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Grundsätzliches Ja zu Gewerbegebiet Wolfsheck
Die Industriebrache Wolfsheck soll durch einen Gewerbepark neu erblühen.  Foto: Mack
03.11.2018 - 00:00 Uhr
Forbach (wof) - Der Gemeinderat in Forbach hat am Dienstagabend grundsätzlich den Weg freigemacht für einen Ankauf des Wolfsheck-Geländes, um auf der Industriebrache in eigener Regie einen Gewerbepark zu entwickeln. Die im Vorfeld mit Spannung erwartete Entscheidung fiel mit elf zu fünf Stimmen (bei einer Enthaltung) überraschend deutlich aus.

Allen Redebeiträgen war anzumerken, dass es um einen Beschluss von großer Tragweite ging. Bürgermeisterin Katrin Buhrke erinnerte an die Schließung der Papierfabrik 2008 und die seitherigen Bemühungen, das Gelände an der Murg wieder einer gewerblichen Nutzung zuzuführen. Gegenüber dem ersten Verkaufsangebot des Eigentümers, der Firma IBET (Karl-Gruppe), von 2014 habe die Gemeinde und die damit befasste Arbeitsgruppe des Gemeinderats in zahlreichen Gesprächen wesentliche Verbesserungen erreicht.

Sie nannte insbesondere, dass der Verkäufer sich verpflichte, vor der Übertragung der Fläche alle bestehenden baulichen Anlagen abzureißen, sämtliche Erschließungskosten in Höhe von geschätzten 1,6 Millionen Euro (Stand 2016) zu tragen und mögliche Altlasten auf eigene Rechnung zu entsorgen. Die Erschließung beinhaltet laut Ortsbaumeister Oliver Dietrich den Bau einer 500 Meter langen Straße, der Wasser- und Abwasserleitungen und auch einen Glasfaseranschluss.

Die für 1,8 Millionen Euro angebotene Grundstücksfläche ist insgesamt knapp 4,6 Hektar groß. Nicht einbezogen in das Angebot ist die Wasserkraftanlage, die IBET weiter selbst betreiben möchte. Wie Kämmerer Thomas Spinner sagte, ergeben sich daraus für den Gewerbepark ein Baufeld von 22330 Quadratmetern und eine zum Verkauf stehende Gewerbefläche von rund 25000 Quadratmetern. Bei einer Komplettvermarktung des Geländes fielen Verkaufserlöse für die Gemeinde zwischen 875000 und 1,75 Millionen Euro an bei angenommenen Quadratmeterpreisen zwischen 35 und 70 Euro. Sollte auch der schwierig zu bebauende Silobereich verkauft werden können, kämen bis zu 114000 Euro hinzu.

Zwei Interessenten haben bisher gegenüber der Gemeinde Kaufabsichten geäußert, darunter das Forbacher Unternehmen Fritz Automation, das 1,2 bis 1,5 Hektar erwerben möchte. Die beiden Gemeinderäte Horst Fritz und Gunther Arntz nahmen deshalb als Firmeninhaber beziehungsweise leitender Angestellter wegen Befangenheit nicht an den Beratungen teil.

Buhrke nannte den Kauf des Geländes eine "Investition in die Zukunft". Bestehende innovative Betriebe könnten expandieren und neue angesiedelt werden, was Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffe und die Gewerbesteuereinnahmen erhöhe. "Ich glaube an eine Entwicklung in Wolfsheck und die Notwendigkeit eines Gewerbegebiets", warb sie um Zustimmung.

Sabine Reichl (CDU) kündigte die mehrheitliche Ablehnung ihrer Fraktion an. Zur Begründung sagte sie, dass selbst "im besten Fall" ein Defizit von einer Million Euro entstünde. Die Gemeinde habe dann keinen Spielraum mehr für nötige Investitionen wie die Sanierung von Brücken und der Murghalle. Man solle lieber den jetzigen Eigentümer bei der Vermarktung des Geländes unterstützen. Auch Daniela Senger-Rieger (FWG) sprach sich gegen die Kaufabsicht aus. "Forbach als Silicon Valley" sei leider nur eine Wunschvorstellung. In der Rheinebene seien die Flächen günstiger zu erschließen und zu nutzen.

Ihr Fraktionskollege Werner Ruckenbrod verwies auf noch ungeklärte Fragen und Risiken, nannte in der Gesamtabwägung den Gewerbepark aber eine "tolle Chance". Er sprach ebenso wie Margrit Haller-Reif (Grüne), Heike Schillinger und Harald Mungenast (beide SPD) das Leitbild der Gemeinde an, das als Vision für 2030 wieder 6000 Einwohner und neue Arbeitsplätze vorsehe. Alle drei meinten, dass die Risiken überschaubar und die Chancen groß seien und auf Dauer auch dringend benötigte neue Einnahmen generiert würden. Barbara Ruckenbrod (FWG) verlangte, nach vorn zu schauen und zu investieren, um damit insbesondere jüngeren Bürgern im Ort eine Perspektive zu geben.

"Wir sollten es wagen. Wenn nicht jetzt, wann dann?", fragte Bernd Wörner (CDU). Frank Mayer (CDU) und Eberhard Barth (FWG) zeigten sich hin- und hergerissen, stimmten letztlich aber ebenfalls zu. Die fünf ablehnenden Voten kamen aus den Reihen von CDU und FWG. Die Forbacher Rathaus-Verwaltung ist damit beauftragt, unter Hinzuziehung anwaltlicher Hilfe, die nötigen Verträge auszuarbeiten, die dann erneut im Gemeinderat behandelt werden.

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