegenen Weiden schützen kann. Foto: Senger
31.10.2018 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Brockelhart der Lösslehm. Eigentlich zeichnet sich die Vorbergzone durch wasserhaltendes Substrat aus, aber nach bald einem halben Jahr Trockenzeit ist von Bodenfeuchte nichts mehr zu spüren. Und damit waren die Teilnehmer des Zaunbau-Seminars gleich bei zwei Grundproblemen, mit denen sie sich als Weidetierhalter auseinandersetzen müssen.

Wie bringe ich in knallharten Boden die Zaunstäbe ein? Und wie sollen die Elektrozäune funktionieren, wenn der Boden knochentrocken ist - und somit so gut wie keine elektrische Leitfähigkeit mehr aufweist? Im Murgtal - und nicht nur dort - hat man es oft mit steilen, felsigen Parzellen zu tun. Dort stellen sich weitere Herausforderungen.

Er war in Gedanken und bei den Wortbeiträgen der rund 30 Teilnehmer stets präsent: der Wolf. Ohne Elektrozaun kein halbwegs wirksamer Schutz gegen das Raubtier, so der einhellige Tenor.

Aber wie stark muss die Spannung sein, damit sie eine ordentliche Ladung auf den Eindringling überträgt? Was, wenn der Zaun durch Astbruch oder eine schnurstracks durchbrechende Wildschweinrotte beschädigt wird? Auf diese Fragen wird die Praxis die Antworten finden. Fakt ist: Mit der Duldung des Wolfs in der Kulturlandschaft kommt eine Unmenge an Mehrarbeit auf die Weidetierhalter zu. Das verhehlten auch die Firmenvertreter Günter Herkert (Patura) und Uwe Schmidt (Horizont) nicht - auch wenn sie Neuentwicklungen erwähnten, bei denen das Problem der fehlenden Erdung nicht mehr so gravierend sein soll.

Unterm Strich war Organisatorin Ulrike Löber zufrieden. "Die Resonanz war sehr groß", freut sich die Beraterin für Tierhaltung und Grünland im Landratsamt. Doch sie verkennt nicht die Schwierigkeiten, mit denen die zumeist Hobby- oder Nebenerwerbstierhalter konfrontiert werden. Zwar ist sie einerseits der Ansicht: "Wenn Zäune gut gebaut sind und ordentlich Spannung drauf ist, dann sollte das reichen, um einen sich nähernden Wolf abzuschrecken." Andererseits weiß auch Löber: "Schwierig wird es, wenn man viele Zäune hat und diese jeden Tag vollständig kontrollieren muss." Immerhin gebe es bislang keinen Rückgang bei der Weidetierhaltung. Aber über fehlende Anfragen vor allem aus den Gebieten, die von Verbuschung bedroht sind, brauche sie nicht zu klagen. Und hier wird ein weiteres Problemfeld deutlich: Wenn es dort keine Weidetierhaltung mehr gibt, ist es vorbei mit naturnaher Landschaftspflege. Löbers Bilanz aus Gesprächen mit den Schaf- oder Ziegenbesitzern: "Es hat noch keiner aufgehört, aber viele sagen es."

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